CH-Verlauf: Deutliche Schwankungen – SMI nach Iran-Aussagen leicht im Plus

CH-Verlauf: Deutliche Schwankungen – SMI nach Iran-Aussagen leicht im Plus
(Adobe Stock)

Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt hat sich am Donnerstag im Vormittagshandel ein recht volatiler Handel gezeigt. Die Nervosität angesichts des Iran-Kriegs ist weiterhin hoch. Es sei derzeit sehr schwer abzuschätzen, wie weit die Eskalationsspirale noch gedreht werde. Zuletzt kam positive Bewegung in die Märkte angesichts eines Posts des stellvertretenden iranischen Aussenministers auf der Plattform X. Demzufolge sei der Iran bereit, sein Atomprogramm aufzugeben, wenn die USA ein attraktives Alternativangebot unterbreiteten.

«Bei den kleinsten Hinweisen auf ein Ende des Konflikts gibt es sofort Gewinne, andersherum sind die Verluste bei neuen Hiobsbotschaften ebenfalls hoch», kommentierte ein Händler. Die Stimmung sei fragil und noch gebe es keine wirklichen Anzeichen für ein nahes Ende des Konflikts. Trotz des klaren Fokus auf der unsicheren Lage im arabischen Raum dürten auch die anstehenden Konjunkturdaten am Nachmittag Beachtung finden. Vor dem morgigen offiziellen US-Arbeitsmarktbericht stehen am heutigen Nachmittag noch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Fokus. Und aktuell werde jedes Datenfragment auf die Goldwaage gelegt, so der Tenor am Markt.

Ölpreise bleiben hoch, Indizes schwanken
Die seit dem Kriegsbeginn stark gestiegenen Ölpreise bleiben auch weiter auf hohem Niveau, wenn auch die Rekordstände nicht mehr ganz erreicht wurden. «Trotz der von Trump angekündigten Absicherung der Öltanker ist der Verkehr in der Strasse von Hormus aktuell völlig zum Erliegen gekommen», sagte ein weiterer Börsianer.

Dies sei gerade für viele asiatische Länder ein grosses Problem. So müsse beispielsweise Südkorea 97 Prozent seiner Energie importieren – einen Grossteil davon durch die Strasse von Hormus. «Und an den massiven Schwankungen des dortigen Aktienindex Kospi um rund 12 Prozent nach unten und oben sieht man, dass die Lage derzeit alles andere als gut ist», heisst es von Experten.

Auch hierzulande zeigen die Indizes eine erhöhte Volatilität. So schwankte der Leitindex SMI im Vormittagshandel zwischen 13’388 und 13’558 Punkten, gegen 10.50 Uhr lag er mit 0,08 Prozent auf 13’522,09 Punkte leicht im Plus. Gewinner und Verlierer halten sich in etwa die Waage. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte zieht derweil um 0,44 Prozent auf 3084,32 Punkte an und der breite SPI steht mit 0,16 Prozent auf 18’649,41 Punkte leicht grünen Bereich.

Galderma strahlen
Von den Bluechips gibt es am heutigen Handelstag keine stark treibenden Nachrichten. Holcim (+1,7%) liegen an der Spitze im SMI zu und stützen sich damit auf einen Analystenkommentar von Barclays. Am Indexende bekommen derweil Kühne+Nagel (-1,8%) die auf der ganzen Branche lastenden Sorgen wegen des Nahostkonflikts und den Auswirkungen auf den globalen Handel zu spüren. Hinzu kommen Zahlen von Konkurrent DHL.

Indes überstrahlen Galderma (+8,6%) bei den Midcaps nach ihren Jahreszahlen die ansonsten etwas gedämpfte Stimmung. Vor allem der positive Ausblick getragen vom Hoffnungsträger Nemluvio kommt gut an.

In Sippenhaft mit der Konkurrenz werden derweil Sonova (-4,6%) genommen. Der italienische Hörgerätehersteller Amplifon hatte einen Gewinnrückgang vermeldet, was dessen Aktien in Mailand auf Talfahrt schickte.

Uneinheitlich entwickeln sich Technologietitel nach guten Zahlen von Apple-Zulieferer Broadcom. So verlieren VAT (-1,4%) und Comet (-0,2%), während AMS Osram (+3,7%) und Inficon (+1,4%) zulegen.

Zweite Reihe mit einigen Bilanzen
Unter den kleineren Werten legten zahlreiche Unternehmen ihre Zahlen vor. Auf positives Echo stiess dabei der Umsatzsprung von Wisekey (+12,7%). Gefragt sind auch die Titel des Haushaltsgeräteherstellers V-Zug (+1,8%), obwohl sich die Profitabilität massiv verschlechterte.

Hingegen enttäuschten Cicor (-7,3%) mit dem Ausblick. Bei Bossard (-3,7%) lösten die in etwa wie erwartet ausgefallenen Ergebnisse ebenfalls keine Begeisterungsstürme aus. (awp/mc/ps)

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