CH-Schluss: Erneut im Plus

CH-Schluss: Erneut im Plus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Freitag erneut mit Kursgewinnen beendet. Nach einem klaren Plus zur Eröffnung büssten die Indizes im Lauf des Morgens die Gewinne wieder ein, um danach – vor allem am späteren Nachmittag – wieder zuzulegen. Während Nestlé den Gesamtmarkt erneut nach oben zogen, belasteten die relativ klaren Abgaben bei Roche die hiesigen Indizes. Die Stimmung sei insgesamt aber recht freundlich gewesen, hiess es am Markt.

Das wieder anziehende Wirtschaftswachstum in China habe die Märkte vor allem in der Eröffnungsphase gestützt, am Nachmittag habe dann die freundliche Eröffnung an der Wall Street für weitere Impulse gesorgt, hiess es. Der breite US-Index S&P 500 erreichte dabei eine neue Bestmarke, und der Leitindex Dow Jones hatte nach einem etwas leichteren Handelsstart ins Plus gedreht. Nach dem vorerst abgewendeten Finanzdebakel in den USA würden die Anleger nun auch wieder mehr auf die Berichtssaison der Unternehmen fokussieren, so Händler. So hätten mehrere US-Konzerne mit ihren Quartalsbilanzen überzeugt, was gut aufgenommen worden sei.

Zum Handelsschluss gewann der Swiss Market Index (SMI) 0,65% auf den Stand von 8`084,65 Punkten, im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von gar 1,9%. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg am Freitag mit +0,85% auf 1`236,40 Punkte etwas deutlicher als der SMI, dies vor allem wegen der beschränkten Gewichtung des Schwergewichtes Roche. Der breite Swiss Performance Index (SPI) zeigte zudem ein Plus von 0,70% auf 7`683,08 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notierten zum Schluss 26 im Plus, drei im Minus und einer unverändert.

Bei den wichtigsten Einzelwerten stachen die Papiere des Lift- und Rolltreppen-Herstellers Schindler heraus. Dieser wendet mehr als eine Milliarde Franken zum Rückkauf eigener Namenaktien und Partizipationsscheine (PS) auf. Der angebotene Festpreis liegt dabei um mehrere Prozentpunkte über dem Schlusskurs vom Donnerstag. Sowohl die im SLI enthaltenen PS wie auch die im SPI vertretenen Namenaktien der Innerschweizer rückten um 4,3% vor. Der Rückkauf sei angesichts des Netto-Cash-Bestands von 2,3 Mrd CHF per Ende 2012 gut verdaubar, meinte die ZKB.

Für rund die Hälfte des SMI-Gewinnes waren ausserdem die Papiere von Nestlé zuständig. Der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller hatte am Vortag im Rahmen der Neunmonatsberichterstattung mit einem für Analysten überraschend optimistischen Ausblick überzeugt, was der Aktie bereits am Donnerstag Kursgewinne von 3% beschert hatte. Am Berichtstag legten die bezüglich Kapitalisierung wichtigsten Schweizer Aktien erneut 1,4% zu.

Im Nachgang zu den ebenfalls am Vortag gezeigten Unternehmenszahlen sanken Roche dagegen um 0,9%. Die Aktie des Branchennachbarn Novartis, der am kommenden Dienstag sein Quartalsergebnis präsentieren wird, lagen die meiste Zeit auch im Minus, schlossen aber unverändert. Hier hat Barclays bei einer bestätigten Verkaufsempfehlung das Kursziel leicht gesenkt. Der zuständige Analyst rechnet mit zunehmendem Margendruck, getrieben von steigenden Kosten und einem veränderten Produktemix.

Mit Zahlen hatten am Donnerstag ausserdem Syngenta (-0,4%) und Actelion (+1,7%) aufgewartet. Für die Aktie des Agrarchemiekonzern haben am Berichtstag diverse Analysehäuser ihre Kursziele gesenkt. Bei Actelion, die am Vortag stark eingebüsst hatten, kam es zu einer deutlichen Gegenbewegung. Hier richte sich der Blick schon auf den Montag, hiess es: Dann wird spätestens der US-Behördenentscheid für das Medikament Opsumit erwartet, den Nachfolger des Hauptumsatzträgers Tracleer.

Die Grossbanken profitierten von den um die Mittagszeit präsentierten, guten Zahlen des US-Konkurrenten Morgan Stanley, wobei vor allem die Credit Suisse (+2,4) zulegte. Die zweitgrösste Schweizer Bank wird am Donnerstag ihre Ergebnisse präsentieren, ein paar Tage später folgt dann die UBS (+0,7%). Kursmässig zwischen CS und UBS platzierten sich Julius Bär (+1,5%).

Die grössten Gewinner neben Schindler und CS gingen derweil an Richemont (+2,4%), Lonza (+2,2%) und Geberit (+2,1%). ABB (+1,4%) wurden ausserdem von guten Zahlen von General Electric etwas getrieben. Zu den Verlierern gehörten neben den erwähnten Werten einzig noch Kühne+Nagel.

Im breiten verloren Meyer Burger 5,8%. Der Solarzulieferer stellt per Anfang 2013 seine Berichterstattung von IFRS auf Swiss GAAP FER um. Grössere Gewinne gab es u.a. für Schlatter (+7,1%) oder Orascom (+6,9%. (awp/mc/cs)

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