CH-Schluss: Leicht im Plus

CH-Schluss: Leicht im Plus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag trotz der politischen Unsicherheiten in den USA und in Europa zulegen können. Die teilweise Schliessung zahlreicher US-Behörden in der Folge des Budgetstreits wie auch die instabile Lage in Italien hätten die Investoren nicht pessimistisch stimmen können, hiess es von Marktbeobachtern. Die Entwicklung in Washington sei angesichts des wochenlangen Patts im Kongress absehbar gewesen.

Zudem bleiben in den USA nun noch rund zwei Wochen zum Erreichen einer Einigung bis zum Auslaufen der Schuldenlimite. Die Investoren erwarteten, dass die Politiker schlussendlich zu einer Einigung kämen, hiess es am Markt: Viele hätten die jüngsten Rücksetzer nun auch zum Einstieg genutzt. Am Nachmittag gaben freundliche Konjunkturdaten aus den USA den Aktienmärkten noch einen weiteren Schub nach oben: So hat sich die Stimmung in der US-Industrie weiter aufgehellt.

Der Swiss Market Index (SMI) lag zum Handelsschluss 0,45% im Plus auf 8’059,01 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte um 0,62% auf 1’230,18 zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewann 0,49% auf 7’649,67 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln standen zum Schluss 23 im Plus, sechs im Minus und einer unverändert.

Zu den deutlichsten Gewinnern bei den Bluechips gehörten am Dienstag die Bankentitel. Credit Suisse gewannen 2,9%, Julius Bär gingen 2,6% fester aus dem Handel und UBS legten 1,6% zu. Am Vortag hatten die Bankenwerte allerdings wegen des US-Budgetstreits noch klar nachgegeben. In Handelskreisen wurde zudem von Käufen von Bankenaktien im Hinblick auf besser als erwartete Neunmonatsergebnisse der Institute berichtet.

Auch Clariant (+2,4%) gehörten zu den Tagesgewinnern. Der Chemiekonzern konnte den Verkauf seiner drei Geschäftssparten Textilchemikalien, Papierspezialitäten und Emulsionen vermelden, wobei er aber etwas weniger erlöste als angenommen. Dies unterstreiche nur die Notwendigkeit dieser Veräusserung, hiess es in einem Analystenkommentar. Auslöser der Kursgewinne dürfte aber eine Kurszielerhöhung durch die Citigroup bei einer unveränderten «Buy»-Empfehlung gewesen sein.

Auch weitere Zykliker wie Adecco (+1,6%), Transocean (+1,5%) oder Geberit (+1,1%) verzeichneten klare Aufschläge. Fester schlossen zudem Versicherungstitel, allen voran Swiss Life (+2,0%) und Bâloise (+1,0%).

Bei den defensiven Titeln legten Roche 0,7% zu. Der Pharmakonzern hielt in London einen Investorentag ab, bei dem er über Fortschritte in seiner Medikamentenpipeline informierte. Auch ausserhalb des Therapiebereichs Onkologie habe Roche «viel versprechende» Produktekandidaten, versicherten die Manager. Rückenwind für die Titel gab aber vor allem eine Indikationserweiterung der US-Gesundheitsbehörde FDA für das Brustkrebsmedikament Perjeta.

Bei den weiteren Schwergewichten schlossen Novartis unverändert und Nestlé (-0,2%) gaben leicht nach. Die Abgaben in Nestlé wurden im Handel mit der enttäuschenden Geschäftsentwicklung des britisch-niederländischen Konkurrenten Unilever im dritten Quartal erklärt. Nestlé-CEO Paul Bulcke erklärte unterdessen an einem Investorentag in Vevey, das Investitionstempo des Nahrungsmittelriesen zu drosseln und sich von unprofitablen Geschäften trennen zu wollen.

Deutlichste Verlierer im SLI waren die Titel der Hörgeräteherstellerin Sonova (-2,6%). Das Aktienresearch von Citigroup hat das Rating im Rahmen einer Branchenstudie und nach einem Gespräch mit dem CEO auf «Neutral» von «Buy» zurückgestuft. Die aktuelle Bewertung widerspiegle das Umsatz- und Gewinnwachstum vollumfänglich, kommentierten die Experten.

Am breiten Markt konnten Aryzta (+2,0%) nach dem Kursanstieg vom Vortag erneut zulegen. Kursgewinne verbuchten auch Nobel Biocare (+3,4%). Die Citigroup-Analysten glauben, dass das Schlimmste des Konjunkturabschwungs hinter dem Zahnimplantatehersteller liegt. In einer Studie haben sie ihr Kursziel für die Titel erhöht, bleiben aber beim Rating «Neutral».

Schmolz+Bickenbach (-69%) wurden per Anfang Oktober im Rahmen der im September beschlossenen Kapitalerhöhung erstmals ohne Bezugsrechte für die neuen Namenaktien gehandelt. (awp/mc/pg)

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