CH-Schluss: Fest – Schwache Roche bremsen

CH-Schluss: Fest – Schwache Roche bremsen

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat zur Wochenmitte fest geschlossen und setzte damit die zu Wochenbeginn eingeleitete Kurserholung fort. Nach positiven Vorgaben aus Übersee startete der Leitindex SMI am Mittwoch bereits mit Gewinnen in die Sitzung und weitete diese im Laufe des Vormittags deutlich aus. Der entscheidende Kurstreiber seien überraschend positiv ausgefallene Konjunkturdaten aus China gewesen, hiess es im Handel. Im Tagesverlauf büsste der SMI dann aber an Schwung ein, und im letzten Handelsviertel bröckelten die Gewinne mit ins Minus drehenden Roche-Bons sogar zusehends ab.

Die am Nachmittag veröffentlichten Makrozahlen aus den USA wurden in der Summe positiv aufgenommen. Dabei hatte sich die Stimmung am Häusermarkt stärker als erwartet aufgehellt, und die Konsumentenpreise legten ebenfalls stärker als erwartet zu. Einen Dämpfer erhielt das Sentiment, nachdem bekannt wurde, dass in China erstmals ein Zahlungsausfall bei einer grösseren Unternehmensanleihe drohe. Die Baufirma Huatong Road & Bridge Group warnte am Mittwoch, Zinszahlungen und Tilgung des Papieres mit einjähriger Laufzeit seien gefährdet.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,50% höher auf 8’617,07 Punkte. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte 0,67% auf 1’309,62 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,53% auf 8’526,41 Zähler zu. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen bis auf drei alle im Plus.

Von der Risikobereitschaft der Anleger profitierten in erster Linie zyklische Papiere wie Transocean (+2,3%), Geberit (+1,5%), Sonova (+1,5%) und Schindler (+1,1%). Die Luxusgüteraktien Richemont (+1,4%) wurden zudem von einer vorteilhaften Marktentwicklung in China angetrieben: Dort seien die Schmuckverkäufe nämlich weniger stark als befürchtet zurückgegangen, wovon die im High-End-Segment positionierte Richemont besonders profitiere, so ein Händler. Die Titel der Branchennachbarin Swatch (+0,4% auf 525,00 CHF) profitierten für einmal nicht davon, zumal Helvea das Kursziel auf 640 CHF von 660 CHF gesenkt hatte.

Ganz oben im SMI/SLI-Tableau schlossen auch die Grossbankentitel CS (+1,9%) und UBS (+1,1%), die die Aufwärtstendenz der vergangenen Tage unvermindert fortsetzten. Für Rückenwind sorgten nach den in der laufenden Woche vorgelegten positiven Quartalsergebnisse der US-Banken Citigroup, JP Morgan und Goldman Sachs am Berichtstag auch die Zahlen der Bank of America, die besser als erwartete Fortschritte im Tagesgeschäft machte.

Syngenta verteuerten sich um 0,9% auf 328,70 CHF. Die CS hatte ihre Rating-Einschätzung für die Agrochemie-Papiere auf «Outperform» (zuvor «Neutral») und das Kursziel auf 365 (355) CHF angehoben. Der Konzern dürfte von der Erholung des brasilianischen Marktes profitieren und so die Profitabilität verbessern, heisst es in der Begründung. Ganz anders sieht dies die Bank Berenberg, die das Rating auf «Hold» von bislang «Buy» und das Kursziel um 100 CHF auf 350 CHF senkte und Marktanteilsverluste in den USA befürchtet.

Bei den Verlierern reihten sich am Ende neben Holcim (-0,4%) und SPS (-0,1%) auch die schwergewichtigen Roche-Bons (-0,6%) ein, die die meiste Zeit des Tages allerdings fester notiert hatten. Im Handel kursierten am späten Nachmittag Gerüchte, der Pharmakonzern habe mit einem neuen Alzheimer-Medikament einen Rückschlag erlitten. Dies habe auf den Kurs gedrückt und sei für einen grossen Teil der Abgaben im SMI verantwortlich gewesen. Roche bestätigte die Gerüchte nach Handelsende. Branchennachbar Novartis (Aktien +0,6%) wird am (morgigen) Donnerstag über den Geschäftsverlauf im zweiten Quartal berichten. Daneben stehen dann bei den Blue Chips auch noch die Halbjahreszahlen von Givaudan (Aktie: +1,0%) und SGS (+0,2%) auf dem Programm.

Im breiten Markt fielen Cembra Money Bank (-5,0%) zurück. Die Kleinkreditbank steht wegen Anschuldigungen des Verstosses gegen das Bankgeheimnis nun auch im Visier der Zürcher Justiz, nachdem bereits die Finma eine Untersuchung eingeleitet hatte. Die Titel waren im Handelsverlauf zwischenzeitlich über 12% abgestürzt. Auffallend schwach schlossen zudem Edisun (-9,3%) und Myriad (-6,8%).

Bei den Gewinnern standen ohne News Santhera (+11,8%) und Mikron (+5,8%) an der Spitze. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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