CH-Schluss: Wenig verändert – 10’000er-Marke bleibt in Griffnähe

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat nach dem jüngsten Rekordlauf am Donnerstag eine Atempause eingelegt und wenig verändert geschlossen. Nach einem vorübergehenden Vorstoss auf ein neues Rekordhoch bei 9’906,77 Zähler schmolzen die Gewinne aber wieder ab. Die „10“ vor dem Hochkomma bleibt laut Händlern für den Leitindex aber in Greifweite.

Keine stärkere Bremse für die hiesigen Aktien war die Schweizerische Nationalbank, die in ihrem Hinweis auf die globalen Risiken für die Weltwirtschaft noch etwas skeptischer geworden ist als bei ihrer letzten Lagebeurteilung. Die Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der SNB bewegte mehr den Devisen- als den Aktienmarkt. Dabei hat der Franken aber entgegen den Absichten der Währungshüter leicht aufgewertet, und zwar sowohl gegenüber dem Euro als auch dem Dollar.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit 9’861,83 Punkten um 0,02 Prozent höher. Der Leitindex bewegte sich damit zwischen 9’906,77 und 9841,30 Zählern. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) beendete die Sitzung mit 1’508,74 Punkten um 0,03 Prozent niedriger. Der breite Swiss Performance Index (SPI) rückte um 0,04 Prozent auf 11’913,51 Punkte vor. 13 SLI-Titel legten zu und 17 gaben nach.

Die Märkte würden von den Notenbanken gestützt, sagte ein Händler in Zürich. Diese wollten offenbar auf „Biegen und Brechen“ verhindern, dass die Investoren nervös würden. Im Markt seien zwei bis drei Zinsschritte in den USA bis Ende Jahr eingepreist. „Das ist der Treibstoff, der die Börsen antreibt“, sagte ein anderer Händler. Dass die Marke von 10’000 Punkten falle, sei nur eine Frage der Zeit.

Gestützt wurde der Markt vor allem von den schwergewichtigen Pharmawerten und einigen zyklischen Titeln. Es waren aber in allen Sektoren Gewinner und Verlierer zu finden. Am meisten legten die konjunkturzyklischen LafargeHolcim (+1,7%) zu, die damit einen Teil der Vortageseinbusse aufholten. Die Aktie des Zementkonzerns hatte über vier Prozent an Wert eingebüsst, nachdem Grossaktionär Thomas Schmidheiny seinen Anteil reduziert hatte.

Dahinter rangierte in der SMI/SLI-Liste mit Sika (+1,1%) ein weiterer Bauzulieferer an zweiter Stelle. Dann folgten der Chiphersteller AMS (+0,9%), der Hörgerätehersteller Sonova (+0,8%) sowie die Pharmariesen Novartis (+0,7%) und Roche (+0,4%). Roche berichtete am Morgen über positive Studienresultate für sein Medikament Rituxan zur Behandlung einer seltenen Hautkrankheit.

Die Titel des Personalvermittlers Adecco (+0,6%) und des Logististikkonzerns Kühne + Nagel (+0,3%) reihten sich ebenfalls bei den Gewinnern ein.

An der Spitze der Verlierer standen Swatch (-1,2%) und Richemont (-1,1%). Händler erklärten die Abgaben mit den Demonstrationen in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong. Dies dürfte den Absatz von Luxusgütern erschweren, wie dies bereits schon einmal vor einigen Jahren bei den Regenschirm-Demonstrationen der Fall gewesen sei, sagt ein Händler.

Gewinnmitnahmen belasteten den Pharmazulieferer Lonza (-1,1%) und den Softwarehersteller Temenos (-0,8%).

Auch bei den als defensiv eingestuften Lebensmitteltiteln Nestlé (-0,5%), denen erheblicher Teil der SMI-Performance im laufenden Jahr geschuldet ist, brachten Anleger einen Teil der Ernte ins Trockene, hiess es.

Schwächer zeigten sich zudem die Banken UBS (-0,6%) und Credit Suisse (-0,2%). Die Nationalbank hatte mit ihrem am Morgen publizierten Stabilitätsbericht weitere Massnahmen zur Verhinderung einer Hypothekenkrise eingefordert, was den Sektor etwas belastet. Aber auch der Vermögensverwalter Julius Bär (-0,3%) konnte sich den Abgaben nicht entziehen.

Am breiten Markt schossen die Aktien von U-Blox um 8,4 Prozent nach oben. Die Technologiefirma hatte jüngst eine neue Chipset-Plattform UBX-R5 vorgestellt, die für den Mobilfunkstandard 5G vorbereitet werden kann. Dies würdigte die ZKB mit einer positiven Studie. Die Aktie wurde mit dem Rating „Übergewichten“ eingestuft. (awp/mc/ps)

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