CH-Schluss: SMI verliert 1,1% auf 8767 Punkte

Boerse

Zürich – An den internationalen Finanzmärkten hat sich die Stimmung der Anleger am Dienstag deutlich eingetrübt und auch in der Schweiz wurden Aktien verkauft. Die Anleger seien verunsichert und hätten Gewinne ins Trockene gebracht, hiess es im Handel. Besonders stark rutschten Zykliker und Finanzwerte ab. Einen CH-Schluss: SMI verliert 1,1% auf 8767 Punkte

Die Sorgen der Anleger sind vielfältig und kreisen weiterhin um Themen wie die Debatten um den italienischen Haushalt, den Handelsdisput zwischen den USA und China, steigende Zinsen oder hohe Rohstoffpreise. Ausserdem spitzt sich die Lage für Saudi Arabien im Fall Khashoggi zu. Darüber hinaus hatten auch einige US-Unternehmen die Anleger mit Quartalszahlen enttäuscht.

Der Ausverkauf liess den Swiss Market Index (SMI) am Ende um 1,11 Prozent auf 8’767,15 Punkte zurückfallen. Das Tagestief lag gar bei 8’729 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab um 2,03 Prozent auf 1’369,27 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,46 Prozent auf 10’311,65 Stellen. Alle Blue Chips gingen mit Abgaben aus dem Handel.

Die gestiegene Nervosität liess sich auch am Volatilitätsbarometer VSMI ablesen. Dieses kletterte um weitere 12 Prozent in die Höhe. Die Bären, die auf sinkende Kurse setzen, hätten das Zepter in die Hand genommen, sagte ein Händler. Dabei seien die Sorgen um Italien und um den Zollstreit der USA mit China wieder in den Fokus gerückt.

Bei den Einzeltiteln rutschten AMS (-26%) besonders massiv ab. Der Chiphersteller ist zwar im dritten Quartal auf den Wachstumskurs zurückgekehrt, doch kritisierten Analysten die Entwicklung der Margen und auch den Ausblick fürs laufende Quartal. Das habe Zweifel an der Erreichbarkeit des mittelfristigen Margenziels genährt, hiess es. Am Montag hatten AMS mit Vorfreude auf die Zahlen noch um 5 Prozent zugelegt.

Auch Schindler verloren nach Neunmonatszahlen deutlich an Wert (-9,0%). Der Lift- und Rolltreppenhersteller ist von Januar bis September zwar kräftig gewachsen, einige Analysten hatten aber noch höhere Kennzahlen erwartet. Insbesondere Umsatz und Auftragseingang blieben deutlich hinter den Prognosen zurück.

Ebenfalls im Sinkflug befanden sich Logitech (-11%), obwohl die Gewinnerwartungen im zweiten Quartal eigentlich übertroffen wurden. Die Ziele hat der Hersteller von Computerzubehör zur Enttäuschung der Anleger allerdings nicht erhöht.

Vom Ausverkauf wurden aber auch einige Finanzwerte und Zykliker erfasst: So büssten die Grossbanken CS (-2,1%) und UBS (-2,0%) wie auch die Finanztitel in den USA stark an Wert ein. Deutliche Gewinnmitnahmen waren zudem bei Temenos (-5,4%), Sika (-3,8%) oder Partners Group (-3,6%) zu sehen.

Das defensive Schwergewicht Nestlé gab dem schlingernden Markt lange Zeit etwas Halt, ehe auch diese Titel ins Minus abrutschten. Am Ende verloren Nestlé aber nur 0,3 Prozent. Bei Novartis (-0,3%) und Roche (-0,5%) hielten sich die Abgaben ebenfalls in Grenzen.

Die Abwärtsbewegung hatte am Dienstag auch den breiten Markt erfasst, wobei GAM bei 5,70 Franken sogar ein neues Allzeittief setzten und am Ende um 17 Prozent auf 6,08 Franken nachgaben. Mittelabflüsse belasteten die Papiere des Vermögensverwalters. Idorsia verloren nach Zahlen 2,5 Prozent.

Ceva kamen kurz vor Handelsende ins Taumeln und verbilligten sich um 8,3 Prozent auf 21,55 Franken. Der dänische Rivale DSV brach den Versuch einer Übernahme des Schweizer Transportunternehmens ab. Ceva habe eine auf 30 Franken je Titel verbesserte DSV-Offerte abgelehnt, hiess es.

Die wenigen Gewinner wurden von Dottikon ES (+5,7%), Phoenix Mecano (+4,6%) und Cicor (+3,5%) angeführt, die sich allesamt ohne nennenswerte Nachrichten verteuerten. (awp/mc/pg)

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