CH-Schluss: SMI schliesst auf Mehrjahreshoch

CH-Schluss: SMI schliesst auf Mehrjahreshoch

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch fest geschlossen und die wichtigsten Handelsplätze in Europa hinter sich gelassen. Nach leichten Auftaktgewinnen weitete der Leitindex SMI die Gewinne bis zum Handelsschluss stetig aus und ging auf einem Mehrjahreshoch aus der Sitzung. Schub gaben hierzulande insbesondere die beiden Pharmaschwergewichte Roche und Novartis. Der Handel sei ansonsten in ruhigen Bahnen bei eher geringen Umsätzen verlaufen, was mit einem Mangel an Fundamentaldaten erklärt wurde und zu teilweise zufallsbedingten Kurse geführt habe. Zudem seien zum Thema Ukraine-Krise keine neuen Fakten auf dem Tisch, so dass dies etwas in den Hintergrund trat.

Hierzulande lagen die Titel der Vermögensverwalterin Julius Bär nach einem Zwischenrapport unter grösserer Beobachtung. Aufmerksamkeit wurde im breiten Markt auch Publigroupe-Aktien zu teil, nachdem Tamedia eine Erhöhung des Kaufangebotes angekündigt hatte.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,80% höher auf 8’611,70 Punkten und damit auf einem Mehrjahreshoch. Der unter anderem um die Gewichtung von Roche und Novartis gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte mit 0,35% auf 1’307,53 Zählern weniger zu. Der breite Swiss Performance Index (SPI) rückte 0,66% auf 8’489,32 Punkte vor. Von den 30 wichtigsten Titeln standen am Ende 16 im Plus, 13 im Minus und einzig Sika unverändert.

Das SMI-Schwergewicht Roche verbuchte mit Aufschlägen von 2,1% die prozentual grössten Gewinne unter den Blue Chips. Die Aussicht auf News zur Produktpipeline, die Marktteilnehmer vom Basler Pharmamulti an der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) Ende Mai/Anfang Juni erwarten, habe eine Welle von Deckungskäufen ausgelöst, hiess es. Roche-Onkologe Niko Andre sieht dank der neuen Studienergebnisse auf der Basis des breiten Portfolios und der Erfahrung von Roche «grossartige Möglichkeiten, neue Behandlungsformen zu entwickeln», wie er im Interview mit AWP erklärte.

Die Titel der Branchennachbarin Novartis legten ohne News 1,2% zu. Zusammen liessen die beiden Papiere den SMI um knapp 55 Punkte steigen (bei einem Gesamtplus von rund 70 Zählern).

Zykliker wie Schindler (PS +1,0%), Sonova (+1,0%), SGS (+0,9%), ABB (+0,6%) sowie die defensiven Swisscom (+0,6%) und Nestlé (+0,7%) schlossen ebenfalls fest. Rückenwind erhielten letztere nach neuen Gerüchten über den Kauf des Geschäfts mit medizinischer Ernährung von Danone. Einem Medienbericht zufolge spekulieren Analysten darüber, dass der französische Wettbewerber bis zu 5 Mrd USD verlangen könnte.

Credit Suisse (+0,6%) stünden im Fokus, bis im Streit der Grossbank mit den US-Behörden eine Einigung erzielt werde, hiess es. Analysten der UBS bewerten die möglichen Konsequenzen aus dem Steuerstreit derweil als «tragbar». Sie erachten es insgesamt als «unwahrscheinlich», dass sich aus der gegenwärtigen Situation eine negative Abwärtsspirale in verschiedenen Bereichen entwickeln wird. Trotzdem betonen die Analysten, dass es für die Bank wichtig sei, den US-Steuerstreit hinter sich zu bringen.

Bei den Verlierern reihten sich Julius Bär (-1,8%) nach dem vorgelegten Zwischenergebnis ein. Analysten sprachen von einem etwas durchzogenen Resultat: Während die verwalteten Vermögen etwa den Erwartungen entsprachen, bemängelten einige die Kostensituation.

Schlusslicht waren Geberit mit Abgaben von 2,6%. Relevante News lagen zum Titel nicht vor. Seit Vorlage des Quartalsresultats hatten die Papiere einen guten Lauf. Nun sei mittlerweile die Luft raus, hiess es im Handel. Grössere Einbussen verzeichneten noch Bâloise (-1,1%), Clariant (-1,0%) und Swiss Life (-0,7%).

Am breiten Markt sprangen die Publigroupe-Aktien 7,2% auf 197,50 CHF in die Höhe, nachdem im Übernahmepoker um das Medienunternehmen und deren Anteil am Verzeichnisgeschäft local.ch die Tamedia ihre Beteiligung ausbaute. Tamedia bezahlte für ein Aktienpaket von Tweedy Browne 190 CHF je Publigoupe-Aktie, was deutlich über dem bisher kommunizierten Übernahmeangebot von 150 CHF liegt. Das Angebot für die ausstehenden Aktien soll jetzt ebenfalls auf 190 CHF pro Aktie erhöht werden, hiess es von Tamedia. (awp/mc/ps/cs)

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