CH-Schluss: SMI mit Omikron-Sorgen auf Talfahrt

Boerse

Zürich – Grosse Unsicherheit rund um die Ausbreitung der laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) «besorgniserregenden» Coronavirusvariante Omikron haben am Donnerstag auch dem Schweizer Aktienmarkt zugesetzt. Vor allem Zykliker und Technologiewerte gaben stark nach, während die Aktien des Pharmaunternehmens Vifor von Übernahmespekulationen angetrieben in die Höhe kletterten. Der Leitindex SMI grenzte mit dem an der Wall Street lancierten Erholungsversuch das Minus zwar etwas ein, verlor aber am Ende immer noch deutlich.

Auslöser der kräftigen Kurseinbussen vom Donnerstag an den internationalen Finanzmärkten war die Erkenntnis, dass Omikron auch in den USA angekommen ist. Meldungen zu ersten nachgewiesenen Fällen hatten die Wall Street noch am Mittwochabend stark unter Druck gesetzt und an den Börsen weltweit eine Verkaufswelle ausgelöst. Die Coronasorgen wurden von den sich verdichtenden Anzeichen auf eine raschere Verschärfung der Geldpolitik in den USA begleitet. Am Freitag liefert dann die neuste Ausgabe des Job Reports Hinweise darauf, in welchem Zustand sich der US-Arbeitsmarkt befindet.

Bis Börsenschluss büsste der SMI 0,73 Prozent auf 12’177,52 Punkte ein, nachdem er während des Tages kurz unter die Marke von 12’100 gefallen war. Der SLI, der die 30 wichtigsten Aktien umfasst, verlor 0,79 Prozent auf 1965,57 Punkte und der breite SPI 0,70 Prozent auf 15’560,96 Zähler. Die SLI-Werte verteilten sich auf 21 Verlierer und 9 Gewinner.

Die Investoren tun sich Händler zufolge schwer mit einer Einschätzung der wirtschaftlichen Folgen von Omikron. Die Verunsicherung war daher gross und das zeigte sich auch am Volatilitätsindex VSMI, der über die Marke von 21 Punkte und damit klar über das Niveau der letzten Wochen kletterte. Zugleich gewann der in unsicheren Zeiten begehrte Schweizer Franken an Stärke: Der Euro konnte sich bis Börsenschluss nur mit Mühe über der Marke von 1,04 Franken halten.

In der trüben Gesamtstimmung fielen Vifor Pharma (+21%) positiv auf. Zeitungsberichten zufolge bekundet der australische Pharmakonzern CSL Interesse an Vifor. Die Australier sollen dazu bereit sein, 10 Milliarden australische Dollar oder umgerechnet rund 6,5 Milliarden Franken für Vifor auszugeben.

Zu den weiteren Gewinnern zählten bei den Blue Chips Schindler (PS: +1,7%), Givaudan (+0,9%) oder Adecco (+0,6%). Gesucht waren auch die Bankenwerte UBS (+0,6%) und Julius Bär (+0,5%), während Credit Suisse (-1,1%) nachgaben. Die CS wird von der EU gemeinsam mit anderen Grossbanken wegen unerlaubter Absprachen im Devisenhandel gebüsst. Die Strafe für die CS beträgt allerdings eher geringe 83 Millionen Euro. Der UBS wurde als Kronzeuge die Busse erlassen.

News lieferte am Donnerstag auch Novartis (-0,6%). Die Basler gaben am Investorentreffen vertieften Einblick in die Geschäftsplanung und versprühten mit Blick auf die Projektpipeline Optimismus. Das gab der Aktie nur zu Handelsbeginn etwas Auftrieb, danach fiel sie ins Minus. Die beiden weiteren defensiven Schwergewichte Roche (-0,6%) und Nestlé (-0,3%) konnten sich der allgemeinen Marktschwäche nur teilweise entziehen.

Die grössten Verluste erlitten Partners Group (-5,7%), die unter Zinssorgen litten. AMS büssten mit 5,0 Prozent ebenfalls deutlich ein. Beim Halbleiterspezialist machten Gerüchte über schwache iPhone-Verkaufszahlen beim Kunden Apple die Runde. Ausserdem setzte auch der schwache Trend am Technologiesektor zu, was auch beim Computerzubehörhersteller Logitech (-2,2%) Abgaben auslöste.

Stark unter Druck standen im SLI zudem Titel wie Straumann (-3,9%), Sonova (-3,7%), Lonza (-1,8%) oder Richemont (-2,1%). Letztere profitierten von der Aufnahme im Stoxx-Europe 50-Index im heutigen Handel nicht.

Am breiten Markt brillierte Achiko mit einem Kursplus von 12 Prozent. Das in der Gesundheitstechnologie tätige Unternehmen vermeldete eine gute Wirksamkeit seines Covid-19-Schnelltests auch bei Omikron.

Klar tiefer schlossen Titel wie Evolva (-7,7%), Bachem (-7,3%) oder Polyphor (-7,2%). (awp/mc/ps)

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