CH-Schluss: SMI schliesst nach ruhiger Sitzung etwas fester

Boerse
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag nach einer Sitzung in engen Spannen leichte Gewinne verbucht. Der Leitindex SMI konnte die anfängliche Schwäche, bei der er ein neues Jahrestief markierte, wettmachen. «Aber für eine Erholung reichte es nicht», sagte ein Händler. Nach der schwachen Vorwoche sei die Stimmung weiterhin getrübt und die Anleger hätten sich daher auch nicht aus der Deckung getraut. In der Vorwoche war das Barometer um 5,7 Prozent gefallen – so stark wie beim Einmarsch Russlands in die Ukraine. Da in den USA feiertagbedingt nicht gehandelt wurde, seien die Impulse von jenseits des Atlantiks zudem ausgeblieben.

Das Thema Inflation sei derzeit omnipräsent und dürfte auch weiterhin für volatile Kurse sorgen, hiess es weiter. Die Mischung aus steigenden Zinsen und der Aussicht auf eine Abkühlung der Konjunktur bis hin zu einer Rezession dämpften den Risikoappetit der Anleger. Geschürt würden die Ängste von den Notenbanken, die vergangene Woche entweder die Zinsen erhöht oder solche Schritte in Aussicht gestellt haben. Da die Daten bisher keine Abkühlung an der Preisfront zeigten, dürften die Notenbanken ihre verstärkt restriktiv gewordene Geldpolitik fortsetzen. Damit hänge auch weiterhin die Angst vor einer Rezession über den Märkten.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,33 Prozent höher auf 10’485,91 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, stieg um 0,14 Prozent auf 1612,60 und der breite SPI um 0,33 Prozent auf 13’504,20 Zähler. Im SLI gaben 14 Werte nach und 16 legten zu.

An die Spitze der Gewinner bei den Blue Chips setzten sich die Aktien von AMS Osram (+1,7%) und VAT (+0,7%), die von den positiven Vorgaben der Nasdaq am vergangenen Freitag etwas Auftrieb erhielten. Ebenfalls gesucht waren Swisscom (+1,5%).

SGS stiegen um 2,1 Prozent. Der Warenprüfkonzern SGS lanciert ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 250 Millionen Franken und will damit das Kapital reduzieren.

Zu den Gewinnern zählten die Grossbanken UBS (+1,2%) und Credit Suisse (+1,6%). CS notierten aber trotzdem weiterhin unter der Marke von 6 Franken. Höher schlossen zudem die Versicherungen Swiss Re (+1,6%) und Zurich (+1,4%).

Andere Finanztitel wie Partners Group (-1,7%) setzten den Korrekturpfad fort. Händler befürchten, dass die Gebühreneinnahmen merklich sinken, wenn die Aktienbewertungen unter Druck bleiben. Zudem sorgten höhere Zinsen dafür, dass Übernahmen teurer werden dürften. Aber auch Temenos (-1,1%) und Julius Bär (-0,9%) gaben nach. Ein Händler erklärte das Minus bei Swiss Life (-0,8%) mit Umschichtungen in Zurich.

Verlierer gab es zudem unter den zyklischen Branchen. So schlossen baunahe Werte wie Geberit (-2,5%), Sika (-2,2%) und Holcim (-0,5%) tiefer. «Das berüchtigte ‹R›-Wort wird immer häufiger verwendet, da der rezessive Wind immer stärker durch die Wirtschaftsdaten und die Kursbewegungen weht», kommentierte ein Händler.

Die Aktien von ABB (-1,3%) schlossen ebenfalls mit Verlust. Der Elektrokonzern verschiebt den Börsengang seiner Sparte E-Mobility.

Dass der Markt im Plus schloss, verdankte er den Schwergewichten Nestlé (+0,7%), Novartis (+0,8%) und Roche (+0,4%), bei denen sich im späteren Handel ein positiver Trend durchsetzte.

In den hinteren Reihen stiegen Valora um 5,9 Prozent. Der Detailhändler baut sein Filialnetz weiter aus und übernimmt 71 Tankstellenshops von Oel-Pool. Addex (+5,4%) und die ebenfalls arg gebeutelten Molecular Partners (+15%) setzten zu einer Erholung an. Kinarus (+5%) reagierten positiv auf das Update zum Corona-Kandidaten KIN001.

Bei Dufry (+6,8%) und Flughafen Zürich (+2,4%) sorgte die Prognoseerhöhung des Weltluftfahrtverbands IATA für 2023 für steigende Kurse. Idorsia (+4,6%) profitierten von einem positiven Kommentar der Citigroup über den Verkaufsstart des Schlafmittels Quviviq. (awp/mc/pg)

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