CH-Verlauf: Leichtes Plus vor dem Wochenende
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt steht am späten Freitagvormittag leicht im Plus, gestützt unter anderem von den beiden Pharma-Schwergewichten. So zeichnet sich momentan der zweite positive Börsentag in Folge ab, was aber voraussichtlich an der negativen Gesamtbilanz der Woche nichts ändern dürfte. Zu gross waren die Einbussen nach der jüngsten Eskalation im Nahostkonflikt bis Mitte der Woche. Zuletzt hat sich die Situation aber eher wieder aufgehellt. Trotz aller Angriffe arbeiten Washington und Teheran laut der US-Regierung weiter an einer diplomatischen Lösung des Konflikts. Die Kommentatoren gehen denn auch mehrheitlich davon aus, dass sich diese jüngste Eskalation als begrenzt und von kurzer Dauer erweisen werde.
Die Episode sei aber so oder so noch nicht unbedingt vorbei, heisst es weiter dazu in Börsenkreisen. Die jüngste Entwicklung bestätige aber zwei Grundsätze für den Markt: Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran schwele weiter und werde wahrscheinlich in regelmässigen Abständen wieder aufflammen. Aber auch der sogennante TACO-Trade («Trump Always Chickens Out») bleibe im Spiel, was bedeute, dass Kursschwankungen an den Märkten in gewisser Weise selbstbegrenzend seien.
Ölpreis auf dem Rückzug
Die Ölpreise befinden sich entsprechend wieder auf dem Rückzug. Nachdem am Mittwoch der Preis für ein Fass der Sorte Brent erstmals seit über zwei Wochen wieder kurzzeitig über 80 US-Dollar geklettert war, sanken die Preise am Vortag bereits wieder kontinuierlich. Am Freitag hat sich der Preis auf mittlerweile unter 76 Dollar eingependelt.
Der Leitindex SMI notiert um 10.55 Uhr 0,16 Prozent höher bei 14’238,71 Punkten. Auf Wochensicht steht er derzeit rund 1,3 Prozent im Minus. Von den 20 Titeln notieren 25 höher und 5 tiefer. Der breite SPI steigt um 0,06 Prozent auf 20’010,89 Punkte, wogegen der Mid-Cap-Index SMIM um 0,13 Prozent auf 3114,36 Punkte zurückgeht.
Die grössten Gewinne verzeichnen derzeit Logitech (+2,3%). Aber auch Bauwerte wie Amrize (+1,8%), Holcim (+0,9%) oder Sika (+0,6%) sind gesucht.
Am meisten Auftrieb verleihen dem Gesamtmarkt indes die starken Roche (+0,8%) sowie in etwas geringerem Masse Novartis (+0,5%).
Auf der Gegenseite stehen ABB (-0,9%) am meisten unter Druck. Mit dem Titel geht es seit knapp drei Wochen stetig etwas nach unten. Allerdings hatten ABB damals bei über 89 Franken erst ihr neuestes Allzeithoch erreicht, sodass die Luft nach oben etwas knapp geworden ist. In der kommenden Woche wird das Unternehmen als eines der frühen die Halbjahreszahlen vorlegen.
Bei Richemont (-0,6%) hält das Auf und Ab der vergangenen Tage – knapp unter dem Jahreshoch – an. Der Luxusgüterkonzern wird kommende Woche über das erste Quartal berichten.
Nestlé sorgen zudem mit einem Minus von 0,6 Prozent dafür, dass der SMI nicht zu stark nach oben geht.
Im breiten Markt rücken EMS-Chemie um 3,4 Prozent vor. Der Spezialchemiekonzern kommt mit den am Morgen vorgelegten Zahlen gut am Markt an. Zwar hat EMS im ersten Semester etwas weniger umgesetzt, dafür aber höhere Mengen verkauft und mehr verdient. Gleichzeitig wurde die Prognose für das laufende Jahr leicht erhöht. Die Analysten zeigen sich denn auch weitestgehend zufrieden mit den vorgelegten Ergebnissen.
Weiter nach unten geht es dafür mit Barry Callebaut (-2,3%), die am Vortag mit den Neunmonatszahlen bereits mehr als 4 Prozent verloren hatten. Am Freitag hat Barclays das Kursziel für die Aktien gesenkt und gleichzeitig die Einstufung «Underweight» bestätigt. Die vorsichtige Haltung begründet der zuständige Analyst mit der anhaltend schwachen Endnachfrage sowie nach zuletzt wieder gestiegenen Kakaopreisen.
DocMorris (-0,6%) sind bereits am Vortag unter Druck geraten. Die Aktien haben auch vor dem Wochenende einen schweren Stand, weil die Online-Pläne der Drogeriemarktkette Rossmann für Nervosität sorgen. (awp/mc/pg)