CH-Schluss: Pharmaschwergewichte setzen SMI zu

Boerse
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch uneinheitlich abgeschlossen. Während die deutlichen Kurseinbussen der Pharmaschwergewichte den Leitindex SMI unter Druck setzten, konnte der breiter gefasste und um den Einfluss der schwergewichtigen Titel teilweise bereinigte SLI zulegen. Der Entscheid der US-Regierung, die Kosten für eine neue Alzheimer-Behandlung zu begrenzen, kam bei Anlegern von Pharmaaktien schlecht an. Dagegen beeinflusste der weitere Anstieg der US-Inflation das Geschehen zumindest am Aktienmarkt kaum.

Die Märkte seien im neuen Jahr noch auf Richtungssuche und sehr schwankungsanfällig, sagte ein Händler zur allgemeinen Marktlage. Zu reden gab die US-Inflation, die im Dezember weiter in die Höhe geklettert war. Der Anstieg der Konsumentenpreise gegenüber dem Vorjahr um 7,0 Prozent war jedoch von den Auguren in etwa so erwartet worden. Angesichts der hohen Inflation will die US-Notenbank die Zinsen anheben, wobei Bankökonomen nach den jüngsten Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell von mindestens drei, wenn nicht vier Zinsschritten in diesem Jahr ausgehen.

Zu Börsenschluss lag der SMI 0,31 Prozent tiefer bei 12’670,47 Punkten. Damit konnte er die Marke von 12’700 Stellen, die er während des Handels mehrmals überschritten hatte, nicht bis zum Schluss halten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind und die Schwergewichte stärker gekappt, gewann 0,19 Prozent auf 2037,74 Punkte. Und der breite SPI schloss 0,11 Prozent tiefer bei 16’095,77 Punkten. Im SLI standen sich zum Schluss 18 Gewinner und 12 Verlierer gegenüber.

Während die Inflationsdebatte die Aktien zur Wochenmitte nicht allzu stark tangierte, setzte sie den US-Dollar am Nachmittag unter Druck. Zum Franken etwa fiel der «Greenback» klar unter die Marke von 0,92 Franken und notierte zu Börsenschluss nur noch bei 0,9145 Franken. Einige Händler hätten wohl mit einem noch deutlicheren Anstieg der Inflation gerechnet, erklärten Beobachter die Dollar-Abgaben.

An der Schweizer Börse verzeichneten die Roche-Genussscheine (-2,5%) die mit Abstand deutlichsten Verluste. Händler begründeten dies mit dem Entscheid der US-Regierung, die Kostenübernahme von Alzheimerbehandlungen durch Medicare zu begrenzen. Als Verlierer des Medicare-Entscheids wurde in Expertenkreisen vor allem der Roche-Rivale Biogen und sein Medikament Aduhelm gesehen. Doch arbeitet auch Roche mit Gantenerumab an der Entwicklung eines Präparats derselben Wirkstoffklasse.

Im Sog von Roche büsste Branchennachbar Novartis 1,0 Prozent ein, während sich die Abgaben beim dritten defensiven Schwergewicht Nestlé (-0,3%) in Grenzen hielten. Swisscom büssten 1,2 Prozent ein, wobei die Bank of America ihre Einschätzung mit «Underperform» bekräftigte. Grössere Einbussen waren etwa auch bei Swatch (-1,1%), Logitech (-0,9%) oder Vifor (-0,6%) zu sehen.

Ein Grossteil der Blue Chips legte an Wert zu. Angeführt wurden die Gewinner von Partners Group (+3,9%). Der auf Privatmarkt-Anlagen spezialisierte Vermögensverwalter wird am Donnerstag über die Entwicklung der verwalteten Vermögen berichten. Analysten rechnen mit einem kräftigen Zuwachs.

Weiter legten ABB (+2,6%) mit einer Kurszielerhöhung der Deutschen Bank zu und auch Holcim (+2,2%) oder Firmen wie Straumann (+1,8%), Swiss Re (+1,4%) oder Geberit (+1,3%) gewannen an der Börse an Wert.

Am breiten Markt zogen VAT um 4,0 Prozent kräftig an. Der Vakuumhersteller überzeugte mit vorab veröffentlichten Zahlen zum Geschäftsjahr 2021. Derweil erholten sich die Titel der Onlinebank Swissquote (+4,0%) von den zuletzt erlittenen Verlusten. Swissquote gab am Berichtstag bekannt, dass sie die ebenfalls im Online-Wertpapierhandel tätige Keytrade Bank Luxembourg übernimmt.

Während auch Titel wie TX Group (+11%), Molecular Partners (+10%) oder Emmi (+5,4%) kräftige Kursgewinne verzeichneten, führten Schlatter (-8,2%), Asmallworld (-6,3%) wie auch Kuros (-3,8%) die Verlierer an. Molecular Partners befinden sich im Höhenflug, seit bekannt wurde, dass sie gemeinsam mit Novartis in der Entwicklung eines Corona-Medikaments gut vorankommt. (awp/mc/pg)

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