CH-Schluss: SMI erklimmt neues Allzeithoch

Boerse

Zürich – Der Schweizer Börse ist es am Mittwoch gelungen, sich der Abwärtstendenz der globalen Aktienmärkte zu widersetzen. Der Leitindex SMI markierte am Nachmittag gar kurzzeitig ein neues Allzeithoch. Getragen wurde er von seinen defensiven Schwergewichten Roche und Novartis. Thema am Markt waren vor allem die Zinsen. Die grosse Frage sei, ob die US-Notenbank Fed bei der Anhebung der Zinsen im vergangenen Jahr übersteuert habe, sagte ein Börsianer. Bis September könne gar ein grosser Zinsschritt nach unten um 50 Basispunkte kommen, wenn das Umfeld schlechter werde, sagte er.

Von einem weniger deutlichen Schritt geht die die Ratingagentur Standard & Poor’s aus. Sie erwartet, dass das Fed in diesem Jahr eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte vornehmen wird. Bisher hatte S&P mit konstanten Zinsen für 2019 gerechnet. Der Wind habe aber gedreht, weil die Trump-Regierung an mehreren Fronten Handelskriege führe. Die Inflation in den USA ist im Mai ausserdem deutlicher zurückgegangen als erwartet. Die Teuerung dürfte dem Fed also auch keine Steine für allfällige Zinsschritte in den Weg legen, hiess es aus Marktkreisen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss schliesslich 0,24 Prozent höher bei 9859,73 Punkten. Dabei erzielte er am späten Nachmittag mit 9’882,40 Zählern ein neues Rekordhoch. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) schloss kaum verändert bei 1’509,23 Zählern. Der breite Swiss Performance Index (SPI) legte um 0,22 Prozent auf 11’909,10 Punkte zu. 17 SLI-Titel legten zu und 13 gaben nach.

Fester schlossen Lonza (+2,7% auf 336,40 Fr.). Der Broker Mainfirst hatte den Pharmazulieferer auf „Outperform“ von „Neutral“ hochgestuft. Das Kursziel lautet auf 385 Franken. Die Aktie hatte am Dienstag 2,6 Prozent gewonnen.

Die Anteile des Swatch-Rivalen Richemont (+0,5% auf 80,30 Fr.) profitierten von einer Kurszielerhöhung auf 98 von 92 Franken durch HSBC. Die britische Bank empfahl den Luxusgüterhersteller zum Kauf.

Positive „Apothekermeldungen“ waren Novartis und Roche (je +0,7%) eine gute Stütze. Novartis hatte neue Studiendaten für Cosentyx bei Arthritis veröffentlicht. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat für das Roche-Mittel Mabthera für zwei Blutgefässerkrankungen den Status „priority review“ gewährt.

Auch die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova (+1,6%) legten zu und stiegen kurzzeitig gar auf den höchsten Stand in der Firmengeschichte. Wie die Statistiken zeigten, legte der Hörgerätehersteller im Mai im Geschäft mit US-Kriegsveteranen kräftig an Marktanteilen zu. Dies wecke Ergebnishoffnungen, hiess es am Markt.

Das Schwergewicht Nestlé (+0,5%) schwang sich im Verlauf des Tages in die Gewinnzone auf.

Den stärksten Abschlag verbuchten die Aktien von LafargeHolcim (-4,2%). Grossaktionär Thomas Schmidheiny hatte seinen Anteil auf 7,2 Prozent von 10,9 Prozent reduziert. Rund 2,4 Prozent davon war am Dienstag im Rahmen eines Block-Trades zu 48,70 Franken je Titel verkauft worden, berichteten Händler. Weitere 1,3 Prozent beinhalten eine derivative Struktur über Call-Optionen. Händler sprachen von einer günstigen Kaufgelegenheit. „Die Aktie gibt nach wegen des Anteilverkaufs und nicht aufgrund von schlechten Nachrichten“, sagte ein Händler.

Gewinnmitnahmen machten derweil den Anteilen der Banken Credit Suisse (-1,7%), UBS (-1,1%) und Julius Bär (-0,8%) zu schaffen.

Auch die Technologiewerte AMS (-3,5%), Logitech (-1,0%) und Temenos (-2,1%), die am Vortag den Anstieg zusammen mit den Banken angeführt hatten, büssten einen Teil der jüngsten Gewinne ein.

Die am breiten Markt gehandelten Technologietitel Meyer Burger (-3,6%), Sensirion (-0,8%) und U-blox (-2,2%) konnten sich dem negativen Branchentrend nicht entziehen.

Die Aktien von Adval Tech (+0,6%) holten einen kleinen Teil der Vortageseinbusse auf. Der Autozulieferer hatte am Dienstag mehr als sieben Prozent verloren. (awp/mc/pg)

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