CH-Schluss: SMI schliesst nach richtungslosem Handel leicht im Plus

Boerse
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag einen etwas richtungslosen Handel leicht im Plus beendet. Die Stimmung bleibe fragil, nachdem das Protokoll der US-Notenbank Fed am Mittwoch signalisiert habe, dass die inflationshemmenden Zinserhöhungen trotz einer sich abschwächenden Wirtschaft fortgesetzt werden sollen, hiess es aus dem Markt. Die Fed-Mitglieder hätten zwar angedeutet, dass die Zinsen irgendwann langsamer steigen könnten, hätten aber auch auf die Gefahr hingewiesen, dass sich der Inflationsdruck verfestigen könnte.

Das Fed-Protokoll zeige, dass es der Ausschuss «ab einem gewissen Punkt gerechtfertigt findet, die Geschwindigkeit der Zinserhöhungen zu reduzieren», kommentieren die Analysten der Landesbank BayernLB. «Dies war der ausschlaggebende Satz für den Markt, seine Zinserwartungen zurückzuschrauben.» Es sei aber niemand im Komitee dazu geneigt, die Möglichkeit von Zinssenkungen auch nur in Erwägung zu ziehen, sagte ein anderer Stratege. Das Fed werde wohl die Zinserhöhungskampagne fortsetzen, bis es die Inflation in den Griff bekomme. Und dies dürfte wohl auch für Europa gelten. Die am Nachmittag veröffentlichten wöchentlichen US-Arbeitsmarkts- und Konjunkturdaten bewegten die Börsen kaum.

Der SMI schloss um 0,35 Prozent höher bei 11’167,59 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, legte um 0,42 Prozent auf 1720,58 Punkte zu. Der breite SPI stieg um 0,38 Prozent auf 14’438,45 Zähler. Im SLI standen bei Handelsschluss 21 Gewinner 9 Verlierern gegenüber.

An der Spitze der Gewinner standen Technologiepapiere und konjunktursensitive Titel: AMS Osram legten um 2,8% zu, nachdem sie am Vortag noch um über 6 Prozent eingebrochen waren. Der Kurs der arg gebeutelten Aktie profitierte davon, dass Verwaltungsrat Wolfgang Leitner für 3,3 Millionen Franken Titel des Technologielieferanten gekauft hat.

Hinter AMS Osram verzeichneten auch Kühne+Nagel (+2,5%), VAT (+2,1%), Schindler PS (+1,8%) oder ABB (+1,3%) deutliche Aufschläge. Allerdings hatten auch sie am Vortag teils erhebliche Kursverluste erlitten.

Ebenfalls fester zeigten sich Lonza (+2,4%), die im Kielwasser der starken Ergebnisse von Siegfried (+15,7%) nach oben gezogen wurden, wie Marktbeobachter sagten. Der Pharmazulieferer hat die Analystenerwartungen geschlagen und sich gleich auch höhere Ziele gesetzt. Siegfried konnte im ersten Halbjahr die höheren Kosten rasch an die Kunden weitergeben. Aus der Branche waren auch Bachem (+3,0%) und Polypeptide (2,4%) gesucht, wobei Polypeptide am (morgigen) Freitag Geschäftszahlen präsentieren wird.

Roche (+1,0%) waren ebenfalls eine Stütze des SMI, während die anderen Schwergewichte Novartis (-0,2%) und Nestlé (-0,4%) im roten Bereich schlossen.

Am Schluss der Bluechips-Tabelle lagen Geberit (-1,4%) und Straumann (-1,0%). Der Sanitärtechnikkonzerns hat im Halbjahr zwar sein Wachstumstempo gehalten, die höheren Kosten schlugen aber auf die Margen. Das zweite Quartal 2022 sei eines der schwächsten Jahresviertel für Geberit gewesen. Auch die Angaben zum Ausblick seien eine Enttäuschung, kommentierte Goldman Sachs. Immerhin haben die Aktien des Unternehmens aus Jona ihre Verluste im Handelsverlauf eingegrenzt. Das Management hat an der Telefonkonferenz weitere Preiserhöhungen in Aussicht gestellt.

Auch Richemont (+0,7%) und Swatch (+1,2%) legten zu. Sie erhielten Rückenwind von den Uhrenexporten, die im Juli um 8,3 Prozent gestiegen sind.

Grössere Kursaufschläge gab es auf den hinteren Rängen: Zur Rose kletterten um 8,4 Prozent. Die Versandapotheke will die Gewinnschwelle früher als zuletzt angekündigt, nämlich bereits 2023, erreichen und braucht auch kein zusätzliches Kapital. Die Aktien von Meyer Burger stiegen um 4,7 Prozent. Der Solarmodulhersteller hat im ersten Halbjahr 2022 zwar erneut rote Zahlen geschrieben, aber dafür einen Grossauftrag aus den USA an Land gezogen.

Dagegen tauchten Emmi um 3,7 Prozent ab. Der Nahrungsmittelhersteller hat im Halbjahr zwar erstmals die Umsatzmarke von 2 Milliarden Franken geknackt. Doch wegen der hohen Rohstoff- und Energiepreise fiel der Gewinn tiefer aus als erwartet. Zudem hat Emmi die EBIT-Prognose gesenkt. Addex fielen um 5,0 Prozent, nachdem das Unternehmen den Quartalsverlust ausgeweitet hat. (awp/mc/hfu)

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