CH-Schluss: SMI gewinnt 0,4% auf 8664 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Mittwoch bei insgesamt wenig bewegtem Handel im Plus beendet. Nach dem starken Vortag hatten die wichtigsten Indizes aufgrund schwächerer Vorgaben zwar etwas tiefer eröffnet, legten danach aber etwas zu und stiessen entsprechend im Laufe des Morgens in positives Territorium vor. Aufgrund fehlender Impulse aus den USA geschah danach nicht mehr allzu viel. Vor allem die defensiven Pharmatitel waren für das leichte Plus im SMI verantwortlich.

Insgesamt war von einem sehr ruhigen Handel die Rede. Wegen des US-Nationalfeiertags, an dem die amerikanischen Börsen geschlossen bleiben, hätten fast jegliche Impulse gefehlt, meinte ein Händler. Die Anleger hätten sich auch angesichts der drohenden Verschärfung des Handelsstreits zwischen den USA und China nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen wollen. Am Freitag dürfte die US-Regierung Zölle auf chinesische Waren in Kraft setzen. China droht derweil mit Gegenmassnahmen: Ab Freitag sollen Zölle auf US-Güter im Wert von 34 Milliarden Dollar erhoben werden.

Der Swiss Market Index (SMI) notierte zum Handelsschluss 0,44 Prozent höher bei 8663,53 Punkten und damit nicht allzu weit vom Tageshoch entfernt. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,13 Prozent auf 1’423,80 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,22 Prozent auf 10’366,86 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 13 im Plus und 17 im Minus.

Gefragt waren angesichts der unsicheren weltwirtschaftlichen Lage vor allem defensive Werte. Insbesondere die beiden Pharmamtitel Novartis (+2,0%) und Roche GS (+0,9%) profitierten von Anschlusskäufen, wie Händler betonten. Novartis sind vor allem seit Ende letzter Woche gesucht, als die Abspaltung der Augensparte Alcon bekannt wurde. Bei Roche kam die Wende Mitte Juni nach diversen guten Studienergebnissen bzw. einem lange andauernden Abwärtskurs in den Wochen und Monten davor. Insgesamt stehen beide Titel im Jahresverlauf aber weiterhin stark im Minus.

Klar grösster Gewinner unter den Blue Chips waren Vifor Pharma (+4,7%) und damit ein weiter Pharmatitel. Die Credit Suisse hatte das Rating für den Titel auf «Outperform» von «Neutral» hochgestuft und das Kursziel deutlich erhöht. Mit Swisscom (+1,5%) gehörte ein weiteres defensives Papier, das zuvor arg gebeutelt wurde, zu den grössten Gewinnern. Die ebenfalls defensiven Nestlé (+0,3%) standen phasenweise auch klar im Plus, konnten die Gewinne aber nicht ganz halten.

Bei den schwächsten Werten waren vor allem mehr oder minder konjunktursensitive Werte wie Logitech (-2,4%), Clariant (-1,4%), ABB (-1,3%), LafargeHolcim (-1,2%) oder Geberit (-1,1%) zu finden. Firmenspezifische Gründe dafür waren keine vorhanden.

Einige grössere Bewegungen gab es derweil im breiten Markt. Comet etwa verloren nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung knapp 20 Prozent. Das Röntgengeschäft im ersten Halbjahr sei enttäuschend verlaufen, teilte das Freiburger Unternehmen am Morgen mit. Analysten zeigten sich konsterniert über die Neuigkeiten aus Flamatt. «Die Finanzwelt ist brutal. Unternehmen, die enttäuschen werden abgestraft», sagte ein Händler.

Die Valoren der VAT Group (-8,1%) wurden in Sippenhaft genommen. Als Halbleiterzulieferer werde Comet als ein «entfernter Verwandter» der auf Vakuumventile spezialisierten VAT angeschaut, hiess es im Handel.

Die Aktien von Autoneum (-6,7%) standen laut Marktkreisen unter Verkaufsdruck aus dem Ausland. Im hiesigen Handel wurde auf eine Kurszielreduktion durch die UBS sowie auf mehrere Gewinnwarnungen deutscher Automobilzulieferer verwiesen. Die Branche habe das Zyklushoch wohl durchschritten, so hiess es etwa. Weitere zyklische Werte wie Tornos, Cicor, Dätwyler oder Lem verloren alle ebenfalls über 5 Prozent, zum Teil gar deutlich darüber.

Implenia (-3,2) büssten nach der Meldung über einen neuen Konzernchef ebenfalls klar an Terrain ein. Nachfolger des langjährigen Chefs Anton Affentranger wird der frühere Novartis-Manager André Wyss. Klar im Plus schlossen derweil Adval Tech (+3,7%), Coltene (+3,3%) oder Mikron (+2,5%). (awp/mc/pg)

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