CH-Schluss: Konjunkturhoffnung hält SMI im Aufwärtstrend

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag an den positiven Trend der Vorwoche angeknüpft und fester geschlossen. Händler beschrieben die Stimmung als gut. Diese wurde von der Hoffnung auf das US-Rettungspaket und damit verbunden auf eine rasche konjunkturelle Erholung sowie Fortschritte bei den Impfkampagnen deutlich aufgehellt. Die zuletzt etwas gestiegenen Zinsen hätten sich vor allem auf die Finanzwerte positiv ausgewirkt, hiess es weiter. Da wegen Feiertagen sowohl die Märkte in den USA als auch in China geschlossen waren und nennenswerte Unternehmensnachrichten dünn gesät waren, sei das Geschäft in ruhigen Bahnen verlaufen.

Zur guten Stimmung trugen zudem Banken bei, die sich positiv über die weitere Entwicklung der Aktienmärkte ausgesprochen hatten. Dazu zählten etwa die UBS und Credit Suisse, deren Anlagekomitees zuletzt die Aktienallokation „Übergewichten“ bestätigt haben. Dagegen äusserten sich die Fachleute der Zürcher Kantonalbank etwas vorsichtiger. Sie bezeichneten die Aktienmärkte „in luftigen Höhen“. Die hohe Bewertung sollte eine Warnung sein, dass Korrekturen jederzeit möglich sind. Die grössten Risiken sehen die Experten weiterhin in der Pandemie.

Der SMI schloss um 0,56 Prozent höher auf 10’940,99 Punkten und damit praktisch auf Tageshoch. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, rückte um 0,75 Prozent auf 1’751,05 Zähler vor und der umfassende SPI um 0,53 Prozent auf 13’647,37 Punkte. 25 der 30 SLI-Werte verbuchten einen Gewinn, vier waren schwächer und Roche unverändert.

Gesucht waren vor allem Finanzwerte. Sie profitierten vom Anstieg der Anleiherenditen. Höhere Renditen bedeuteten bessere Margen und höhere Erträge aus dem Anlagegeschäft, hiess es am Markt. Banken leiden seit Jahren unter dem Negativ-Zins-Regime der Zentralbanken. Die Aktien der Credit Suisse kletterten im Einklang mit dem europäischen Branchenindex um 2,9 Prozent in die Höhe. UBS gewannen 1,8 Prozent und Julius Bär 1,4 Prozent. Gesucht waren aber auch die Versicherer Swiss Life, Swiss Re (je +1,3%) und Zurich (1,2%), denen die Tiefzinsen ebenfalls zu schaffen machen.

Stark gefragt waren ausserdem die zyklischen Werte. Dem Chemiekonzern Clariant (+2,7%) verhalf abgesehen von den Konjunkturhoffnungen auch die Mitteilung, dass zwei neue Aktionäre gemeinsam eine Beteiligung von über 3 Prozent offenlegen mussten, zu Kursgewinnen.

Unter den Gewinnern waren zudem der Personalvermittler Adecco (+1,8%), der Zementriese LafargeHolcim (+1,8%), das Inspektionsunternehmen SGS (+1,2%) und der Luxusgüterhersteller Richemont (+1,3%) zu finden. Bis zu einem Prozent höher gehandelt wurden noch Geberit, Kühne+Nagel, Sika und ABB.

Vom anhaltenden Tech-Boom getragen wurden Logitech (+1,0% auf 105,80 Fr.), deren Kurs sich über 100 Franken etabliert zu haben scheint. Dagegen rutschten AMS (-0,4%) im Verlauf ins Minus.

Den stärksten Abschlag verzeichneten die als defensiv geltenden Givaudan (-0,8%). Bei den Gesundheitswerten waren Lonza (-0,1%) schwächer, Roche unverändert und Novartis (+0,5%) verbuchten einen Gewinn. Die Titel von Schwergewicht Nestlé (+0,1%) konnten sich ins Plus retten.

Am Tag vor der Bilanzvorlage legten Straumann um 0,9 Prozent zu. Schindler (-0,3%), die wie Temenos (+0,4%) am Mittwoch berichten, waren etwas tiefer.

Im breiten Markt büssten Molecular Partners 4,3 Prozent ein. RBC hatte die Empfehlung aus Bewertungsgründen auf „Sector Perform“ von „Outperform“ gesenkt. Die Aktie hat im laufenden Jahr 30 Prozent zugelegt.

Dafür schossen Igea (+13%) in die Höhe. Die Fusion mit dem britischen Unternehmen Blue Sky Natural Resources (BSNR) verzögert sich zwar, sollte aber spätestens Ende April 2021 abgeschlossen sein. Obseva (+6,6%) setzten den Aufwärtstrend fort. (awp/mc/pg)

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