CH-Schluss: Nach guten Konjunkturdaten auf breiter Front fest

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag mit dem Rückenwind erfreulicher Konjunkturdaten aus dem In- und Ausland deutlich höher geschlossen. Die Anleger schöpften Hoffnung auf eine baldige Erholung von dem durch die Corona-Pandemie verursachten massiven Einbruch. Dazu kamen laut Händlern auch die Käufe, zu denen es am Monatsanfang gerne komme, wenn institutionelle Anleger neues Geld anzulegen hätten. In diesem Umfeld habe das trendverstärkend gewirkt. Negative Faktoren seien dagegen weitgehend ausgeblendet worden, hiess es.

Positive Signale kamen aus Japan, China, der Euro-Zone und auch aus den USA. Die Stimmung in den Industrieunternehmen hellte sich merklich auf. Die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie signalisierten jetzt wieder wirtschaftliches Wachstum. Einen überraschend starken Anstieg gab es in Italien und Spanien, die besonders stark von der Corona-Krise betroffen waren. Auch in den USA hat sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe ungeachtet der steigenden Corona-Infektionszahlen in weiten Teilen des Landes weiter aufgehellt. So günstig wie im Juli hätten die Umfrageteilnehmer die Entwicklung zuletzt im März 2019, also vor der im Frühjahr 2019 erfolgten Zuspitzung des Handelsstreits zwischen China und den USA, nicht mehr bewertet, kommentierte die LBBW.

Der SMI schloss um 2,24 Prozent höher auf 10’229,67 Punkten und machte damit die Vorwochenverluste von zwei Prozent wieder wett. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Werte enthalten sind, gewann 2,32 Prozent auf 1’556,34 Punkte und der breit gefasste SPI 2,02 Prozent auf 12’658,60 Zähler. Sämtliche 30 SLI-Werte schlossen höher.

Die Konjunkturhoffnungen lockten die Anleger vor allem zu zyklischen Werte, wobei die Papiere des Automationskonzerns ABB (+4,1) am Schlss zuoberst standen. Dahinter folgten mit Sika (+3,1%), Logitech (+3,0%), SGS (+2,9%) und Temenos (3,0%) weitere Zykliker.

Auch Titel aus dem Gesundheitssektor reihten sich am oberen Ende der Kurstafel ein. Dazu zählten Vifor Pharma (+3,9%), Roche, Sonova, Alcon (jeweils +2,6%), Novartis (+2,5%) und Lonza (+2,4%). Bei Roche half laut Händlern die Zulassung einer Krebstherapie in der EU. Vifor seien vor dem am Donnerstag erwarteten Halbjahresbericht gekauft worden.

Zurich (+3,0%) und CS (+2,8%) führten bei den Finanzwerten die Spitze an. Julius Bär, UBS und Swiss Life (je +1,9%) hinkten etwas hinterher.

Swiss Re (+1,1%) drehten nach anfänglichen Verlusten in die Gewinnzone. Bei dem Rückversicherer habe zunächst noch das Halbjahresergebnis vom Freitag etwas negativ nachgewirkt. Zudem habe auch ein Kommentar der UBS, wonach in Zeiten der Hurrikansaison Swiss Re jeweils nicht sehr gefragt sei, den Titel etwas gebremst, hiess es am Markt. UBS empfiehlt Swiss Re mit Kursziel 100 Franken weiter zum Kauf.

Die Rote Laterne erhielten die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont (+0,3%) und Swatch (+0,9%). Mit +1,1 Prozent war das Marktschwergewicht Nestlé ebenfalls am Schluss des SLI zu finden.

Während im Ausland zahlreiche Grosskonzerne Zahlen präsentierten, war dies hierzulande Unternehmen aus der zweiten Reihe vorbehalten. Dabei legten Dufry (+2,5%) nach einer über weiten Strecken schwachen Tendenz zum Schluss eine wilde Aufholjagd an den Tag. Beim Reisedetailhändler sind die Umsätze im zweiten Quartal fast vollständig zusammengebrochen. Mit einem Sparprogramm will die Gruppe wieder in die Spur finden. Mit einer Erholung auf das Vorkrisenniveau wird erst ab 2022 gerechnet. Die Papiere des Flughafens Zürich (-0,7%) kamen bei den Nachrichten ebenfalls unter Druck.

Der Bauzulieferer Belimo (+1,8%) hatte mit seinen Zahlen die Erwartungen der Analysten zwar mehrheitlich verfehlt. Angesichts der schwierigen Umstände wurden die Resultate aber dennoch als respektabel bezeichnet und der Ausblick vergleichsweise zuversichtlich.

Anders sah es beim Fördertechnikspezialisten Interroll (+4,9%) aus, der die Gewinnerwartungen der Analysten klar übertroffen hatte. Das Unternehmen rechnet aufgrund des besser als erwartet ausgefallenen Auftragseingangs und aufgrund von Nachholeffekten mit einem guten zweiten Halbjahr. (awp/mc/pg)

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