CH-Schluss: Schwache Schwergewichte ziehen SMI ins Minus

Boerse

Zürich – Die Schweizer Börse hat am Mittwoch erneut schwächer geschlossen. Nach einem den ganzen Tag über weitgehend richtungslosen Verlauf drehte der Leitindex SMI am späten Nachmittag ins Minus. Belastet wurde er vor allem von klaren Abgaben der Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche.

Daten aus den USA zum Wirtschaftsgang und zum Arbeitsmarkt, die etwas besser ausgefallen waren als erwartet, verhalfen dem Markt dagegen nur zeitweise ins Plus. Wichtigstes Gesprächsthema am Markt war die laut einem Kommentator auffallnd gehässig geführte Fernsehdebatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Zu befürchten sei nun, dass sich das „Chaos“ bis zur Wahl und sogar darüber hinaus fortsetzen könnte, wenn Trump das Ergebnis nicht anerkennen wolle.

Der SMI ging am Mittwoch bei 10’187,00 Punkten aus dem Handel, was einem Rückgang um 0,41 Prozent entsprach. Der SLI, in dem die Gewichtung der Schwergewichte gekappt ist, gab derweil um 0,08 Prozent auf 1’553,69 Zähler nach und der breite SPI verlor 0,27 Prozent auf 12’724,65 Punkte. Bei den Blue Chips schlossen 16 im Minus und 14 im Plus.

Belastet wurde der hiesige Markt von den Abgaben der Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,7%) und vor allem Roche (-1,6%). Händler verwiesen auf Sorgen der Investoren, dass bei einem Wahlsieg des demokratischen Herausforderers Joe Biden in den US-Präsidentschaftswahlen die Medikamentenpreise im wichtigen Gesundheitsmarkt USA unter Druck kommen könnten. Das dritte SMI-Schwergewicht Nestlé (-0,3%) drehte gegen Handelsende ebenfalls ins Minus.

Deutliche Abgaben erlitten auch die am Vortag noch starken Temenos (-1,3%) wie auch die Aktien des Logistikunternehmens Kühne+Nagel (-1,1%). Die Analysten zeigten sich uneinig, ob der Konzern anlässlich der Zahlen zum dritten Quartal die tiefen Erwartungen vor allem in der Luftfracht übertreffen kann.

Die Aktien des Schmuck- und Uhrenkonzerns Richemont (-0,3%) schlossen ebenfalls schwächer. Die CS-Analysten bekräftigten am Mittwoch ihr „Underperform“-Rating für die Titel, sie blieben zudem mit ihren Gewinnerwartungen deutlich unter dem Marktkonsens. Die Aktien des Konkurrenten Swatch (+0,4%) legten dagegen zu.

Bei den Versicherungstiteln konnten Swiss Life (+0,5%) fester schliessen, während Zurich (-0,2%) und die Titel des Rückversicherers Swiss Re (-0,3%) nachgaben. Aus Kalifornien kamen am Mittwoch weitere negative Meldungen über Feuersbrünste in den Weinbauregionen Napa und Sonoma Valley.

Zu den klareren Gewinnern gehörten dagegen Sika (+0,9%). Der Bauzulieferer berichtete am Mittwoch anlässlich seines Investorentags über eine zunehmende Dynamik im Bausektor. Zudem habe Sika während der Krise seinen Mitbewerbern Marktanteile abgejagt, erklärten die Verantwortlichen des Zuger Unternehmens.

Auch eine Reihe weiterer zyklische Titel hatte Aufwind. So schlossen auch die baunahen Geberit (+0,6%) sowie LafargeHolcim (+0,5%) oder auch Adecco (+0,3%) über dem Vortag. Zulegen konnten auch Givaudan (+0,2%), nachdem der Duftstoffhersteller am Vorabend den Verkauf eines kleineren Bereichs angekündigt hatte. Rückenwind verlieh aber auch eine Hochstufung der Titel auf „Buy“ von „Hold“ durch die deutsche Bank Berenberg.

Deutlich im Plus schlossen aber auch die Grossbankenwerte CS (+1,9) und UBS (+1,7%) sowie die Julius Bär-Titel (+2,5%). Die Zürcher Vermögensverwaltungsbank denkt über eine Rückkehr in die USA nach, zumindest um von dort die lateinamerikanischen Kunden zu bedienen. Die klarsten Avancen im SMI/SLI gab es für die volatilen Titel des Chipherstellers AMS (+3,1%).

Am breiten Markt gewannen die MCH-Aktien nach Halbjahreszahlen 3,7 Prozent hinzu. Die Basler Messegruppe ist zwar deutlich in die Verlustzone gerutscht, Analysten hatten aber mit noch schlechteren Zahlen gerechnet.

Zulegen konnten auch die Titel der Vermögensverwaltungsbank EFG International (+1,2%). Diese gab den Verkauf des aus der BSI-Übernahme verbliebenen Retailgeschäfts mit rund 7000 Kunden an die Tessiner Kantonalbank bekannt. Die Abgabe des „nicht profilkonformen“ Geschäfts mache Sinn, kommentierte die ZKB. (awp/mc/pg)

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