CH-Schluss: SMI rettet kleines Plus

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat seine anfänglichen Gewinne im Tagesverlauf zwar deutlich eingedämmt, aber noch im positiven Bereich geschlossen. Angetrieben von den beiden Pharma-Schwergewichten Roche und Novartis hatte der Leitindex am Morgen zuerst stark zugelegt. Im Laufe des Tages schmolzen die Gewinne der Big Pharma und damit auch des SMI allerdings dahin – vor allem bei Novartis.

Insgesamt sorge die weiterhin grosszügige Geldpolitik der Zentralbanken bei den Börsianern für gute Stimmung und trieb sie zu Käufen an. Am Vorabend hatte die amerikanische Fed wenig überraschend angekündigt, mit der Drosselung ihrer Anleihekäufe zu beginnen, die Zinsen jedoch vorerst nicht anzurühren. Am Nachmittag doppelte dann die britische Notenbank BoE nach: Auch sie hält sich, zur Überraschung der Anleger, mit der Anpassung ihrer Zinsen zurück. An den europäischen Börsen gab es für diese Entscheidung Applaus. Das britische Pfund sackte jedoch nach diesem Entscheid ab.

Der SMI schloss um 0,16 Prozent höher auf 12’401,05 Zählern. Im Frühhandel war zwischenzeitlich bis auf 12’512 Zähler gestiegen und damit dem bisherigen Rekordhoch vom August auf gut 60 Punkte nahegekommen. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind und in dem die Gewichtung der Einzelwerte gekappt ist, gewann 0,25 Prozent auf 2013,15 Punkte, während der umfassende SPI um 0,46 Prozent auf 16’035,76 Zähler anstieg. 19 der SLI Werte legten zu und standen damit 11 Verlierern gegenüber.

Im Fokus standen die Anteile der beiden Pharmariesen. Novartis verkauft seine Beteiligung am Rivalen Roche, die der Konzern während rund 20 Jahren gehalten hatte. Roche kauft das rund ein Drittel grosse Paket an Inhaberaktien für 19 Milliarden Franken zurück und will die Titel vernichten, was zu einer Gewinnverdichtung führt.

Am Markt wurde das grundsätzlich begrüsst. Die Roche-Genussscheine schlossen nach einem zwischenzeitlichen Rekordhoch von 378,95 Franken bei plus 0,5 Prozent auf 370,30 Franken. Händler kritisierten jedoch, es sei unklar, was Novartis mit dem Erlös aus dem Verkauf mache. Nach anfänglich starken Gewinnen büssten die Titel von Novartis bis zum Handelsende 0,2 Prozent ein.

Klare Verlierer im SMI waren am Donnerstagnachmittag die Aktien der CS (-4,8%). Die Bank gab ihre Zahlen zum dritten Quartal und ein Update zur Strategie bekannt. Die Neuorganisation sei weniger überraschend, als sich manche erhofft hätten, hiess es am Markt. Und der erhoffte Kulturwandel beim Eingehen von Risiken sei wohl schwer umzusetzen. Auch die anderen Finanzwerte wie Julius Bär (-2,2%) und UBS (-1,5%) gehörten zu den Verlierern.

An der Spitze des Index lieferten sich die beiden Technologieunternehmen AMS Osram und Temenos ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das am Ende von Temenos mit einem Plus von 4,7 Prozent gewonnen wurde. Ob dies die Fortsetzung der Kurserholung ist oder ob wieder spekulative Käufe eine Rolle spielen könnten, ist laut Händlern jedoch ungewiss. AMS Osram, die am Dienstag deutlich für ihre Quartalszahlen abgestraft wurden, gewannen 3,6 Prozent hinzu und machten damit zumindest einen Teil der Verluste wett.

Die Aktien von Nestlé (+0,8%) hatten am Nachmittag bei 123,70 Franken einen neuen Kursrekord geschafft. Händler verwiesen darauf, dass im Zusammenhang mit der Transaktion der beiden Pharmariesen auch bei Nestlé Spekulationen am Markt herumgeisterten: Nestlé könnte ja die Beteiligung an L’Oréal verkaufen, womit sich ein Milliardenbetrag generieren liesse, heisst es etwa.

Gewinne verbuchten auch die Medtech-Titel Sonova (+3,2%) und Straumann (+2,8%). Alcon konnten nicht mithalten und schlossen 0,3 Prozent tiefer.

In den Aktien von Adecco (+1,4%) und Geberit (+1,3%), die zuletzt nach Zahlen unter Druck geraten waren, setzte sich gemäss Händlern die Erholung fort. Und Logitech (+0,6%) dürfte die Abwärtsspirale langsam überwunden haben, hiess es.

Am breiten Markt fielen Ypsomed (+5,5%), Obseva (+2,6%) nach Zahlen positiv auf. Auch Addex verbuchten zum Handelsschluss einen Gewinn von 0,8 Prozent nach Zahlen. Swissquote (+5,5%) profitierten von einer positiven Analystenbeurteilung, während Vontobel (-6,8%) nach einer Analysten-Herabstufung abgestraft wurden. (awp/mc/ps)

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