CH-Schluss: SMI verliert 0,9% auf 8869 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch klar tiefer beendet. Der Leitindex SMI fiel unter die Marke von 8’900 Punkten. Zuletzt hatte er Mitte Juli unter dieser Marke notiert. Der fortdauernde Handelsstreit der USA mit China sowie Währungsturbulenzen in Schwellenländern drückten auf die Stimmung der Anleger, kommentierte ein Marktbeobachter den Tag. Das Defizit der US-Handelsbilanz erreichte im Austausch mit China und der EU im Juli Rekordwerte. Zusätzlich brachten schwache Technologiewerte in den USA, und somit ein Kursrutsch an der Nasdaq, weiteren Druck.

Die Ingredienzen dafür, dass der September ein schwacher Börsenmonat werden könnte, seien somit vorhanden, sagte ein Händler. Saisonal gesehen ist der September der schwächste Monat im ganzen Jahr, was zu einer stärkeren Korrektur an den europäischen Märkten passen würde. Wenn Anfang August noch von einer deutlichen Abkühlung die Rede gewesen sei, so müsse nun von der beginnenden Herbstzeit gesprochen werden, so ein weiterer Experte.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor am Mittwoch 0,93 Prozent auf 8’868,86 Punkte und schloss gleichzeitig auf dem Tagestief. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab 0,88 Prozent auf 1’450,84 Stellen ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,04 Prozent auf 10’586,23 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln gingen gegen den Trend vier Titel mit Gewinnen aus dem Handel; einer war unverändert.

Auffällig fester schlossen die Grossbankenwerte UBS (+1,3%) und standen damit im Einklang mit der europaweiten Stimmung innerhalb der Branche. Credit Suisse (+0,1%) legten am Schluss leicht zu. Im Handel wurde die gute Performance im Bankensektor auf Aussagen zu den Haushaltsproblemen in Italien zurückgeführt. Insbesondere habe für Erleichterung gesorgt, dass das Land die Verschuldungslimiten der EU mit dem neuen Budget offenbar einhalten wolle, hiess es.

Zudem verwiesen Händler auf mögliche regulatorische Veränderungen. So habe der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) den Abbau von Hindernissen für grenzüberschreitend tätige Banken gefordert. Systemrelevante Banken sollen seiner Meinung nach auch mehr Spielraum bei den Liquiditätsanforderungen erhalten.

Avancen verzeichneten zudem die volatilen Aryzta (+0,5%) und Zurich (+0,2%). Für Schindler (unv.) bekräftigte Goldman Sachs die Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel. Die Analystin verspricht sich von einer angestrebten reduzierten Komplexität der Produktpalette ein deutliches Aufwärtspotenzial bei den Margen über die kommenden Jahre.

Auf der anderen Seite belasteten die Schwergewichte Novartis (-1,5%), Roche (-1,2%) und Nestlé (-0,8%) den Markt massgeblich. Prozentual Spitzenreiter unter den Verlierern waren Logitech (-2,8%), Vifor (-2,8%) und Dufry (-2,7%). Die ersten beiden sind allerdings auf Jahressicht die grossen Outperformer unter den Bluechips.

Im breiten Markt stachen Kuros (-12%) mit massiven Abgaben hervor. Das Biotech-Unternehmen schrieb im ersten Halbjahr erneut einen Verlust. Zudem nahmen die flüssigen Mittel, von denen das Unternehmen zehrt, stark ab.

Auch Temenos (-11%) verloren überdurchschnittlich, nachdem Jefferies die Abdeckung der Titel mit der Einstufung „Underperform“ wieder aufgenommen hatte. Die Analysten rechnen damit, dass aufgrund des zunehmenden Konkurrenzdrucks und der herausfordernden Marktentwicklungen in den USA eine Beschleunigung des Gewinnwachstums unwahrscheinlich sei.

Zulegen können dagegen MCH (+2,6%), nachdem der Messebetreiber am Dinstag ein durchmischtes Halbjahreserbenis veröffentlicht hatte und um 11 Prozent eingebrochen war. Zu den Kursgewinnern gehörten ausserdem Kudelski (+2,0% auf 9,36 CHF). Zum einen konnte der Konzern einen neuen Auftrag verkünden; zum anderen bestätigte Baader Helvea die „Buy“-Einstufung und auch das Kursziel von 14,00 Franken.  (awp/mc/pg)

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