CH-Schluss: SMI schliesst klar über 12’000 Punkten schwächer

Boerse

Zürich – Die Marke von 12’000 Punkten beim Leitindex SMI bleibt umkämpft. Am Mittwoch hat der Schweizer Aktienmarkt zwar etwas schwächer geschlossen, der SMI konnte sich aber über der 12’000-Punkte-Marke halten. Belastet wurden die Kurse laut Händlern vom deutlichen Anstieg der US-Inflation und der sich rasant ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus. Im späten Handel konnte der Markt die Verluste dann aber noch eingrenzen. Geschuldet war dies vor allem der US-Notenbank.

US-Notenbankchefs Jerome Powell sagte gemäss einer vorab veröffentlichten Rede vor dem US-Kongress am Abend, die Wirtschaft habe zwar Fortschritte nach dem schweren Corona-Einbruch gemacht. Bis zu einer ausreichenden Erholung sei der Weg aber noch weit. Es dauere daher noch eine Weile, bis über eine Reduktion der geldpolitischen Unterstützung nachgedacht werden könne. Spekulationen über die US-Geldpolitik gehören zu den Hauptthemen an den Finanzmärkten. Fachleute rechnen damit, dass das Fed um die Jahreswende herum die Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft etwas zurückfahren dürfte. Weitere Impulse könnten von dem am späteren Abend erwarteten Konjunkturbericht, dem «Beige Book», ausgehen.

Der SMI schloss nach einem Tagestief bei 11’986 Zählern um 0,23 Prozent tiefer bei 12’043,35 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, fiel um 0,20 Prozent auf 1946,37 und der breite SPI 0,21 Prozent auf 15’488,73 Zähler. Von den 30 SLI Werten waren 19 schwächer und 11 fester.

Die stärksten Abschläge verbuchten unter den Blue Chips die eher defensiven Titel: So büssten Lonza (-1,1%), Swisscom (-1,0%), Alcon (-0,9%) und Givaudan (-0,8%) Terrain ein.

Zu den Verlierern zählten auch die Finanzwerte Partners Group (-0,9%), die am Donnerstag erste Angaben zum ersten Halbjahr machen wird, sowie die Grossbank Credit Suisse (-0,8%) und die Versicherer Swiss Re (-0,7%) und Swiss Re (-0,5%).

Laut Händlerangaben bevorzugten die Anleger aufgrund der Aussicht auf weiterhin offene Geldschleusen und tiefe Zinsen eher zyklische und Wachstumswerte und weniger Substanzwerte. Dies bremste auch die Pharmawerte Novartis (-0,3%) und Roche (-0,2%) sowie den Lebensmittelmulti Nestlé (-0,4%).

Zudem litten die Versicherer Zurich (-0,4%), Baloise (-0,3%) und Helvetia (-0,4%) unter den Befürchtungen, dass aus den jüngsten Unwetter erhebliche Schadenforderungen resultieren könnten.

Aber auch einzelne Technologie- und zyklische Werte gaben nach. Dazu zählten Temenos (-0,5%) und Logitech (-0,6%), Clariant und SGS (je -0,5%).

Auf der anderen Seite profitierten Aktien der Banken UBS (+0,2%) und Julius Bär (+0,1%) von den guten Quartalsabschlüssen der US-Konkurrenz. Bei Bär kam ausserdem ein positiver Kommentar von Goldman Sachs hinzu. Die Bank äusserte sich zuversichtlich über die anstehenden Halbjahreszahlen und erhöhte das Kursziel.

An der Spitze der Gewinner standen aber die beiden Luxusgüterhersteller Swatch (+2,8%) und Richemont (1,9%). Während bei Swatch Anschlusskäufe nach dem unerwartet guten Halbjahresbericht und wegen der günstigen Aussichten den Kurs hoben, verhalfen der Richemont-Aktie Käufe vor dem Quartalsbericht vom kommenden Freitag zu Kursgewinnen.

AMS (+0,2%) drehten im Verlauf ins Plus. Händler erwähnten dabei einen Bericht von Bloomberg, wonach der iPhone-Hersteller Apple im laufenden Jahr die Produktion neuer iPhones um bis zu 20 Prozent erhöhen will.

Zu den Gewinnern zählten zudem Straumann (+1,2%) und Sonova (+0,2%), die aber erst im späten Geschäft zulegen konnten.

Am breiten Markt kam es bei Bossard (-0,9%) zu Gewinnmitnahmen, nachdem das Industrieunternehmen das beste Halbjahr seiner Geschichte veröffentlicht hatte. (awp/mc/ps)

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