CH-Schluss: Deutliche Gewinne

CH-Schluss: Deutliche Gewinne

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag klar an Wert zugelegt, nachdem der Leitindex SMI bereits am Montag mit etwas festeren Kursen in die neue Woche gestartet war. Die Sorgen der Anleger um die politische Wirren in der Ostukraine seien vorübergehend in den Hintergrund gerückt, sagte ein Händler. Allerdings werde die Entwicklung im Krisengebiet von den Investoren aufmerksam weiterverfolgt und eine rasche Zuspitzung im Konflikt werde sehr wahrscheinlich auch an den Finanzmärkten eine spürbare Reaktion auslösen, hiess es weiter.

Der Fokus der Anleger richte sich nun verstärkt auf die am Mittwoch anstehende Zinssitzung der US-Notenbank sowie auf den US-Arbeitsmarktbericht vom Freitagnachmittag, so der Händler. Dies habe auch den Handel am Berichtstag mitgeprägt. Dabei erhielt die Schweizer Börse vom Pharma-Schwergewicht Novartis und den Grossbanken kräftige Unterstützung. Top waren nach Geschäftszahlen die Titel des Sanitärtechnikers Geberit, flop hingegen jene des Technologiekonzerns ABB, deren Kurs nach enttäuschenden Quartalszahlen eingebrochen ist.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss den Handel mit einem Plus von 0,59% auf 8’434,66 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,71% auf 1’295,53 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,60% auf 8’295,17 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln lagen am Ende 26 im Plus und lediglich vier im Minus.

Die wenigen Verlierer im SMI/SLI wurden von ABB (-7,0%) angeführt. Der Industriekonzern hatte im ersten Quartal weiterhin mit Problemen in der Division Energietechniksysteme zu kämpfen und erlitt einen Rückgang bei den Grossaufträgen. Das „Problemkind“ Power Systems soll nun noch rigoroser als bisher geplant neu aufgestellt werden. Derweil haben die Analysten von Société Générale („Hold“ nach „Buy“) oder von der ZKB (auf „Marktgewichten“) die Papiere bereits abgestuft.

An der Spitze der Blue Chips standen während des gesamten Handels Geberit (+5,5%). Der Sanitärtechnikkonzern hat mit dem Zahlenset für das erste Jahresviertel die Erwartungen der Analysten übertroffen. Mit ein Grund war der milde Winter in Europa, der die Bauwirtschaft stützte. Ausserdem habe das Management sich auch im Ausblick positiver geäussert als bei der letzten Zahlenpublikation, hiess es in Analystenkreisen.

Holcim weitete die Avancen des Vortages, als das Unternehmen ihren Quartalsbericht vorgelegt hatte, am Dienstag deutlich aus und gewann am Ende 2,7% dazu. Auch der Zementkonzern hatte in den Monaten Januar bis März von den günstigeren Wetterbedingungen profitiert. Klar steigende Kurse verzeichneten etwa auch noch Lonza (+3,0%), Bâloise (+2,1%) oder die Grossbanken-Titel der CS (+2,0%) und der UBS (+1,8%). Am Markt geht die Hoffnung um, die UBS könnte in der kommenden Woche mit Quartalszahlen für eine positive Überraschung sorgen.

Bei den Schwergewichten stachen Novartis mit einem Plus von 1,3% hervor. Der Pharmagigant präsentierte in den USA neue Analyse-Ergebnisse zur Wirksamkeit des Multiple-Sklerose-Medikamentes Gilenya. Die Bank Berenberg erhöhte in der Folge das Kursziel der Titel. Auch die beiden anderen SMI-Schwergewichte Roche (+0,7%) und Nestlé (+0,6%) schlossen den Handel gut im Plus ab.

Im breiten Markt erwischte der Halbleiterhersteller ams die Anleger auf dem falschen Fuss. Die Aktien kletterten nach über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen um 11% in die Höhe. Händler warnten jedoch vor der mittlerweile ziemlich hohen Bewertung.

Ausserdem profitierten Panalpina (+4,0%), OC Oerlikon (+2,1%) sowie Nobel Biocare (+0,8%) von der Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen. Der Logistiker Panalpina verfehlte die Markerwartungen beim Umsatz knapp, übertraf diese hingegen bei den Gewinnzahlen leicht. Derweil sieht das Oerlikon-Management den Industriekonzern im laufenden Jahr für profitables Wachstum auf Kurs, während der Zahntechniker Nobel Biocare erfolgreich den Turnaround anvisiert. Auf weniger Zuspruch stiessen an der Börse die Umsatzzahlen von Bucher (Aktie -1,4%). (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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