CH-Schluss: SMI mit leichten Verlusten

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag erneut mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Leitindex SMI kam damit auch nach dem Pfingstwochenende nicht in Fahrt. Zwar sorgte die Entspannung im Handelsstreit zwischen China und den USA für gute Stimmung, doch bremsten Kurseinbussen bei den defensiven Schwergewichten Nestlé und Novartis den SMI zu Beginn der verkürzten Handelswoche.

Die Regierungsbildung in Italien verunsicherte die Anleger derweil weiterhin. Die Pläne der Fünf-Sterne-Bewegung und der rechten Partei Lega, vom Sparkurs gemäss den EU-Vorgaben abzurücken und milliardenschwere Vorhaben wie Steuersenkungen durchzusetzen, sorgen angesichts der hohen Staatsverschuldung schon seit Tagen für Unruhe an den Finanzmärkten. Im Hintergrund bleiben auch die Zuspitzung im Iran-Konflikt und steigende Ölpreise ein Thema. Der Franken erstarkte wieder, der Euro-Wechselkurs fiel zuletzt wieder unter die 1,17-Marke.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor bis Börsenschluss 0,05 Prozent auf 8’936,07 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem der Einfluss der Schwergewichte begrenzt ist, zog um 0,23 Prozent auf 1’480,45 Zähler an. Der breite Swiss Performance Index (SPI) sank um 0,08 Prozent auf 10’662,39 Stellen. Von den 30 grössten Titeln schlossen 19 im Plus und elf im Minus.

Bankaktien führten die Gewinner im SMI an. Neben höheren Zinsen verbessere auch die aktuell steigende Volatilität die Ertragsmöglichkeiten der Finanzinstitute, sagten Börsianer. UBS-Aktien führten mit einem Plus von 2,0 Prozent die Gewinnerliste im SMI/SLI an. CS-Titel legten um 1,7 Prozent zu, Julius Bär um 1,4 Prozent. Zusätzlich verlieh den Schweizer Grossbanken eine positive Studie von JPMorgan Auftrieb.

Auch die Versicherungswerte notierten fester; einzig die Zurich-Aktien büssten 0,7 Prozent ein. Der Versicherungskonzern hat sein im April gestartetes Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen. Damit beendete der Versicherer die im Februar angekündigten Massnahmen zum Verwässerungsschutz der Aktie.

Mit den Finanzwerten konnten auch die Papiere zyklischer Firmen zulegen: Kursgewinne verzeichneten etwa die Aktien von Lonza (+1,7%), Adecco (+1%), LafargeHolcim (+0,9%) und ABB (+0,7%).

Swatch-Aktien gewannen 2 Prozent. Bei Branchenkollege Richemont (-0,7%) ging es hingegen nach unten. Die Aktien haben sich noch nicht vom Kurssturz am Freitag erholt, als der Luxusgüterkonzern ein enttäuschendes Jahresergebnis vermeldete. Auch eine Kursempfehlung von Julius Bär konnte die Aktie nicht aus dem Minus ziehen. Die Zürcher Bank kürte den Luxusgüterkonzern zur «Aktie der Woche».

Kurseinbussen fuhren weiter vor allem defensive Titel ein. Dabei zogen insbesondere die Marktschwergewichte den SMI nach unten: Nestlé verloren 1,4 Prozent, Roche 0,3 Prozent und Novartis 0,4 Prozent. Die Valoren von Novartis litten etwa unter der Preisgestaltung beim gemeinsam mit Amgen entwickelten Migränemedikament Aimovig. Zudem sieht sich der Pharmakonzern Untersuchungen der griechischen Justiz wegen Korruptionsvorwürfen gegenüber.

Federn lassen mussten auch die Papiere von Sonova (-1,3%). Der Hörgerätehersteller enttäuschte die Anleger mit den Zielvorgaben für das laufende Jahr. Diese fallen aus Sicht der Investoren eher vorsichtig aus.

Grösster Verlierer unter den Blue Chips waren die Vifor-Titel mit einem Minus von 4,7 Prozent. Die US-Zulassung für das Veltassa-Konkurrenzprodukt Lokelma von AstraZeneca setzte die Aktien des Pharmaunternehmens gehörig unter Druck.

Im breiten Markt waren Georg-Fischer-Aktien nach einer zuversichtlichen Studie der UBS und Zollzugeständnissen von China gefragt (+7,3%). Die Kudelski-Aktien wurden von einer Partnerschaft mit U-Blox auf Erholungsfahrt geschickt (+6,4%). Kudelski kann IoT-Sicherheitslösungen für eine Reihe von U-blox-Produkten liefern.

Bergab ging es dagegen mit den Kursen der Pharmaunternehmen Polyphor (-5,6%) und Kuros Bioscience (-2,1%). (awp/mc/cs)

SIX Swiss Exchange

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