CH-Schluss: Wenig Impulse und Bewegung im SMI

CH-Schluss: Wenig Impulse und Bewegung im SMI

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag kaum verändert abgeschlossen. Während die wichtigsten europäischen Börsen in einem insgesamt an Impulsen armen Geschäft nachgegeben haben und auch an der Wall Street Gewinne mitgenommen wurden, hielt sich der Schweizer Leitindex SMI dank der Unterstützung des Pharma-Schwergewichts Novartis bis zum Schluss im Plus. Auf der Gegenseite verloren insbesondere Aktien aus dem Finanzsektor an Wert.

Nach dem Steigerungslauf der vergangenen Wochen sei die Luft bei den Aktien „dünn“ geworden, erklärten Händler. Ohne markttreibende Konjunkturdaten sei daher in nächster Zeit mit Kursrücksetzern zu rechnen. Derweil treibt der Ukraine-Konflikt den Anlegern nach wie vor Sorgenfalten auf die Stirn. Die EU-Staaten haben strengere Sanktionen gegen die russische Wirtschaft beschlossen, die aber erst „in einigen Tagen“ in Kraft treten sollen. Nun stelle sich die Frage, wie Moskau darauf reagieren werde, hiess es am Markt.

Bis Börsenschluss gewann der Swiss Market Index (SMI) 0,10% auf 8’825,60 Punkte. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor dagegen leichte 0,08% auf 1’319,39 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI) schloss um 0,07% höher auf 8’705,49 Zählern. Von den 30 wichtigsten Aktien beendeten 19 im Minus und 11 im Plus.

Für den Anstieg im SMI zeichnete sich am Ende vor allem Novartis (+0,9%) verantwortlich. Die Titel profitierten am Berichtstag von einer deutlichen Kurszielanhebung durch JPMorgan; das Rating wurde mit „Overweight“ bestätigt. Neben dem Herzmittelkandidaten LCZ696 dürfte auch die Krebsmittel-Pipeline zu weiteren Schätzungsanhebungen führen, lautete die Einschätzung der Bank. Die beiden anderen Schwergewichte Roche (+0,3%) und Nestle (-0,3%) schlossen uneinheitlich.

Bei ABB bröckelten die Gewinne während des Handels kontinuierlich ab. Am Ende verteuerten sich die Aktien nur noch um 0,5% auf 21,56 CHF, nachdem der Intraday-Höchstkurs bei über 22 CHF gesehen wurde. Im Rahmen des Capital Markets Day in London hatte der Konzern neue Finanzziele bekannt gegeben. Als Kurstreiber machten Analysten allerdings das 4 Mrd USD schwere Aktienrückkaufprogramm aus. Zudem gewann ABB in Schottland und Brasilien Aufträge im Gesamtvolumen von rund 900 Mio USD.

Auf der Gewinnerseite waren mit Kühne+Nagel (+0,6%), Schindler (+0,5%) oder Holcim (+0,4%) auch noch weitere Zykliker zu finden. Bei Holcim dürfte der Entscheid der EU-Kommission, die für den geplanten Zusammenschluss des Geschäfts in Spanien mit den dortigen Aktivitäten des mexikanischen Kontrahenten Cemex „Grünes Licht“ gegeben hat, unterstützend gewirkt haben. Gegen das Vorhaben hatte es Widerstand gegeben.

Richemont beendeten den Handel mit 0,1% im Minus, nachdem die Titel zuvor trotz einer Kurszielsenkung von Barclays lange Zeit zugelegt hatten. Die Analysten der Bank rechnen mit einem leicht schwächeren organischen Wachstum, sehen Richemont im Luxusgütersegment aber nach wie vor als einen der Top Picks an.

Noch schwächer schlossen einige Finanztitel den Handel am Dienstag ab: Die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse verloren 0,6% bzw. 0,7%, die Papiere des Rückversicherers Swiss Re wurden gar um 0,9% zurückgenommen. Letztere litten unter einer Ratingabstufung durch die CS auf „Underperform“. Durch das sich abschwächende Preisumfeld kämen die Gewinne der Rückversicherer deutlich unter Druck, hiess es. Auch die Ratingagentur Standard+Poor’s wies im Vorfeld des Branchentreffens in Monaco in einem Bericht auf den zunehmenden Preisdruck hin.

Die grössten Verluste im SMI/SLI gingen aber auf das Konto von Actelion (-1,3%). Am Markt ging die Befürchtung um, das Tracleer-Nachfolgemedikament Opsumit zur Behandlung von Lungenbluthochdruck könnte unerwartet starke Konkurrenz einer Kombinationstherapie mit den Präparate Letairis und Adcirca bekommen.

Im breiten Markt fielen nach Zahlen Santhera (+5,6%) und Partners Group (+4,5%) mit deutlichen Bewegungen auf, aber auch die Titel der Messebetreiberin MCH gewannen 1,5% nach Halbjahreszahlen. Nach dem Dämpfer im Vorjahr hat der Spezialist für Privatmarktanlagen, die Partners Group, wieder mehr eingenommen und vor allem bei den „Late-Management-Gebühren“ zugelegt. Das Spezialitätenpharma-Unternehmen Santhera profitiert derweil von weiteren Fortschritten in der Produktpipeline und den sich daraus ergebenden Umsatzprognosen. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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