CH-Schluss: SMI erneut im Plus

CH-Schluss: SMI erneut im Plus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handelstag am Donnerstag erneut im Plus geschlossen. Der Leitindex SMI war nach einer festeren Eröffnung im Laufe des Tages auf unter 8’600 Punkte gefallen, konnte dann aber am Nachmittag wieder Boden gutmachen und bis zum Schluss das Tageshoch vom Morgen bei über 8’700 Punkten sogar noch toppen. Nachdem Beobachter den ersten Stimmungsumschwung ins Minus an Gewinnmitnahmen und neu aufgeflammten Deflationsängsten festgemacht hatten, sorgten später gute Konjunktur- und Unternehmensdaten aus den USA für Unterstützung.

So übertraf etwa das annualisierte Wachstum der US-Wirtschaft im dritten Quartal einer ersten Schätzung zufolge die Erwartungen klar und verlor damit weniger an Schwung als befürchtet. Zur Berichtszeit steht der Dow Jones 0,9% im Plus. Hierzulande standen die Industrietitel Geberit, Clariant und Sika nach der Zahlenvorlage zum dritten Quartal im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Der SMI schloss 0,75% höher bei 8’719,03 Punkten; das Tageshoch lag bei 8’728,02 Punkten kurz vor Handelsende. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg 0,80% auf 1’292,82 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,74% auf 8’583,66 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 27 im Plus und drei im Minus.

Geberit (+4,3%), Sika (+3,5%) und Clariant (+2,5%) setzten sich mit deutlichen Gewinnen bis zum Schluss an der Spitze der Blue Chips durch. Geberit erreichten im Laufe des Morgens gar ein neues Allzeithoch bei 324,20 CHF. Der Sanitärkonzern habe trotz der schwächeren Aktivitäten in der Bauindustrie in Europa das Wachstum auf einem überzeugenden Niveau halten können, hiess es etwa bei Analysten. Die Umsatzzahlen fielen insgesamt im Rahmen der Erwartungen aus, während die Gewinnziffern etwas besser als geschätzt waren.

Auch bei Sika zeigten sich die Beobachter vom Geschäftsverlauf im dritten Quartal überzeugt. Dank einem starken Beitrag aus Nord- und Südamerika sei der Umsatz gegenüber dem zweiten Quartal besser als erwartet ausgefallen, hiess es etwa. Die Gewinnentwicklung wird in Expertenkreisen gar als eindrücklich bezeichnet.

Bei Clariant wogen laut Analysten vor allem die überraschend erhöhten Gesamtjahresprognosen in Bezug auf das Umsatzwachstum positiv. Die im dritten Quartal erzielte Umsatz- und Gewinnentwicklung könne sich durchaus sehen lassen, hiess es zudem. Das organische Umsatzwachstum sei stärker als erwartet ausgefallen, was die Firmenverantwortlichen offenbar zu der leichten Anhebung der Jahresprognosen veranlasst habe.

Deutlich fester schlossen zudem Lonza (+2,4%), Baloise (+2,0%) und Galenica (+1,4%). Auch die Pharma-Schwergewichte Roche (+1,2%) und Novartis (+0,9%) holten bis zum Schluss auf und trugen am Ende massgeblich zum Plus des SMI bei. Auch die Pharmawerte Actelion (+1,3%) legten zu.

Das dritte Schwergewicht Nestlé (+0,4%) schloss leicht im Plus, aber unter dem Marktdurchschnitt. Die Titel des Lebensmittelkonzerns litten etwas unter einer Rückstufung der Citigroup auf ‚Neutral‘ von ‚Buy‘.

Holcim (+1,2%), die bis zur Mittagszeit zu den grössten Verlierern gehört hatten, konnten ebenfalls aufholen und gingen mit Gewinnen aus dem Handel. Erfreuliche Nachrichten waren am Nachmittag aus Indien gekommen: Die Holcim-Tochter Ambuja Cements verkündete ein deutlich verbessertes Ergebnis im dritten Quartal.

Verlierer der SMI/SLI-Titel waren am Donnerstag Transocean (-1,7%) sowie Julius Bär (-0,3%) und UBS (-0,2%). Die Titel der grössten Schweizer Bank würden u.a. ein Artikel in der „New York Times“ belasten, hiess es im Markt. Demnach untersuchen die US-Behörden, welche Banken die im Zusammenhang mit begangenen Verfehlungen abgeschlossenen Vergleiche und gemachten Versprechungen zur Besserung nicht einhalten oder eingehalten hätten. Auch Barclays und die UBS könnten so wieder ins Visier von US-Ermittlern und Staatsanwälten geraten. Credit Suisse (+1,0%) legten dagegen zu.

Im breiten Markt zogen Investorentage die Aufmerksamkeit auf Rieter (-5,3%) und Ascom (+2,9%). Rieter hatte im Vorfeld davon die Mittelfrist-Finanzziele etwas nach unten angepasst bzw. konkretisiert. Die Analysten der Bank Vontobel haben darauf bereits reagiert und das Rating auf ‚Hold‘ von zuvor ‚Buy‘ angepasst.

Ascom bestätigte indes die Ziele für das laufende Jahr und die Guidance für das nächste Jahr. Hoffnung schöpft das Management des Technologiekonzerns aus dem neuen Produkt für Spitäler namens Myco sowie dem technologischen Fortschritt im Telekombereich.

Ypsomed (+2,9%) profitieren vom Halbjahresergebnis 2014/15: Der Medtech-Konzern steigerte den Umsatz um 13% und verdoppelte den Reingewinn. (awp/mc/upd/ps)

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