CH-Schluss: SMI schliesst kaum verändert

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag kaum verändert beendet. Der SMI eröffnete die Sitzung zunächst mit etwas höheren Kursen und durchbrach zeitweise gar die 9’000-Punkte-Marke nach oben, verlor aber im Laufe des Tages immer mehr an Schwung. Hierzulande belasteten Swatch sowie die schwergewichtigen Nestlé. Demgegenüber stützten Roche – ebenfalls nach Zahlen – und Novartis den Leitindex. Die europäischen Märkte insgesamt verarbeiteten noch das Statement der US-Notenbank vom Vorabend: Das Fed hatte ihren Leitzinssatz erwartungsgemäss unverändert belassen, signalisierte aber – angesichts der höheren Unsicherheiten mit Blick auf die Konjunktur – eine «geduldige» Vorgehensweise bei künftigen Zinsanpassungen.

Als Belastung werteten Händler am Donnerstag hingegen eine enttäuschende Gewinnprognose des US-Chemiekonzerns DowDuPont. In Europa drückten zudem Nachrichten zur Deutschen Bank auf die Stimmung: Einen Tag vor deren Jahreszahlen berichtete Bloomberg aus informierten Kreisen, dass sich das Management offenbar zur Jahresmitte auf eine Fusion mit der Commerzbank als einzige verbleibende Option einstelle, sollte bis dahin keine Trendwende gelingen. Damit stellten sich die Anleger bereits auf erneut schwache Geschäftszahlen ein.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,04 Prozent höher bei 8’969,27 Punkten, im Tageshoch war der Index bis auf knapp 9’013 Zähler vorgestossen. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) hingegen büsste 0,43 Prozent auf 1’388,46 Punkte ein, und der breite Swiss Performance Index (SPI) legte wiederum 0,05 Prozent auf 10’514,35 Punkte zu. Von den 30 wichtigsten Werten gaben 19 nach und elf legten zu.

Swatch (-6,1%) gerieten stark unter Druck, nachdem der Uhrenhersteller – wie meist ohne vorherige Ankündigung – am Morgen seine Schlüsselzahlen für das vergangenen Jahr veröffentlicht hatte. Vor allem mit den Gewinnzahlen wurden die Schätzungen bei weitem verfehlt. «Ein Weihnachtsquartal zum vergessen» kommentierte die ZKB und stufte den Titel auf «Untergewichten» zurück.

Die Papiere des Genfer Konkurrenten Richemont (-1,0%) wurden in Sippenhaft genommen.

Deutlich ins Minus drehten zudem Adecco (-2,2%) am Nachmittag, nachdem der Personaldienstleister Manpower – einer der Hauptkonkurrenten der Schweizer – einen rückläufigen Zahlen für das vierte Quartal 2018 ausgewiesen hatte.

Auch die Bankenwerte Credit Suisse (-3,3%), Julius Bär (-2,5%) und UBS (-1,9%) gaben ab. Am Nachmittag wurde bekannt, dass die EU-Kommission acht Banken verdächtigt, sich womöglich an einem Kartell beim Handel mit europäischen Staatsanleihen beteiligt zu haben. Ob die beiden hiesigen Grossbanken ebenfalls betroffen sind, ist jedoch unbekannt.

Zu den Bär-Papieren hiess es im Handel, diese seien im Zuge aufkeimender Ergebnisängste unter Verkaufsdruck geraten. Die drittgrösste Schweizer Bank legt am kommenden Montag das Jahresergebnis vor.

Zu den Verlierern gehörten bei den Top 30 auch Nestlé (-0,5%). Hier drückten die zum Teil enttäuschenden Zahlen des Konkurrenten Unilever etwas auf den Kurs.

Sehr gut aufgenommen wurde dagegen der Zahlenkranz von Roche (+2,5%). Der Basler Pharmariese hatte den AWP-Konsens mit seinem Kerngewinn klar übertroffen. Auch die Guidance für das laufende Jahr 2019 sei höher ausgefallen als am Markt zuvor erwartet, kommentierten Analysten. «Roche feuert auf allen Zylindern», hiess es.

Novartis (+1,1%) waren ebenfalls gesucht. Am Vortag waren Zahlen des Pharmakonzern anfänglich schlecht aufgenommen worden, bis zum Handelsschluss am Mittwoch hatte sich der Kurs dann aber wieder erholt.

Lonza (+1,2%) – ebenfalls nach Zahlen am Mittwoch und einem Minus von 7 Prozent – warteten trotz einer Herunterstufung auf «Neutral» von «Buy» durch Merrill Lynch mit einer Kurserholung auf. Händler verwiesen dabei auf eine Tradingkaufempfehlung durch die Deutsche Bank, welche Schlimmeres verhindert habe. Ausserdem bestätigten Vontobel, CFRA und Jefferies am Donnerstag ihre Kaufempfehlung für Lonza.

Am breiten Markt präsentierten die Kantonalbanken von Luzern (Aktien 1,5%) und Bern (1,2%) ihre Jahresabschlüsse. Zudem publizierte Bucher (+0,1%) Umsatzzahlen und erste Angaben zur Profitabilität. (awp/mc/pg)

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