CH-Schluss: SMI erobert 10’500er-Marke zurück

Boerse

Zürich – Angetrieben von den schwergewichtigen Pharmawerten hat der Schweizer Aktienmarkt am Dienstag zugelegt. Wie schon am Vortag verwiesen Händler auf „Corona-Hoffnungen“. Nachrichten von Konzernen wie Pfizer oder AstraZeneca über ihre laufenden Forschungsbemühungen schürten die Hoffnung an den Märkten, dass bis Ende des Jahres doch noch ein Impfstoff gegen das Virus auf den Markt kommen könnte. Zudem sorgten überraschend gute Konjunkturdaten aus China sowie aus den USA für gute Stimmung.

So fiel etwa der Frühindikator Empire State Index, der die Geschäftstätigkeit des produzierenden Gewerbes im Bundesstaat New York misst, besser aus als erwartet. Allerdings verlangsamte sich die Erholung der US-Industrie im August etwas. Die Blicke der Anleger richteten sich auch bereits auf den am (morgigen) Mittwochabend anstehenden Zinsentscheid des Fed. Nachdem die Währungshüter ihr geldpolitisches Rahmenwerk geändert hätten, sei nun die erste Gelegenheit, es auch anzuwenden, sagte ein Marktbeobachter. Grosse Weichenstellungen werden Beobachtern zufolge indes nicht erwartet.

Der SMI gewann 0,60 Prozent auf 10’520 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, stieg um 0,38 Prozent auf 1’593,19 und der breite SPI um 0,53 Prozent auf 13’030,37 Punkte. Von den 30 SLI-Titeln gewannen 21 hinzu und neun gaben ab.

Die Gewinnerliste wurde von unterschiedlichen Vertretern der Gesundheitsbranche dominiert: Vifor (+3,4%) folgten Alcon, Roche, Novartis und Lonza mit Aufschlägen zwischen 1,4 Prozent und 1,7 Prozent.

Bryan Garnier bestätigte für Roche (+1,7% auf 335,45 Fr.) und Novartis (+1,4% auf 83,06 Fr.) jeweils die Kaufempfehlung und erhöhte die Kursziele auf 395 Franken (Roche) und 110 Franken (Novartis). Mit Blick auf Roche etwa war im Kommentar die Rede von einer Stärke des Konzerns auch in Krisenzeiten und von einem wieder erstarkten Portfolio.

Novartis war es zudem gelungen, in den USA einen weiteren Bestechungsfall über einen Vergleich beizulegen. Der Pharmakonzern zahlt dafür 11,8 Millionen US-Dollar. Lonza wiederum punkteten einmal mehr mit einer Covid-19-Vereinbarung. Für ein weiteres Unternehmen stellt der Zulieferer einen Wirkstoff zur Verfügung.

Die Präferenz für Pharma- und Gesundheitswerte setzte sich auch in den hinteren Reihen fort. Siegfried (+8,0% auf 562 Fr.) hatten sich mit einem Produktionsvertrag ebenfalls ein Stück des Corona-Kuchens gesichert. In der Folge erhöhte Baader Helvea das Kursziel auf 557 Franken und bestätigte das Rating „Add“.

Es folgten weitere Branchen-Mitglieder wie HBM Healthcare, Tecan, Medacta, Bachem, Idorsia und Zur Rose, die allesamt stärker als der Markt zulegten.

Weitere Gewinner waren Zyklikern wie SGS (+1,3%). Für die Aktie des Warenprüf- und Inspektionskonzern erhöhte HSBC das Rating aus Bewertungsgründen auf „Hold“ von „Reduce“.

Nachdem sie am Vortag noch das Thema Nummer eins am Markt waren – mit einem jeweils kräftigen Plus – kamen hingegen die Aktien der beiden Grossbanken CS (-2,8%) und UBS (-2,1%) am Dienstag wieder klar zurück. Am Montag hatten Spekulationen über eine Fusion die Grossbankentitel angetrieben. Analysten zeigten sich allerdings eher skeptisch, und ein erneuter Bericht liess weitere Zweifel an den Spekulationen aufkommen.

Weitere Verlierer waren Temenos (-2,0%) und AMS (-1,0%). Vor der „Apple Show“, die am Abend anstehe, seien viele Investoren vorsichtig, war zu hören. Von Experten wurden nämlich eher keine bahnbrechenden News im Bereich iPhone erwartet, worin bekanntlich AMS-Sensoren verbaut werden.

Am breiten Markt zogen Aryzta (+16% auf 0,833 Fr.) nach einer Wende im Machtkampf um das Backwarenunternehmen massiv an. Die Börse honoriere die sinkende Unsicherheit nach dem Verzicht von Andreas Schmid auf die Kandidatur für das Präsidentenamt an der GV am (morgigen) Mittwoch, hiess es am Markt. Der Rückzug ebne den Weg für zwei Szenarien: eine Übernahme oder die Aussicht auf einen mittelfristigen Turnaround, hiess es bei der ZKB. Beides berge weiteres Kurspotenzial.

Newron (-5,2%) und Relief Therapeutics (-5,5%) wurden von den jeweiligen Halbjahresergebnissen belastet. (awp/mc/ps)

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