CH-Schluss: Defensive verhindern grössere Verluste

CH-Schluss: Defensive verhindern grössere Verluste

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Freitag mit leichteren Kursen beendet. Dennoch ergab sich über die gesamte Woche zum zweiten Mal in Folge ein Plus. Nach freundlichem Start am Morgen fiel der SMI bald in den Bereich des Vortagesschlusses zurück. Am Nachmittag zogen die US-Arbeitsmarktdaten die Aktien noch etwas nach unten. Vor allem der defensive Charakter des SMI verhinderte dabei ein tieferes Abrutschen in die Minuszone.

Die Daten aus den USA fielen insgesamt enttäuschend aus, vor allem da weniger neue Stellen als erwartet geschaffen wurden. Mit den schwachen Daten könnte die konjunkturelle Zuversicht der Marktteilnehmer – auch in Anbetracht der jüngst nachgebenden Stimmungsindikatoren – weiter nachlassen. Die Wirkung der drei geldpolitischen Lockerungsrunden in der Eurozone, China und Grossbritannien vom Vortag war bereits weitgehend verpufft, so dass die Investoren einige Gewinne der vergangenen Tage ins Trockene brachten.

Das wichtigste Schweizer Bankenbarometer Swiss Market Index SMI gab 0,30% auf 6’183,67 Punkte nach. Im Wochenvergleich ergab sich dennoch ein klares Plus von 1,9%. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 0,86% auf 914,74 Punkte und der breite SPI um 0,39% auf 5’736,32 Punkte.

Grösste Verlierer waren Nobel Biocare (-3,3%), nachdem das Unternehmen den Abgang des Finanzchefs bekanntgeben musste. Dirk Kirsten verlässt das Unternehmen per Ende Januar 2013. In den letzten eineinhalb Jahren habe das Gremium viele Wechsel gesehen, hiess es dazu in Analystenkommentaren. Es kehre keine Ruhe bei Nobel Biocare ein. Der Abgang könnte einmal mehr Fragen über ein Gelingen des Turnarounds aufwerfen.

Mit den wieder steigenden Konjunktursorgen verzeichneten auch einige Finanzwerte deutlichere Abgaben, allen voran UBS (-2,9%), Swiss Life (-2,8%) und CS (-2,4%).

Swiss Re (-0,1%) hielten sich dagegen etwas besser, nachdem HSBC das Kursziel für die Titel auf 67 von zuvor 60 CHF erhöht hatte, bei einem unveränderten Rating «Neutral». Der Rückversicherer biete sowohl mit Wachstums- als auch Restrukturierungsmöglichkeiten ein ungewöhnliches Profil, hiess es in einer Branchenstudie. Mit Blick auf die gesamte Branche ziehen die HSBC-Analysten derzeit mittelgrosse Rückversicherer wie Scor oder Hannover Re vor.

Zur grossen Mehrheit der Verlierer gehörten weiter konjunktursensitive Papiere wie Swatch (-2,9%), Logitech (-2,5%) oder Adecco (-1,9%), die nach den Arbeitsmarktdaten aus den USA noch einmal etwas tiefer nach unten gerutscht sind.

Über 2% verloren noch Actelion (-2,3%). Positive Kommentare zu einem Kongress im Bereich pulmonale arterielle Hypertonie (PAH) hatten die Aktien am Vortag deutlich steigen lassen, nun ist dieser Gewinn praktisch wieder dahin. Actelions Hoffnungsträger Macitentan habe am Kongress positiv herausgeragt, hiess es am Vortag.

Die kleine Schar der Gewinner wurde von SGS (+0,4%) und Nestlé (+0,5%) angeführt. Nebst Nestlé sorgten auch Novartis und Roche (je +0,2%) dafür, dass der Gesamtmarkt im Zuge der Gewinnmitnahmen keinen grösseren Schaden erlitt. Roche musste allerdings in Grossbritannien einen kleinen Rückschlag hinnehmen: Die britische Gesundheitsbehörde NICE hat eine Empfehlung für das Medikament Avastin zur Behandlung von Brustkrebs abgelehnt.

Im breiten Markt fielen Temenos mit einem klaren Minus von 4,3% auf. Die UBS hatte die Einstufung für die Aktien auf «Neutral» von «Buy» und das Kursziel auf 16,85 von 18,00 CHF reduziert.

Die Aktien des Batterieherstellers Leclanché zogen um 2,0% an, nachdem bereits am Vortag ein Plus von knapp 9% resultiert hatte. Anlässlich eines am Freitag in Deutschland abgehaltenen Investorentages kündigte das Unternehmen für das erste Semester eine Umsatzsteigerung um 25% an. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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