CH-Schluss: SMI mit Verlusten – Schwache Makrodaten belasten

CH-Schluss: SMI mit Verlusten – Schwache Makrodaten belasten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch den Handel tiefer beendet. Hatte der SMI sich bis zum Mittag hin noch ungefähr auf dem Niveau des Vortages bewegt, viel der Leitindex mit einer schwachen Börseneröffnung in den USA deutlich nach unten. Belastet wurde die hiesige Börse, wie auch die übrigen Handelsplätze in Europa und den USA, von schlechten Konjunkturdaten aus der Eurozone sowie von gemischt ausgefallenen Makrodaten aus den USA. In Übersee vielen zwar die ADP-Arbeitsmarktdaten gemäss den Erwartungen aus, der wichtige ISM-Einkaufsmanagerindex sowie die Bauausgaben blieben aber deutlich unter den Erwartungen.

Die Investoren würden nun damit beginnen, ihr Portfolio einem „Realitätscheck“ zu unterziehen und zu hinterfragen, ob die Kurse nicht zu weit gelaufen seien, hiess es dazu in einem Händlerkommentar. Einzelne Titel an der Schweizer Börse wichen allerdings etwas vom Gesamtbild ab. Dafür waren vor allem Neueinschätzungen durch Analysten verantwortlich.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor 0,52% auf 8’789,53 Punkte. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab 0,58% auf 1’299,29 Zähler nach, während der Swiss Performance Index (SPI) ebenfalls 0,52% auf 8’650,47 Punkte einbüsste. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 24 im Minus und 6 im Plus.

Die grössten Einbussen verzeichneten die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova (-2,8% auf 148,40 CHF). Merrill Lynch hat am Berichtstag das Rating gleich auf „Underperform“ von „Buy“ gesenkt und das Kursziel auf 153 von 157 CHF reduziert. Der Aktienkurs habe sich seit Anfang Jahr (+27% per Dienstagabend) stark entwickelt und die hohen Erwartungen für 2015 seien mittlerweile in den Konsenserwartungen enthalten, begründet der zuständige Analyst den Schritt.

An zweiter Stelle folgten Syngenta mit Minus 2,1%, dies trotz bekräftigter Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank. Demgegenüber verbesserte sich der Aktienkurs von Transocean (+0,1%) im Tagesverlauf markant, hatte das Dividendenpapier doch vor US-Börseneröffnung noch klar im tiefroten Bereich notiert. Trotz der Erholung kommen die Titel des Ölserviceunternehmens seit Monaten nicht auf Touren und sind mit einem Kursverlust von fast 29% der Hauptverlierer unter den Blue Chips seit Anfang Jahr.

Mit überdurchschnittlichen Abgaben zeigten sich noch Swatch (-1,1%), Actelion und Holcim (je -1,3%) oder Aryzta (-1,1%).

Abgebröckelt waren nach Börsenstart in den USA die Kurse der Schwergewichte Roche (-0,2%) und Novartis (-0,4%), die den SMI noch den längsten Teil des Handelstages gestützt hatten. Nestle (-0,7%) hatten bereits früher im Tagesverlauf nachgegeben.

Die grössten Kurszuwächse verzeichneten derweil die Aktien von Clariant (+0,7%), gefolgt von Kühne+Nagel (+0,4%). Bei Clariant haben die Experten von Exane BNP Paribas im Rahmen einer Sektorstudie das Kursziel minimal auf 14,70 von 14,90 CHF gesenkt, das Rating „Underperform“ bestätigt und Zweifel an der Erreichbarkeit der Ziele der Gesellschaft geäussert. Die Anleger zeigen sich davon aber wenig beeindruckt. Für Kühne+Nagel hat die Barclays-Bank das Rating auf „Overweight“ von „Underweight“ erhöht. Gleichzeitig wurde das Kursziel auf 137 von 105 CHF angehoben. Der zuständige Analyst geht davon aus, dass der Logistikkonzern weiter wachsen wird und betont die Aussicht auf eine Sonderdividende für 2015.

Knapp im Plus schlossen auch Zurich Insurance (+0,04%). Der Versicherungskonzern hat eine Vertriebsvereinbarung mit dem brasilianischen Detailhändler Via Varejo abgeschlossen. Laut eigenen Angaben wird das Unternehmen mit diesem Deal zur Marktführerin für Garantieverlängerungs-Versicherungen in Brasilien.

In der zweiten Reihe wurden die Quartalsabschlüsse diverser kleinerer Unternehmen vorgelegt – etwa von OTI Energy (-12,2%) und CI Com (-5,9%), die die höchsten Kursverluste verzeichnen. Auf der anderen Seite gewannen Zwahlen& Mayr (+9,6%) sowie Groupe Minoteries (+8,3%) am meisten.  (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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