CH-Schluss: SMI locker über 12’500 – Und Alcon geht durch die Decke

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch erneut im Plus geschlossen und ist damit weiter auf Rekordkurs. Nach einem leicht schwächeren Start legte der SMI schnell wieder den Vorwärtsgang ein und nahm die Marke von 12’500 Punkten ganz locker. Vor allem Gesundheitswerte verhalfen dem Markt zum erneuten Rekordstand, wobei die Papiere des Augenheilkonzerns Alcon nach einem unerwartet guten Zwischenbericht richtiggehend durch die Decke gingen. Grundsätzlich sei die Stimmung allerdings eher von Vorsicht geprägt gewesen, hiess es bei Händlern. Das zeigte sich etwa auch daran, dass die internationalen Aktienmärkte zum Teil deutlich im Minus standen.

Vor allem die rasante Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus sorgt im Markt für eine gewisse Verunsicherung. Viele Anleger gingen davon aus, dass die Erholung der Weltwirtschaft im zweiten Quartal wegen der anhaltenden Pandemie den Höhepunkt bereits überschritten haben könnte, meinte ein Händler. Zudem hätten sich die Anleger auch wegen der am Abend anstehenden Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank Fed, von der Aufschluss über die zukünftige US-Geldpolitik erhofft wird, eher zurückgehalten.

Der SMI als wichtiger Schweizer Aktienindex schloss um 0,54 Prozent höher auf 12’545,35 Punkten, wobei das neue Jahres- und Allzeithoch nun bei gut 12’573 Zählern liegt. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewann um 0,76 Prozent auf 2031,92 und der breite SPI um 0,53 Prozent auf 16’065,04 Zähler. Bei den 30 Top-Werten schlossen 22 höher und acht tiefer.

Massiv im Aufwind waren die Papiere des Augenheilmittel-Herstellers Alcon (+13,5%), wobei der kontinuierliche Kursanstieg erst gegen Schluss der Sitzung etwas abflachte. Die frühere Novartis-Tochter habe deutlich bessere Ergebnisse vorgelegt als erwartet, sagte ein Händler. Auch die Erhöhung der Prognose sei sehr positiv aufgenommen worden. «Aber dafür, dass die Aktie so durch die Decke ging, war wohl ein Shortsqueeze verantwortlich.» Da sich die Aktie längere Zeit kaum bewegt habe, hätten einige Marktteilnehmer auf fallende Kurse gewettet. «Und die wurden nun auf dem falschen Fuss erwischt», so der Händler.

Mit einigem Abstand folgten die Anteile des Pharmazulieferers Lonza (+1,9%). Diese hätten vom anhaltenden Kurfeuerwerk beim Branchennachbarn Polypeptide profitiert bzw. seien in dessen Windschatten ebenfalls gekauft worden. Die im breiten Markt gehandelten Polypeptide hatten am Vortag nach Zahlen knapp 11 Prozent zugelegt, am Mittwoch waren es erneut über 8 Prozent. Mit Straumann (+1,9%) und Roche (+0,7%) waren bei den Blue Chips weitere Papiere aus dem Gesundheitssektor bei den grössten Gewinnern.

Freundlich zeigten sich auch die Finanztitel, wobei die Banken CS (+1,3%), Julius Bär (+1,4%) und UBS (+0,4%) in der Tendenz etwas besser abschnitten als die Versicherer mit Zurich (+1,1%), Swiss Life (+0,3%) und Swiss Re (+0,2%).

Klar am Schluss der Tabelle bei den Blue Chips waren die Aktien von Swatch I (-3,7%) und Richemont (-2,8%) zu finden. Ihnen hätten sie Sorgen um die Wiederausbreitung der Coronapandemie im wichtigen Absatzgebiet Asien zu schaffen gemacht, hiess es am Markt dazu. Auch weitere konjunktursensitive Titel wie Schindler (-0,6%), Kühne+Nagel (-0,4%) und Geberit (-0,2%) mussten etwas Federn lassen. Der Sanitärkonzern wird am Donnerstag Zahlen präsentieren.

Im breiten Markt legten die Papiere von Poenina (+5,4%) deutlich zu. Investoren reagierten damit positiv auf die Entmachtung des Firmenchefs durch den Verwaltungsrat. Gruppen-Chef Jean Claude Bregy war wegen der kürzlich bekannt gewordenen, in der Vergangenheit begangenen, Straftaten unter Druck geraten. Die Aktien hatten deswegen stark an Wert eingebüsst. Nun stehe einer Erholung aber nichts mehr im Weg, sagte ein Händler. «Denn operativ läuft es dem Unternehmen gut.»

Emmi (+4,1%) und Tecan (+1,3%) legten nach Zahlen zu, Mobilezone (+7,7%) wurden lanciert durch eine Empfehlung der ZKB. Zur Rose (-5,6%), IVF (-0,6%) und SGKB (-0,4%) hatten nach Zahlen dagegen etwas Mühe. (awp/mc/pg)

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