CH-Schluss: SMI gewinnt 0,8% auf 8’981 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Dienstagshandel mit einem klaren Plus beendet. Der Leitindex SMI hatte gehalten begonnen und war am Mittag zeitweise gar unter die Marke von 8’900 Punkten gerutscht, erholte sich dann aber am Nachmittag mit dem Handelsstart an der Wall Street merklich. Mit der Schlussauktion sprang der SMI gleichzeitig auf das Tageshoch. Insbesondere Zykliker und Finanzwerte waren gefragt. Das «Angstbarometer» VSMI sank um 2,5% auf allerdings immer noch hohe 16 Punkte.

Nach der US-Handelspause am Montag wurde dort die Schwäche aus Europa und Japan nicht nachvollzogen, was die Kurse diesseits des Atlantik stützte. Der jüngste Verlauf zeige, dass es den Börsen in Europa an Eigenständigkeit fehle, meint ein Händler. Die Zinssorgen am Markt würden weiter bestehen. Niemand wolle derzeit jedenfalls auf fallende Zinsen am kurzen Ende setzen, so der Händler. Der Blick der Marktteilnehmer richte sich bereits auf das Fed-Sitzungsprotokoll am Mittwochabend, von dem Indikationen für den weiteren Zins-Kurs erwartet werden.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,82% höher auf 8’981,39 Punkten (Tief 8’898). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), der die grossen Werte weniger stark gewichtet, gewann 0,92% auf 1’478,90 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,70% auf 10’332,98 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 27 im Plus, zwei im Minus und einer (Swisscom) unverändert.

Die grössten Aufschläge verbuchten bei den Blue Chips SGS (+2,1%), gefolgt von Lonza (+1,9%) und Sika (+1,6%), also eben jenen Werten, die in den Schwächephasen der Vorwochen stärker abgegeben hatten. Auch Schindler PS gewannen mit +1,4% deutlicher hinzu. Hier hat die Credit Suisse das Kursziel nach der Zahlenpräsentation der Vorwoche angehoben.

Bei LafargeHolcim (+1,4%) stützten Aussagen des deutschen Branchennachbarn HeidelbergCement, der eine gute Entwicklung in Nordamerika und Europa im vierten Quartal gemeldet hat. Der Stellenvermittler Adecco (+1,0%) gab die Übernahme des amerikanischen digitalen Stellenmarktplatzes Vettery zu einem nicht genannten Preis bekannt.

Gut vertreten in der oberen Hälfte des Tableaus waren auch Finanzwerte und Assekuranzen mit Swiss Re (+1,4%), UBS (+1,5%), Bâloise (+1,0%) und CS (+1,2%). Hier wurde von Marktteilnehmern das Zinsumfeld als positiver Faktor gesehen, und in Grossbritannien hatte die grösste europäische Bank HSBC einen deutlichen Gewinnsprung gemeldet.

Swatch (+0,6%) grenzten deutlichere Gewinne wieder etwas ein. Die Papiere wurden zeitweise von den am Morgen gemeldeten guten Uhrenexporten gestützt. Der Branche gelang im Januar mit einem Anstieg von 12,6% ein Start nach Mass. Insbesondere die Nachfrage aus Asien war gut. Die Valoren des Branchennachbarn Richemont hinkten dem Durchschnitt mit +0,3% etwas hinterher.

Die Indexschwergewichte Nestlé und Roche (je +0,3%) drehten erst in der Schlussauktion ins Plus, während sich Novartis (+0,6%) bereits zuvor fester zeigte. Für Roche hat die UBS das Kursziel gesenkt, Kepler Cheuvreux hat es angehoben. Schlusslicht im SMI/SLI waren Aryzta (-0,4%) und Sonova (-0,1%).

Am breiten Markt hatten Walter Tobler (-5,1%), CPH (-2,8%) und TKB (+1,0%) Jahreszahlen vorgelegt. Zudem prüft das Bankensoftware-Unternehmen Temenos (-2,2%) die Übernahme der britischer Finanzfirma Fidessa mit einer Marktkapitalisierung von 1,13 Mrd GBP. Leclanché (+1,6%) meldete derweil eine Order für ein Energiespeicher-Projekt in Deutschland, und Oerlikon (+2,6%) vereinbarte mit Boeing eine mehrjährige Zusammenarbeit im Bereich 3D-Printing. Die Gewinnerseite wurde von New Value (+7,4%) und Tornos (+4,8%) angeführt. (awp/mc/ps)

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