CH-Schluss: SMI sinkt 0,8% auf 8569 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag mit starken Abgaben geschlossen. Nach einem negativen Start erholte sich der Leitindex SMI zwar am frühen Nachmittag kurz, doch bekamen die Anleger vor dem Wochenende wohl erneut kalte Füsse und so rutschte der Index wieder deutlich ins Minus. Dabei wurde die Stimmung der Anleger nicht nur hierzulande, sondern weltweit vor allem von der Furcht um einen Handelskrieg belastet, nachdem US-Präsident Donald Trump Strafzölle gegen China angekündigt hatte.

Peking antwortete darauf umgehend mit Plänen für Vergeltungszölle und deutete an, sich eventuell weniger stark in US-Staatsanleihen zu engagieren. Gewinner gebe es bei einem Handelskrieg keine, kommentierte ein Marktbeobachter. Die Massnahmen und Gegenmassnahmen würden nicht nur den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt, sondern auch der gesamten Weltwirtschaft schaden. Angesichts der Verunsicherung der Anleger legte auch der als «Angstbarometer» geltende Volatilitätsindex VSMI weiter zu. In der Schweiz lag der Fokus auch auf dem dritten IPO der Woche von Medartis.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,80% tiefer bei 8’569,08 Punkten, wobei er während des Tages sein Tief bei 8’549 Punkten erreicht hatte. Im Vergleich zum Freitag vor einer Woche gab der Leitindex um 3,5% nach. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,79% auf 1’409,23 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI) schloss 0,77% im Minus bei 10’006,38 Zählern. Von den 30 wichtigsten Titeln gingen 26 mit Verlusten und vier mit Gewinnen aus dem Handel.

Schwächste Werte im SMI/SLI waren bei Börsenschluss die Papiere des Reisedetailhändlers Dufry (-1,8%), gefolgt von den Papieren des kriselnden Backwarenherstellers Aryzta (-1,6%). Doch auch Zurich (-1,6%) oder Partners Group (-1,5%), die zur Wochenmitte nach starken Jahreszahlen noch ein Allzeithoch erreicht hatten, verloren deutlich. Ebenfalls schlecht erging es den Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch (-1,2%) und Richemont (-0,9%), die massgeblich vom Konsumhunger in China abhängig sind.

Auch die Grossbankenwerte CS (-1,4%) und UBS (-0,7%) litten deutlich unter den Unsicherheiten am Markt. Die Titel der beiden Finanzinstitute hatten bereits am Vortag stark eingebüsst, wobei Beobachter auf Sorgen um ein schlechtes Abschneiden des Investment Banking nach den jüngsten Marktverwerfungen verwiesen hatten. Gemäss dem am Freitag publizierten Geschäftsbericht verdiente CS-CEO Tidjane Thiam 2017 mit 9,7 Mio CHF etwas weniger als im Jahr davor (10,2 Mio) und liegt lohnmässig klar hinter UBS-CEO Sergio Ermotti.

Schwach präsentierten sich schliesslich auch Novartis (-1,4%), die von guten Studienresultaten zum MS-Medikament Siponimod (BAF312) nicht gestützt wurden. Wie bereits bekannt, will Novartis das Zulassungsgesuch für das als potenziellen «Blockbuster» geltende Medikament in den USA noch in der ersten Jahreshälfte 2018 einreichen, für die EU ist der Schritt für das dritte Quartal geplant.

Etwas besser als der Gesamtmarkt hielten sich die schwergewichtigen Nestlé (-0,5%) und Roche GS (-0,2%), die aber ebenfalls im Minus schlossen. Die Roche-GS erhielten Unterstützung von den Analysten von Jefferies, die in einer Branchenstudie ihre Kaufempfehlung für die Titel bekräftigten.

Leicht im Plus schlossen dafür Vifor, Givaudan sowie die defensiven Swisscom (je +0,1%), die während der Woche mit Blick auf das von Salt angekündigte Konkurrenzangebot aber stark nachgegeben hatten. Und auch Clariant (+0,4%) verzeichneten ein Plus.

Am breiten Markt verloren Interroll (-10%) derweil deutlich. Der Lagerlogistiker hatte vorbörslich für das Geschäftsjahr 2017 zwar einen Gewinnanstieg mitgeteilt, allerdings gingen die Margen aufgrund höherer Investitionen und F&E-Kosten zurück. Zulegen konnten dagegen die Aktien des Derivatespezialisten Leonteq (+5,8%).

Der dritte Börsengang der Woche verlief derweil erfolgreich. Die Titel von Medartis schlossen bei 61,96 CHF und damit klar über dem Ausgabepreis von 48 CHF. Die beiden anderen Debutanten der Woche – Asmallworld und Sensirion – schlossen mit -0,3%, resp. -1,9% beide im negativen Bereich. Allerdings notierten sie damit immer noch deutlich über dem jeweiligen Ausgabepreis. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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