CH-Schluss: SMI schliesst wenig verändert bei knapp 12’000 Punkten

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Freitag über weite Strecken seitwärts bewegt und auch nur wenig verändert geschlossen. Im Wochenvergleich ergibt sich trotzdem ein weiteres, wenn auch nur kleines Plus – das sechste in einer Reihe. Nach Wochen zum Teil kräftiger Gewinne mit einem neuen Rekordhoch habe der Markt eine Konsolidierung verdient, sagten Händler.

Zudem konnte auch der mit Spannung erwartete und von der US-Notenbank Fed als bevorzugtes Inflationsmass verwendete Inflationsindex PCE den Markt nicht beeinflussen. Wie von Analysten erwartet, stieg die Teuerung um 3,9 Prozent. Zudem stagnierten die Konsumausgaben der privaten Haushalte. Analysten waren hingegen von einem Zuwachs ausgegangen. Die Zahlen wurden zwar mit Erleichterung aufgenommen, konnten die Kurse aber nicht anschieben. Eine stärker anziehende Inflation hätte die Furcht der Anleger vor einem schnelleren Abebben der Notenbank-Gelder weiter angefacht, hiess es am Markt.

Der SMI schloss nach einem Verlauf in engen Spannen um 0,05 Prozent höher mit 11’999,70 Punkten. Damit hat der Leitindex in der zu Ende gehenden Woche ein halbes Prozent zugelegt. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, stieg um 0,06 Prozent auf 1945,92 und der breite SPI um 0,08 Prozent auf 15’420,47 Punkte. Im SLI hielten sich Verlierer (16) und Gewinner (14) in etwa die Waage.

Die mit Abstand grössten Abgaben verzeichneten die Logitech-Aktien (-3,6%). Goldman Sachs hatte die Papiere vor allem aus Bewertungsgründen auf «Neutral» von «Buy» herabgestuft.

Dahinter hielten sich die Kurseinbussen mit weniger als einem Prozent in Grenzen. Dabei war aber kein klarer Trend auszumachen. So schlossen sowohl defensivere Werte wie Givaudan (-0,8%) und Lonza (-0,4%) als auch zyklische Aktien wie Richemont (-0,7%), Swatch (-0,7%) und SGS (-0,4%) schwächer.

Die Anteile des Softwarehauses Temenos verloren 0,7 Prozent, was ein Händler mangels fehlender Nachrichten mit Gewinnmitnahmen und der stagnierenden Technologiebörse Nasdaq in Verbindung brachte.

Dass der Markt nicht vorwärtskam, war aber auch dem Pharmaschwergewicht Novartis (-0,5%) und etwas weniger auch den Papieren des Lebensmittelriesen Nestlé (-0,1%) geschuldet. Das Minus wurde allerdings durch ein Kursplus bei Novartis-Konkurrent Roche (+0,5%) etwas kompensiert. Dessen US-Tochter Genentech konnte damit auftrumpfen, dass die US-Behörde FDA dem Mittel Actemra eine Notfall-Zulassung zur Behandlung von Covid-19 bei hospitalisierten Erwachsenen und Kindern erteilt hat.

Grösser fielen die Kursaufschläge bei den stets volatilen Aktien des Sensorenherstellers AMS (+2,2%) aus.

Dahinter folgen Credit Suisse (+1,9%). Händler erklärten die Kursgewinne mit Erleichterungskäufen aber auch mit spekulativen Anschaffungen. Die Erleichterung komme vom Stresstest der US-Notenbank Fed, den die CS bestanden habe. Ebenso wichtig sei, dass die Bank die Zeichen der Zeit anscheinend erkannt habe und das eigene Haus komplett ausmisten wolle, sagt ein anderer Marktteilnehmer. Die Anteile von Rivale UBS (+0,2%), die den Stresstest ebenfalls gut bestanden hat, hinkten der CS aber hinterher.

Gefragt waren zudem baunahe Werte wie Holcim (+1,1%) und Sika (+0,2%) ebenso wie die am breiten Markt gehandelten Sulzer (+2,5%), Georg Fischer (+2,0%) und Meyer Burger (+6,8%) sowie die Papiere des Elektrotechnikriesen ABB (+0,8%), die von den Infrastrukturprojekten von US-Präsident Biden profitierten. Bei ABB sorgte zudem ein Bericht über eine mögliche Abspaltung der Prozessautomation für Gesprächsstoff.

Ansonsten fielen im breiten Markt Huber+Suhner (+6,8%) nach Eckdaten zum ersten Halbjahr sehr positiv auf. Dagegen drückte der überraschende Rücktritt von Vifor-CEO Stefan Schulze die Titel des Pharmaunternehmens erneut um weitere 5,3 Prozent ins Minus. (awp/mc/pg)

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