CH-Schluss: SMI gibt 0,9% auf 8909 Punkte nach

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Der Leitindex SMI büsste damit einen Teil der satten Vorwochengewinne ein. Er entfernte sich wieder klar von der psychologisch wichtigen Marke von 9’000 Punkten und rutschte vorübergehend sogar unter die 8’900er-Schwelle. Händler erklärten die Einbussen vor allem mit Gewinnmitnahmen, weil Anreize für weitere Käufe fehlten. Sie verwiesen ausserdem auf die ausgesprochen dünnen Handelsvolumina.

Die Berichtsaison machte zu Wochenbeginn Pause. Und auch von der Wall Street kamen keine Impulse, weil die dortigen Börsen wegen des „Washington’s Birthday“ geschlossen blieben. Derweil seien die Zinssorgen nicht völlig verschwunden, wurde im Handel betont. Der Fokus der Investoren richte sich deshalb auch schon auf den kommenden Mittwoch, wenn das Protokoll zum jüngsten US-Zinsentscheid veröffentlicht wird. Das Papier soll weitere Aufschlüsse über die künftige Geldpolitik des Fed liefern.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,87% tiefer bei 8’908,65 Punkten und damit am unteren Rand der Tages-Bandbreite von 8’898 bis 8’982 Stellen. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsste 0,80% auf 1’465,38 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,90% auf 10’260,82 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln gingen 25 tiefer, vier höher und einer unverändert aus dem Handel.

Die deutlichsten Einbussen bei den Blue Chips erlitten mit Vifor Pharma (-2,2%) und Schindler (-2,1%) zwei Titel, die zuletzt recht gut gelaufen waren. So weist Vifor die beste Performance seit Anfang Jahr im Feld des SMI/SLI aus. Die Schindler-Papiere hatten am Freitag nach der Vorlage von überraschend guten Jahreszahlen noch klar zugelegt.

Auch bei den weiteren Hauptverlierern – Sika (-1,9%), Swatch und Logitech (je -1,7%) sowie Lonza (-1,6%) – war zum Teil von Gewinnmitnahmen die Rede. Gerade die Lifescience-Papiere von Lonza hatten sich in der Vorwoche mit einem Plus von über 10% am klarsten nach oben bewegt.

Zurückgebunden wurde der Schweizer Markt – auch in Relation zu anderen europäischen Handelsplätzen – durch die defensiven Schwergewichte von Novartis (-1,4%), Roche (-1,0%) und Nestlé (-1,0%). Die Papiere des Nahrungsmittelkonzerns wurden auch durch einen Analystenkommentar der CS belastet. Die Experten der Grossbank senkten im Anschluss an den enttäuschenden Zahlenausweis von vergangener Woche das Kursziel und bestätigten das „Underperform“-Rating. Zuletzt habe Nestlé an Wettbewerbsfähigkeit eingebüsst und Marktanteile verloren, hiess es.

Überdurchschnittliche Verluste erlitten ausserdem Clariant (-1,2%). Für die Bank Vontobel sind die Chemie-Papiere nicht mehr kaufenswert; neu steht das Rating auf „Hold“ statt „Buy“. Nachdem der Druck durch den aktivistischen Investoren White Tale weggefallen sei, hätten sich sämtliche potenziellen Kurskatalysatoren in Rauch aufgelöst, so die zuständige Analystin.

Nur moderate Kurseinbussen erlitten die beiden Grossbankentitel von UBS (-0,4%) und CS (-0,3%).

Die vier einzigen Gewinner bei Handelsschluss stammten alle aus dem Versicherungssektor. Die deutlichsten Avancen verzeichneten Swiss Life (+1,3%), für welche die UBS das Rating auf „Buy“ von „Neutral“ anhob. Swiss Life sei für die Zukunft gut positioniert und am Markt werde nun mit höheren Kapitalrückflüssen gerechnet als bislang, lautete die Begründung.

Dahinter legten Swiss Re (+0,7%) am stärksten zu. Dabei dürften sich Neuigkeiten zum Softbank-Deal positiv ausgewirkt haben. Das japanische Konglomerat will sich bekanntlich mit bis zu 30% an der Swiss Re beteiligen. Wie die „Financial Times“ nun schrieb, kommen die Parteien in den Verhandlungen, in welchen es um mehrere Sitze im Verwaltungsrat geht, gut voran.

Im Plus schlossen ausserdem nur noch Bâloise (+0,4%) und Zurich (+0,2%).

Am breiten Markt standen Orell Füssli (-0,9%) unter Abgabedruck. Das Unternehmen gab bekannt, dass man für 2017 ein rückläufiges Ergebnis erwarte. Etwas besser als der Gesamtmarkt hielten sich hingegen Sunrise (-0,4%), nachdem am Wochenende Gerüchte über eine Übernahme durch UPC die Runde gemacht hatten. (awp/mc/pg)

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