CH-Schluss: SMI gibt 0,2% auf 8’967 Punkte nach

CH-Schluss: SMI gibt 0,2% auf 8’967 Punkte nach

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag einen eher schwachen Tag eingezogen. Erst gegen Handelsende hin erholten sich die Notierungen im Schlepptau einer freundlich tendierenden Wall Street und festen Nestlé-Aktien wieder etwas. In den USA schienen die Börsianer ihre Furcht vor steigenden Zinsen nach einem Rücksetzer zur Wochenmitte zunächst überwunden zu haben.

Auslöser der Abgaben war das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung, das eine Fortsetzung des geldpolitischen Straffungskurses angedeutet hatte. Höhere Zinsen sind aber negativ für den Aktienmarkt, weil sich attraktive Renditen dann auch mit Festverzinslichen erzielen lassen. Zudem können höhere Zinsen die Profitabilität der Unternehmen schmälern. Marktbewegende Unternehmensnews waren am Berichtstag Mangelware.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Donnerstag 0,24% tiefer bei 8’967,43 Punkten, dies bei einem Tagestief von 8’899. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab um 0,42% auf 1’477,60 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,25% auf 10’321,48 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Titeln gingen deren 27 im Minus aus dem Tag und nur drei mit höheren Kursen.

Grössere Abgaben gingen am Vortag der Ergebnispublikation auf Swiss Re (-1,4%). Beobachtern zufolge ist aber bei den im bisherigen Wochenverlauf beobachteten ausserbörslichen Blocktransaktionen etwas Ruhe eingekehrt. Das ausserbörsliche Kaufinteresse habe spürbar nachgelassen, hiess es. Zuletzt hatten Medienberichte, wonach sich die japanische Softbank mit rund 10 Mrd CHF einkaufen könnte, für Bewegung in den Rückversicherungspapieren gesorgt.

Ebenfalls am Freitag die Jahreszahlen publizieren wird der Bauchemiehersteller Sika, dessen Papiere sich um 1,0% verbilligten. Sika hatte aber bereits im Januar die Umsatzzahlen publiziert und dabei schon relativ konkrete Angaben zur Gewinnentwicklung gemacht. Im Fokus stehen daher Aussagen zum aktuellen Geschäftsgang und zum Start ins neue Jahr.

Deutliche Abgaben gab es auch in anderen zyklischen Werten wie Aryzta (-1,2%), Swatch (-1,2%), ABB (-0,9%) oder Logitech (-0,9%).

Richemont verbilligten sich um 1,1%. Der Luxusgüterkonzern kommt nicht so schnell wie geplant mit dem Kauf der Online-Verkaufsplattform Yoox Net-A-Porter (YNAP) voran. Denn die italienische Börsenaufsicht verlangt erst Ergänzungen im Angebotsprospekt. Swisscom gingen «nur» 0,3% tiefer aus dem Tag. Der Telekom-Branchenführer will sein ultraschnelles Mobilfunknetz 5G bereits ab 2018 aufbauen und zieht damit den ursprünglich für 2020 geplanten Start um zwei Jahre vor.

Mit dem Gesamtmarkt schnitten die Finanztitel ab: Credit Suisse verloren 0,3%, Julius Bär 0,7% und UBS 0,2%. Die auf Private Equity spezialisierte Partners Group (-0,6%) gab am Berichtstag bekannt, man habe für das jüngste Direktanlageprogramm Kapitalzusagen in Höhe von 3 Mrd EUR erhalten.

Bei den Pharmaschwergewichten Roche (-0,1%) und Novartis (-0,3%) hielten sich die Abgaben in Grenzen. Nach Vorwürfen einer mutmasslichen Begünstigung durch Novartis soll das griechische Parlament Korruptionsvorwürfe gegen zehn Politiker untersuchen. Ausserdem gab das Unternehmen Erfolge bei einem Medikament bekannt.

Die Papiere des dritten Schwergewichts Nestlé (+0,8%) stützten den SMI, nachdem sie tagelang für Abwärtsdruck gesorgt hatten. Daneben verbuchten einzig Givaudan (+0,2%) und Sonova (+0,3%) Gewinne.

Im breiten Markt standen Cembra (+2,2%) nach Zahlen im Fokus. Die Konsumkreditbank hat mit ihrem Jahresergebnis 2017 die Erwartungen übertroffen, doch mit einem sehr vorsichtigen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr etwas enttäuscht.

Entgegen dem Trend waren auch Georg Fischer (+4,1%) gesucht nach einer Aufstufung durch Kepler Cheuvreux. Den umgekehrten Weg gingen Kudelski (-3,4%); hier hat die UBS das Kursziel gesenkt und ihre Verkaufsempfehlung bekräftigt.

Die Sunrise-Papiere haben am Donnerstag phasenweise stark nachgeben, schlossen aber am Ende 0,4% fester. Neben einer satten Abstufung durch die Analysten von Morgan Stanley sorgten auch die neusten Netzausbau-Pläne von Swisscom vorübergehend für Abgabedruck. (awp/mc/ps)

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