CH-Schluss: SMI mit Gewinn von 1,3% bei 8896 Punkten

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag klar im Plus geschlossen. Der Leitindex SMI übersprang schon früh die 8’800-Punkte-Marke und näherte sich gegen Handelsschluss bis auf wenige Punkte der 8’900er-Schwelle an. Händler verwiesen auf den stärker werdenden US-Dollar, der vielen Titeln helfe. Zudem sei die Angst vor einem Handelskrieg zwischen den USA und Europa etwas zurückgegangen.

Es sei wahrscheinlicher geworden, dass US-Präsident Donald Trump die geplanten Strafzölle auf Stahl- und Aluminium-Importe nicht realisiere, meinten Experten. So hatten sich 107 Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses aus Trumps eigener Partei gegen die Pläne ausgesprochen. Sie brachten in einem Schreiben an den Präsidenten ihre «tiefe Besorgnis» über das Vorhaben zum Ausdruck. Keine hohen Wellen warf derweil der neuste Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB), auch wenn diese eine Normalisierung der Geldpolitik etwas stärker andeutete.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,27% höher bei 8’896,42 Punkten nur minimal unter dem Tageshoch von 8’898 Stellen. Er steuert somit wohl auf ein solides Wochenplus zu, notiert er doch gegenwärtig gut 3% über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) avancierte um 1,20% auf 1’458,49 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,27% auf 10’303,91 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln beendeten alle bis auf Dufry den Tag im Plus.

Von den grössten Unternehmen lagen nur wenige Nachrichten vor, für Bewegung sorgen aber zum Teil Analystenkommentare. Dies galt insbesondere für den klaren Tagessieger Sonova (+3,2% auf 153,85 CHF). Die Titel des Hörgeräte-Herstellers wurden von der UBS auf ‹Neutral› mit Kursziel 150 CHF heraufgestuft.

Stark legten ausserdem Titel zu, die vom stärkeren Dollar profitieren könnten. Dazu zählten hinter Sonova Logitech und Nestlé (je +1,8%). Für den Lebensmittelkonzern ist Amerika die wichtigste Absatzregion. Die beiden anderen Schwergewichte Novartis (+1,5%) und Roche (+1,0%) hielten unterschiedlich gut mit. News gab es bei dabei einzig zu Roche: Der Leiter für die frühe Forschung verlässt das Unternehmen per Ende Monat und wird intern ersetzt. Die ZKB spricht in einem Kommentar von einem «ungewollten Wechsel» mit Für und Wider.

Deutlich überdurchschnittliche Gewinne verzeichneten ausserdem noch Geberit (+1,7%), Sika (+1,6%) und Zurich (+1,5%).

Im Mittelfeld reihten sich Swiss Re (+1,1% auf 96,72 CHF) ein. Die französische Bank Société Générale hatte das Rating für den Rückversicherer auf ‹Buy› und das Kursziel auf 106 CHF erhöht. Der zuständige Analyst stützt seine grössere Zuversicht unter anderem auf die Preisentwicklung in der Branche.

Im hinteren Mittelfeld klassierten sich Julius Bär (+0,8% auf 60,34 CHF). Der Vermögensverwalter hatte über ein Joint Venture mit der thailändischen Siam Commercial Bank berichtet, mit dem Dienstleistungen für reiche Kunden im südostasiatischen Land angeboten werden sollen. Zudem erhöhte die US-Investmentbank Goldman Sachs in einer Branchenstudie das Kursziel auf 68,00 CHF. In der gleichen Studie wurden auch die Kursziele für CS und UBS (je +0,8%) erhöht, was allerdings nicht zu starken Avancen führte.

Einzige Verlierer waren bei Handelsschluss Dufry, wobei die Verluste mit 0,7% auch relativ deutlich ausfielen. Beim Reise-Detailhändler sorgen seit Wochen Gerüchte um die weiteren Pläne des chinesischen Grossaktionärs HNA für Bewegung. Dieser steckt bekanntlich in finanziellen Schwierigkeiten.

Im breiten Markt standen Small- und Midcaps im Fokus, die ihre Abschlüsse 2017 vorlegten und Ziele für 2018 nannten. Hier stach vor allem Schmolz+Bickenbach (+11%) sehr positiv hervor. Nach einem guten ersten Halbjahr und einem enttäuschenden dritten Quartal habe der Stahlhersteller dank eines wiederum guten vierten Quartals ein robustes Jahresergebnis erzielt, meinte ein Analyst dazu.

Weiter haben das Industrieunternehmen Cicor (+6,4%), die Liechtensteinische Landesbank (+2,5%), das kleine Immobilienunternehmen SFPI (+0,5%) sowie die Privatbank Edmond de Rothschild (unv.) Zahlen präsentiert.

Auffällige Verluste erlitten erneut Panalpina (-3,1%), die schon am Vortag nach der Zahlenpräsentation eingebrochen waren. Hingegen machten Bossard (+7,1%) die satten Vortagesverluste nach der Resultatvorlage mehr als wett.  (awp/mc/pg)

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