CH-Schluss: Höher trotz höherer US-Inflation – Defensive stützen

Boerse

New York – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch trotz eines unerwartet starken Anstiegs der US-Inflation fester geschlossen. Händler sprachen von einer teilweisen Erholung von den Vortagesverlusten. Getragen wurde die Aufwärtsbewegung vor allem von den Kursgewinnen der schwergewichtigen Pharmawerte sowie der Bankaktien. Händler führten dies darauf zurück, dass bei steigenden Inflations- und Zinserwartungen Substanz- und Finanzwerte gegenüber Wachstumswerten bevorzugt würden.

In den USA ist die Teuerung im April stärker als im Markt erwartet auf 4,2 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit September 2008. Dies verstärkte die ohnehin schon kursierenden Erwartungen, dass die US-Notenbank Fed früher als erwartet von ihrer sehr lockeren Geldpolitik abrücken könnte. Obwohl die Inflation über dem Ziel der US-Notenbank Fed von zwei Prozent liegt, signalisierte das Fed bereits, dass es nicht auf den Preisanstieg reagiere werde. Die Entwicklung wird weiter als übergangsweises Phänomen betrachtet.

Der SMI schloss nach einem Tageshoch bei 11’069 Zählern noch um 0,41 Prozent höher bei 11’033,90 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind und in dem die Gewichtung der einzelnen Aktien gekappt ist, stieg um 0,13 Prozent auf 1779,41 Punkte. Der breite SPI gewann 0,26 Prozent auf 14’142,12 Zähler hinzu. Im SLI standen 16 Gewinnern 14 Verlierer gegenüber.

An der Spitze der Gewinner standen die Aktien der Banken Julius Bär (+1,9%), CS (+1,8%) und UBS (+1,3%). Ebenfalls fester waren die Versicherer Swiss Re (+0,8%) und Swiss Life (+1,0%). Zurich (-0,3%) dagegen büssten leicht an Terrain ein. Der Allbranchenversicherer hat im ersten Quartal zwar mit kräftigem Wachstum im Schaden- und Unfallgeschäft sowie der soliden Kapitallage überzeugt. Doch dürften Naturereignisse sowie die Coronakrise das Ergebnis 2021 belasten.

Auch die Anteile der auf alternative Anlagen fokussierten Partners Group (-1,9%) waren gegen den positiven Branchentrend unter den Verlierern zu finden.

Den stärksten Beitrag zum Kursanstieg des Marktes lieferten allerdings die Schwergewichte aus dem Pharmabereich: Novartis legten 1,4 Prozent zu und Roche 0,8 Prozent. «Defensiv und Substanzstark, das waren die Argumente heute», sagte ein Händler. Mit den Anteilen von Lonza (+0,6%), Straumann (0,2%) oder Vifor (+1,6%), Galenica (+1,6%) und zur Rose (+2,2%) waren weitere Titel aus dem defensiven Gesundheitssektor gesucht. Eine Ausnahme waren Sonova (-1,2%). Hier verwiesen Händler auf die Nachricht, dass der US-Kopfhörerspezialist Bose ein eigenes OTC-Angebot lanciert hat.

Zu den Gewinnern zählten zudem die wegen ihrer konstant hohen Dividende als Obligationenersatz taxierten Swisscom (+1,2%). Nestlé (+0,2%), ein weiterer defensiver Wert, bewegten sich knapp im Rahmen des Marktes.

Uneinheitlich waren die zyklischen Titel: So verteuerten sich Clariant (+1,2%), Geberit (+0,7%) und Adecco (+0,5%). Dagegen waren Richemont, SGS, Sika, ABB und Holcim zwischen 0,5 und 0,04 Prozent schwächer.

Den stärksten Abschlag verzeichneten allerdings der Technologiewert Logitech (-4,0%), der im Fahrwasser der kräftigen Kurseinbussen an der US-Technologiebörse Nasdaq ebenfalls unter Abgabedruck stand. AMS (-0,3%) waren ebenfalls schwächer, konnten die Abschläge zum Schluss noch deutlich eingrenzen. Dagegen verloren am breiten Markt gehandelte Technologiewerte wie VAT (-1,9%), Comet (-2,2%) oder Sensirion (-1,2%) an Wert.

Am breiten Markt zeigten Montana Aerospace einen erfreulichen Börsenstart. Die Aktien des Luftfahrtzulieferers wurden zu 25,65 Franken an Investoren ausgegeben und heute erstmals an der SIX zu 29 Franken gehandelt. Mit einem Kurs von 34,90 Franken ging der Debütant letztlich mit einem Kursplus gegenüber dem Ausgabepreis von 36 Prozent vom Parkett. (awp/mc/pg)

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