CH-Schluss: SMI im Plus und mit neuem Jahreshoch

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag erneut zugelegt. Zwar belasteten die Corona-Verschärfungen in vielen Ländern die Stimmung, die Aussicht auf eine weiter lockere Geldpolitik der Notenbanken habe die Anleger aber weiter zu Aktien greifen lassen, hiess es am Markt. Der Leitindex SMI konnte zeitweise über die Marke von 11’100 Punkten springen und markierte bei 11’118 Punkten ein neues Jahreshöchst. Das Allzeithoch vom Februar 2020 lag damit nur noch rund 145 Zähler entfernt.

Das Bild von einer erwarteten kräftigen Erholung mit Fortschreiten der Impfkampagnen bekomme aktuell wieder Risse, hiess es allerdings auch. Einerseits harze es beim Impf-Tempo, andererseits sorgten die jetzt von vielen Ländern verhängten Verschärfungen und Verlängerungen der Einschränkungen für weitere Wirtschaftsdämpfer. Für Hoffnung sorgt vor allem die weiter lockere Geldpolitik der Notenbanken. So hat US-Notenbankpräsident Jerome Powell vor einem Parlamentsausschuss Kurshalten verkündet. Laut Redetext geht er davon aus, dass sich die US-Wirtschaft schneller als allgemein erwartet erholt und weiter an Fahrt aufnimmt. Das Fed werde die Wirtschaft «so lange wie notwendig» mit einer lockeren Geldpolitik stützen.

Der SMI ging 0,45 Prozent höher bei 11’098,66 Punkten aus dem Handel. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, legtes 0,54 Prozent auf 1’795,51 Zähler zu und der breite SPI 0,41 Prozent auf 14’016,82 Punkte. Von den 30 Titeln im SLI schlossen 18 im Plus, elf im Minus und einer (LafargeHolcim) unverändert.

Nach oben stachen unter den Blue Chips Sonova (+3,7%), Temenos (+3,1%) und Logitech (+2,1%) mit deutlichen Zugewinnen heraus. Für Sonova hatte JPMorgan das Kursziel erhöht. Alcon (+1,6%) erfreuten sich im Vorfeld des Investorentages einer guten Nachfrage. Analysten gehen davon aus, dass die Zweifel an der Erreichbarkeit der Mittelfristziele ausgeräumt werden könnten.

Auch defensive Werte wurden stärker nachgefragt. Zulegen konnten etwa Givaudan (+2,0%), Swisscom (+2,3%) oder Nestlé (+1,7%). Zusammen mit dem Pharmaschwergewicht Novartis (+1,2%) gab das dem Gesamtmarkt Auftrieb.

Ausreisser nach unten waren jedoch Roche (GS -1,7%), die nach einem Forschungs-Misserfolg abgestraft wurden. Der Pharmakonzern hat mit seinem Kandidaten Tominersen zur Behandlung der Huntington-Krankheit eine derzeit laufende Studie vorzeitig beendet. Das wird am Markt als grosse Enttäuschung verbucht, da Roche damit auch ein beachtliches Marktpotenzial durch die Lappen gehe.

Zyklische Papiere waren zweigeteilt. Baunahe Werte wie Sika (+1,0%) oder Geberit (+0,7%) profitierten von den Impulsen, die man sich gerade auch vom gigantischen Infrastrukturprogramm der US-Regierung verspricht. Die zuletzt gut gelaufenen Richemont (-0,5%), die zeitweise von Übernahmefantasien beflügelt wurde, gaben dagegen nach. Bei Swatch (-2,4%) schlugen die trüben Aussichten im Einzelhandel und in der Reisebranche voll durch.

UBS (-0,1%) drehten erst im späten Handelsverlauf leicht ins Minus. Für Aufsehen hatte hier einmal mehr der laufende Steuerbetrugsprozess am Berufungsgericht in Paris gesorgt. Die Staatsanwaltschaft hat im Vergleich zum erstinstanzlichen Urteil eine klar tiefere Busse gefordert. Bis ein Urteil vorliegt, brauchen die Anleger aber Geduld. Credit Suisse erholen sich mit +0,4 Prozent leicht vom jüngsten «Greensill-Rücksetzer».

Schwächster Wert unter den Blue Chips waren nachrichtenlos AMS mit -5,3 Prozent. Händler verweisen auf Lieferengpässe bei Chips. Die Unternehmen seien aber nur schwer in der Lage diesen Mangel auch in Einnahmen umzumünzen.

Forbo zogen im breiten Markt um 1,3 Prozent an. Der Industriekonzern lanciert einen Aktienrückkauf. Zur Rose sprangen nach den jüngsten Rückschlägen gar um 8,6 Prozent auf 358,50 Franken hinauf. Morgan Stanley hat die Abdeckung der Papiere mit einer Kaufempfehlung und einem hohen Kursziel von 500 Franken aufgenommen.

Comet haben dagegen 7,5 Prozent auf 215,50 Franken eingebüsst. Der grösste Aktionär hat ein bedeutendes Aktienpaket (7,5% der Anteile) zu 212 Franken das Stück losgeschlagen. Die Aussicht auf Osterferien daheim haben den Flughafen Zürich um 1,1 Prozent gedrückt und den Reisedetailhändler Dufry um 1,2 Prozent. Interroll (-5,7%) gaben ihre Zugewinne im Nachgang guter Jahreszahlen in der Vorwoche fast komplett wieder ab. (awp/mc/ps)

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