CH-Verlauf: Vor US-Jobdaten auf Erholungskurs nach schwacher Woche

CH-Verlauf: Vor US-Jobdaten auf Erholungskurs nach schwacher Woche
(KI-generiert)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt steht am Freitag kurz vor Mittag klar im Plus. Nach einer bislang schwachen Woche mit vier Verlusttagen in Folge startet der Leitindex SMI damit vor dem Wochenende einen Erholungsversuch. Im Vorfeld des US-Arbeitsmarktberichts bleibt die Grundstimmung aber eher von Vorsicht geprägt. Nach wie vor sorgen auch die hohen Anleiherenditen für Gesprächsstoff. Swissquote etwa verweist in einer Einschätzung auf die zuletzt wieder etwas gesunkenen Renditen für US-Staatsanleihen. Diese seien einerseits als Anlagemöglichkeit grundsätzlich wieder attraktiver geworden, andererseits profitierten die US-Papiere von den zunehmenden Sorgen wegen der hohen Staatsschulden in Europa, und hier vor allem in Frankreich. Sicherheit sei Trumpf, meint die Bank.

Die Blicke sind aber wie erwähnt bereits auf die Jobdaten aus den USA vom Nachmittag gerichtet. «Starke Daten wären zwar ein Zeichen für eine robuste Konjunktur, könnten aber gleichzeitig die Renditen erneut nach oben treiben und damit unmittelbar negativ auf die Aktienmärkte durchschlagen», erklärt ein Händler. Zudem würden bei einer positiven Überraschung wohl die Zinserhöhungserwartungen an die US-Notenbank wieder akzentuiert.

Auf und Ab beim Ölpreis

Der Ölpreis bleibt derzeit ziemlich volatil. Am Vorabend noch bei über 103 US-Dollar, sank der Brentpreis im bisherigen Tagesverlauf wieder leicht unter 100 Dollar.

Der SMI zieht bis um 10.55 Uhr 0,91 Prozent auf 13’747,28 Punkte an. Dabei legen von den 20 Titeln 19 zu, während Givaudan als einziger nachgeben. Der Mid-Cap-Index SMIM rückt um 0,63 Prozent auf 3057,03 Punkte vor und der breite SPI um 0,88 Prozent auf 19’500,76 Punkte.

An der Spitze stehen derzeit ABB (+2,6%), welche damit zumindest einen Teil der Verluste der vergangenen sieben Handelstage wieder aufholen. Mit einem Plus von über 35 Prozent seit Jahresbeginn führen die Aktien das Feld der Blue Chips weiterhin deutlich an.

Gut gesucht sind dahinter auch Amrize (+2,1%) oder Sandoz (+2,2%). Der Generikaproduzent ist bei seinem bereits angekündigten Vergleich im Streit mit US-Bundesstaaten wegen mutmasslicher Preisabsprachen einen Schritt weiter gekommen. Die beteiligten US-Staaten haben bei einem Bundesgericht in Connecticut die vorläufige Genehmigung der Einigung beantragt.

Nebst Amrize befinden sich auch die weiteren baunahen Aktien Sika (+2,1%), Geberit (+1,8%) und Holcim (+0,8%) im Aufwind. Und auch die zuletzt schwachen UBS (+1,0% auf 39,45 Fr.) starten eine erste kleine Aufholjagd zurück Richtung 40 Franken.

Etwas moderater sind die Avancen der Schwergewichte Nestlé (+0,7%) und vor allem Roche (+0,1%). Novartis (+0,5%) hinken dem Gesamtmarkt ebenfalls etwas hinterher. Der Pharmakonzern hat ein Lizenzabkommen zum RNA-Portfolio mit Abogen erweitert. Die Basler lassen sich diesen Coup 575 Millionen US-Dollar im Voraus sowie Meilensteinzahlungen von bis zu 7,2 Milliarden Dollar kosten. In Marktkreisen wird dieser Schritt allerdings auch kritisch gesehen, da Novartis zuletzt mit Zukäufen und Einlizenzierungen sehr aktiv war. Diese hohe Taktfrequenz stösst nicht mehr nur auf positive Resonanz.

Im breiteren Markt ziehen Julius Bär (+2,7%) kräftig an. Die Privatbank hatte am Morgen angekündigt, innert Jahresfrist Aktien im Wert von bis zu 600 Millionen Franken zurückzukaufen. Während einige Analysten ihre Erwartungen erfüllt sehen, hatten andere allerdings noch höhere Rückkäufe erwartet.

Auch Schindler (+1,8%) sind weit oben zu finden. Der Liftbauer könnte bei allfälligen Verkäufen aus dem Zusammenschluss zwischen Kone und TK-Elevator-Verkäufen zum Zuge kommen. Sollten die Wettbewerbsbehörden Verkäufe verlangen, würde Schindler mögliche Zukäufe prüfen, hiess es seitens des Konzerns am Vorabend.

Gurit (-12%) fallen nach einer Abstufung durch die UBS massiv zurück. Die Aktie kostet aber noch immer beinahe fünf Mal so viel wie Ende 2025. (awp/mc/pg)

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