CH-Schluss: SMI büsst 2,30% auf 8’621,27 Punkte ein

CH-Schluss: SMI büsst 2,30% auf 8’621,27 Punkte ein

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag auf breiter Front sehr schwach geschlossen. Der Leitindex SMI war bereits mit Verlusten gestartet und weitete diese im frühen Handel rasch aus. Für die Talfahrt zu Monatsbeginn machten Händler enttäuschende Wirtschaftsdaten aus China verantwortlich, die zudem für hohe Nervosität an den Finanzmärkten gesorgt hätten. Zur Mittagszeit setzte der SMI zu einer Erholungsbewegung an, die im Zuge schwacher US-Daten aber abgebrochen wurde und den Kurs zwischenzeitlich auf Tagestief abgleiten liess. Die Stimmung in der US-Industrie trübte sich im Juli überraschend deutlich auf den tiefsten Stand seit Mai 2013 ein, was mit Blick auf die Zinserwartungen für weitere Verunsicherung gesorgt habe.

Mit den Verlusten knüpft die Schweizer Börse im September nicht nur an die schwache Performance im August (SMI -6,4%) an; es seien auch immer die gleichen Sorgen, welche die Märkte belasten, meinten Marktteilnehmer. Dabei stelle sich immer dringlicher die Frage, ob es sich beim jüngsten Rückschlag bloss um eine Korrektur handelt, oder um den Anfang einer länger dauernden Abwärtsspirale.

Der Swiss Market Index (SMI) stand zum Handelsende 2,30% tiefer bei 8’621,27 Punkten und damit knapp 60 Punkte über dem Tagestief. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab 2,14% auf 1’278,75 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 2,21% auf 8’786,39 Zähler ab. Die 30 Blue Chips schlossen bis auf Transocean und Aryzta alle im Minus.

Die Schweizer Blue Chips sind auf breiter Front zurückgefallen. Starke Einbussen verzeichneten insbesondere die Pharmawerte Novartis (-3,2%), Roche (-2,5%) und Actelion (2,4%). Novartis konnte den Erhalt der EU-Zulassung für die Kombinationstherapie aus Tafinlar und Mekinist bei einer bestimmten Art von Hautkrebs vermelden. Und für Actelion melden Branchenexperten in der Summe positive Ergebnisse von einem Kardiologie-Kongress. Diese «Sell on good News»-Verkäufe würde klar aufzeigen, wie angeschlagen der Markt aktuell ist, meinten Händler.

Auch die ebenfalls defensive Papiere von Swisscom (-2,4%) schlossen mit überdurchschnittlichen Abgaben, während Nestlé (-1,7%) und Givaudan (-1,9%) moderater abgaben.

Stark unter Druck standen zahlreiche Zykliker wie Lonza (-3,0%), LafargeHolcim (-2,9%) und Adecco (-2,6%). Und auch bei den Bankenaktien Credit Suisse (-3,2%), Julius Bär (-2,9%) und UBS (-2,0%) gaben die Kurse nach. Letztere hat ihren Konzernumbau in eine Holdinggesellschaft abgeschlossen und wird wie angekündigt eine Zusatzdividende von 0,25 CHF je Aktie ausschütten. Bei den Versicherern schnitten Zurich (-2,2%) und Swiss Re (-2,0%) am schwächsten ab.

Syngenta hingegen gaben mit -0,9% klar unterdurchschnittlich nach. Der Agrochemiekonzern meldete auch positive News: Er kann sein Anti-Pilzmittel Solatenol nun auch an amerikanische Landwirte verkaufen. Mit ersten «beträchtlichen» Umsätzen in den USA rechnen die Basler in der Anbausaison 2016. Das maximale Umsatzpotenzial von Solatenol veranschlagt Syngenta auf weltweit 1 Mrd USD.

Transocean (+0,6%) schlossen nach einem volatilen Handelsverlauf als einziger SMI-Wert im Plus und Aryzta ging unverändert aus dem Handel.

In der zweiten Reihe büssten Helvetia nach Halbjahreszahlen 1,5% ein. Die Versicherungsgruppe hat von der Integration der im vergangenen Jahr übernommenen Nationale Suisse und Basler Österreich profitiert. Die Gewinnschätzungen der Analysten wurden übertroffen. Mit höheren Notierungen wurden die Semesterberichte von Romande Energie (+0,3%) und Hiag (+0,9%) honoriert.

Auch Molecular Partners (+2,9%) waren gesucht. Das Biotechnologie-Unternehmen tritt am Mittwoch zum Zahlenrapport an. Überdurchschnittliche Abgaben verzeichneten im Gegenzug Kuoni (-5,5%) und die eher defensiven Immobilienwerte PSP (-3,6%). Letztere wurden von einer Ratingsenkung von JPMorgan belastet.

Den Börsenturbulenzen zum Trotz winkt der Schweizer Börse ein Neuzugang. Das Westschweizer Medizinaltechnik-Unternehmen Symetis plant noch im laufenden Jahr den Sprung an die SIX Swiss Exchange. Durch die Ausgabe neuer Aktien soll ein Bruttoemissions-Erlös von rund 80 Mio CHF erzielt werden. Derzeitige Investoren wollen 15 Mio CHF der Emission zeichnen. (awp/mc/upd/ps)

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