CH-Schluss: SMI verliert 0,5% auf 8’750 Punkte

Boerse

Zürich – Die Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Mittwoch relativ klar im Minus beendet. Die starke Erholung vom Vortag hat damit ein schnelles Ende gefunden. Zwar hatten die hiesigen Indizes noch deutlich im Plus eröffnet, bröckelten dann aber relativ schnell ab und fielen im Laufe des Tages ins Minus. Dieses verstärkte sich mit einer schwachen US-Börse gegen Handelsende hin zusehends. Hierzulande haben vor allem die beiden SMI-Schwergewichte Roche (nach Zahlen) und Nestlé (vor Zahlen) den Markt stark nach unten gezogen.

Was die sonstigen Gründe für die wieder schlechtere Stimmung waren, darüber waren sich Händler nicht so richtig im Klaren. In den USA seien es vor allem einige Dow-Schwergewichte gewesen, welche mit ihren Quartalszahlen enttäuschten hätten. Ansonsten war von zum Teil schwächeren Konjunkturzahlen in Europa – etwa den Automobil-Registrierungen in der EU – die Rede. Und nicht zuletzt hätten Anleger vor dem EU-Gipfel zum Brexit und der Veröffentlichung der Fed-Protokolle (am Abend mitteleuropäischer Zeit) keine Risiken eingehen wollen. Anleger erhoffen sich bekanntlich von den Protokollen Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor zum Handelsschluss 0,51 Prozent auf 8’750,35 Punkte, dies bei einem Tageshoch von 8’881 Punkten ganz zu Beginn des Handels. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsste, weil die Schwergewichte nicht mit ihrer vollen Gewichtung im Index drin sind, mit -0,22 Prozent auf 1’399,69 Punkte etwas weniger ein. Beim breiten Swiss Performance Index (SPI) wiederum gab es ein Minus von 0,41 Prozent auf 10’349,93 Zähler. Von den 30 Titeln aus SMI/SLI schlossen 18 im Plus und zwölf im Minus.

Für Gesprächsstoff an der Börse sorgten nach Quartalszahlen vor allem Roche (-1,9%). Nach einem positiven Start fielen die Genussscheine bald schon klar ins Minus und bauten die Verluste am Nachmittag noch aus. Händler sprachen zwar von guten Umsatzzahlen für das vergangene Quartal, allerdings sei vor allem das kommende Jahr die eigentliche Herausforderung in Bezug auf die Patentabläufe wichtiger Medikamente bzw. die Einführung von Biosimilars.

Nestlé (-1,2%) wurden am Vortag der eigenen Zahlenveröffentlichung von den Umsatzdaten des französischen Konkurrenten Danone nach unten gedrückt. Diese seien nicht nach dem Gusto der Anleger ausgefallen, hiess es. Die Verluste bei Roche und Nestlé machten rund 80 Prozent des SMI-Minus aus. Deutlich besser als die beiden präsentierte sich mit Novartis (+0,2%) das dritte SMI-Schwergewicht. Wie Nestlé wird auch der Basler Pharmakonzern am Donnerstag Zahlen veröffentlichen.

Grösster Verlierer neben Roche und Nestlé bei den hiesigen Blue Chips waren Clariant (-2,7%), Temenos (-1,9%), Swatch (-1,2%)) und Vifor (-1,1%). Letztere seien für eine Gewinnwarnung des Partnerunternehmens Fresenius in Sippenhaft genommen worden. Besser als erwartet ausgefallene Verkäufe mit Cellcept bei Roche hätten ein stärkeres Abrutschen verhindert, hiess es.

Deutlich gefangen haben sich hingegen Sonova (+1,8% und damit grösster Gewinner bei den Blue Chips) nach der Schwächephase der letzten Tage. Noch am Vortag waren die Titel des Hörgeräteherstellers nach einem Analystentag die Tagesverlierer gewesen. Analysten hätten inzwischen ihr Fazit aus den dort präsentierten Produktneuerungen gezogen, hiess es im Markt.

Ebenfalls weit vorne waren AMS (+1,0%) zu finden. Die Präsentation neuer Produkte bei Huawei habe Hoffnungen geweckt, dass die Österreicher bei einigen dieser Produkte die 3D-Sensoren beisteuern würden, so ein Händler. Auch Logitech (+1,5%) und Lonza (+1,4%) waren deutlich gesucht.

Im breiten Markt gehörten Meyer Burger (-5,0%) zu den schwächsten Werten. Hier war im Markt von Verleiderverkäufen nach den gestrigen Neuigkeiten die Rede. Gesucht waren hingegen einige Industrie- und Halbleitertitel wie Phoenix Mecano (+8,1%), Interroll (+6,5%), VAT (+4,9%), Conzzeta (+4,0%) oder Inficon (+3,9%).(awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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