CH-Schluss: SMI klettert 1,9% auf 8’715 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag kräftig zugelegt. Nach der verlustreichen Vorwoche und weiteren deutlichen Einbussen am Montag stabilisierte sich damit der SMI. Die Hoffnungen auf eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China hätten die Märkte etwas beruhigt, kommentierte ein Analyst. Jedenfalls habe die Regierung in Peking zur Mittagszeit bekräftigt, die Strafzölle auf US-Automobile – wie vom US-Präsidenten bereits verlautbart – zu senken.

Zusätzlich positive Impulse kamen am Berichtstag von der Wirtschaft. Alles in allem aber bleibe festzuhalten, dass die Börsen weiterhin politisch getrieben werden, so der Analyst weiter. Bis dato sei keiner von den besagten Unruheherden gelöst und die Unsicherheit damit weiter latent. Dies habe das Brexit-Chaos in London am Vortag eindrücklich bewiesen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,92 Prozent im Plus bei 8’715,08 Punkten. Der SMI stand damit weiterhin rund 25 Punkte tiefer als der Stand zum Wochenschluss. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewann 1,97 Prozent auf 1’336,97 Punkte hinzu und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,81 Prozent auf 10’182,89 Zähler. Von den 30 SMI/SLI-Werten gingen bis auf zwei alle im Plus aus dem Handel.

Spitzenreiter unter den Bluechips waren die Aktien des Halbleiterherstellers AMS (+10%). Am Montag noch waren sie mit einem erneuten Kursrutsch um mehr als 7 Prozent die grössten Verlierer gewesen. Sorgen um den iPhone-Hersteller hatten die Aktien in den vergangenen Monaten gebeutelt.

Auch die Techwerte Logitech und Temenos (je +4,8%) legten kräftig zu.

Darüber hinaus zogen auch die konjunktursensiblen Uhrenhersteller Swatch (+3,3%) und Richemont (+3,2%) deutlich an. Die Kursgewinne waren mit einer Mischung aus Gegenbewegung und den jüngsten Nachrichten über den Handelsstreit zu erklären. Immerhin stellt Asien für beide Unternehmen eine der wichtigsten Absatzregionen dar.

Am kräftigsten schoben allerdings die defensiven Schwergewichte Novartis (+2,4%), Nestlé (+1,9%) und Roche (+1,4%) den Schweizer Leitindex an.

Von den Bankenwerten legten Julius Bär (+3,8%) besonders deutlich zu, aber auch CS (+2,0%) und UBS (+1,8%) verbuchten Gewinne. Die kleinere der beiden Grossbanken hält am (morgigen) Mittwoch einen Investorentag ab. Zahlreiche Marktteilnehmer gehen davon aus, dass ein Aktienrückkauf angekündigt wird.

Klare Verlierer waren hingegen Kühne+Nagel (-1,1%). Vontobel senkte die mittelfristigen Schätzungen für das Volumenwachstum etwas. Die Anpassungen basierten auf den jüngsten Äusserungen des Unternehmens sowie die anhaltenden Handelsspannungen, hiess es.

Etwas moderater gaben zudem Sonova (-0,7%) ab. Mit Blick auf die Titel des Hörgeräteherstellers wurde im Handel von Umschichtungen in Richtung des dänischen Rivalen William Demant gesprochen.

Ausserdem zeigten sich Givaudan (+0,7%) etwas schwächer als der Durchschnitt, nachdem die US-Investmentbank Morgan Stanley angesichts höherer Rohmaterialpreise Sorgen um die Margen äusserte.

Am breiten Markt beschleunigten indes die Aktien des Lebensmittelherstellers Hochdorf (-14%) ihre Abwärtsbewegung. Nach der Gewinnwarnung am Vortag äusserte sich die Credit Suisse und Research Partners am Dienstag zurückhaltend zu den Titeln.

Santhera-Aktien (-11%) fielen ebenfalls massiv. Auslöser hierfür war vor allem die Ankündigung vom Vorabend, dass der Verwaltungsrat des Pharmaunternehmens beantragen wollte, mehr frisches Kapital aufzunehmen als ursprünglich angekündigt. Das Aktionariat stimmte dem Antrag an der ausserordentlichen GV vom Dienstag dann auch zu.

Zulegen konnten auf der anderen Seite etwa Zur Rose (+1,3%). Patienten in Deutschland können verschreibungspflichtige Medikamente auch künftig bei einer Online-Apotheke bestellen. Das von der Koalition ursprünglich angepeilte Verbot des Versandhandels ist vom Tisch. (awp/mc/ps)

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