CH-Schluss: Etwas leichter

CH-Schluss: Etwas leichter

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit leichten Verlusten aus dem Handel gegangen. Bei einem an sich freundlichen Grundton für die Dividendenpapiere waren hierzulande Abgaben in den defensiven Schwergewichten der Hauptgrund für die rückläufige SMI-Entwicklung. Banken waren hingegen gesucht. Die am Nachmittag publizierten Konjunkturdaten aus den USA haben die Aktienkurse kaum bewegt. So ist die Beschäftigung des Privatsektors (ADP) im November schwächer gestiegen als erwartet, wogegen sich die Stimmung der Dienstleister überraschend verbessert hat.

Leicht positiven Signalen für eine aktivere Wirtschaftsförderung der neuen chinesischen Regierung stand am Berichtstag die anhaltende Unsicherheit um die Haushaltsfrage in den USA als bremsender Faktor gegenüber, sagten Börsianer. Um möglicherweise eine Weihnachtsrallye zu starten, müsste zunächst der Haushaltsstreit in den USA gelöst werden, sagten Experten. Bevor dieser nicht gelöst sei, werde sich wohl kein Investor zu weit aus dem Fenster lehnen, hiess es.

Der Blue Chip-Index SMI büsste am Mittwoch 0,02% auf 6’852,04 Punkte ein. In den ersten Handelsminuten war der Leitindex noch mit knapp 6’877 Zählern auf einen neuen Jahreshöchststand geklettert. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) rückte dank der geringeren Gewichtung von Nestlé und Co um 0,11% auf 1’039,89 Zähler vor. Im SLI standen 19 Gewinner 11 Verlierern gegenüber. Der breite Swiss Performance Index (SPI) stieg um 0,05% auf 6’305,55 Punkte.

Der hiesige Börsenplatz wurde insbesondere von Abgaben in den defensiven Indexschwergewichten belastet. So büssten die Papiere des Nahrungsmittelmultis Nestlé 0,3% ein. Die Pharmawerte Novartis (-0,1%) und Roche (+0,2%) tendierten uneinheitlich, letztere wurden etwas von einer Kurszielerhöhung durch JP Morgan gestützt. Auch andere defensive Werte wie Givaudan (-0,4%) figurierten auf den Verkaufszetteln.

Mit Aufschlägen wurden hingegen viele zyklischen Aktien gehandelt. Die zuletzt wieder gestiegene Risikobereitschaft wird von Händlern einerseits mit der Aussicht auf eine aktivere Wirtschaftsförderung der neuen chinesischen Regierung begründet. Zudem habe sich auch die Lage Griechenlands etwas beruhigt. So zogen Lonza um 2,2%, Holcim um 1,1%, Sika um 0,9%, Clariant um 0,9%, Sulzer um 0,8% und Adecco um 0,5% an.

Die Luxusgüteraktien von Richemont (-0,3% auf 71,85 CHF) gaben hingegen nach einer Abstufung durch die Bank Vontobel auf «Hold» von «Buy» Terrain preis. Die Titel weisen gemäss dem Analysten seit Jahresbeginn eine äusserst gute Performance auf und hätten das Kursziel von 72 CHF bereits erreicht. Die Konkurrenzpapiere von Swatch sanken gar um 1,0%.

Unter Druck standen auch die Aktien von Swiss Re, die sich um 1,1% verbilligten. Beim Rückversicherer machen Spekulationen die Runde, wonach es im Rahmen des 2013 auslaufenden Quota-Share-Abkommens im Kerngeschäft Rückversicherungen mit Berkshire Hathaway zu Unstimmigkeiten gekommen ist. Experten rechnen gar damit, dass Berkshire die Swiss Re auf Schadenersatz einklagen könnte. Zurich Insurance schlossen 0,1% fester.

Ansonsten waren Finanzaktien jedoch gesucht. Steigende Tendenz weisen vor allem die Grossbankenaktien Credit Suisse (+1,3%) und UBS (+1,4%) auf.

Im breiten Markt fielen Valiant mit einem Kursplus von 6,0% auf. Die Bankengruppe bestätigte am Berichtstag, dass sie Fusionsgespräche mit der Berner Kantonalbank (BEKB) führt. Die BEKB-Titel gaben leicht um 0,8% nach.

Der Verpackungsmaschinenhersteller Bobst (Aktie +0,4%) hat an einem Analysten- und Medientag die Umsatzerwartung für das laufende Jahr konkretisiert. Weiter dürfte der EBIT im Rahmen des Vorjahres ausfallen oder leicht darüber, ebenso der Reingewinn. Acino gab ebenfalls an einem Investorentag eine Guidance für 2013 und darüber hinaus ab; die Aktien stiegen um 0,7%

Hochdorf gewannen 4,2% hinzu. Der Milchverarbeiter hat in China einen weiteren grossen Auftrag gewonnen. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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