CH-Schluss: Dank Konjunkturhoffnung fester – Credit Suisse im Fokus

Boerse

Zürich – Die freundliche Stimmung an der Schweizer Börse hat auch am Dienstag nach den Osterfeiertagen angehalten und für Kursgewinne gesorgt. Getragen wurde der Aufwärtstrend laut Händlern von der wachsenden konjunkturellen Zuversicht. Nach guten US-Arbeitsmarktdaten am Karfreitag folgten zu Wochenbeginn auch aus China und Europa erfreuliche Zahlen. So ist in Europa die Anlegerstimmung so gut wie seit August 2018 nicht mehr.

Und dies, obwohl in Europa die Virusfallzahlen steigen und weitere Einschränkungen die Konjunkturerholung im Gegensatz zu den USA verzögern dürften. Die Marktteilnehmer blendeten die Pandemie wohl aus und wetteten auf eine Wirtschaftserholung, hiess es Markt. Für zusätzliche Unterstützung sorgte auch die Entspannung der Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen auf wieder unter 1,7 Prozent.

Der SMI schloss um 0,58 Prozent höher auf 11’182,95 Zählern, aber unter der Marke von 11’200 Punkten. Der Leitindex stieg nur kurzzeitig darüber auf ein neues Jahreshoch bei 11’213,79 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewann 0,61 Prozent auf 1’818,61 und der breite SPI 0,62 Prozent auf 14’211,09 Zähler. Im SLI legten 21 Aktien zu und sieben schlossen tiefer. Schindler PS und Julius Bär waren unverändert.

Im Fokus standen Credit Suisse (-0,4%), deren Aktie sich volatil zwischen 9,92 und 10,405 Franken auf und ab bewegte. Im Zuge des Archegos-Debakels, das die Anteilsscheine der Bank in der Vorwoche um 18 Prozent einbrechen liess, stellte die CS für das erste Quartal einen Vorsteuerverlust in der Höhe von 900 Millionen Franken in Aussicht. Darin eingeschlossen ist eine Belastung von 4,4 Milliarden aus der Pleite des US-Hedgefonds. Risikochefin Lara Warner und Investment Bank-Chef Brian Chin verlassen daher die Bank. Zudem sollen Boni der Konzernleitung und die Dividende gekürzt und das Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt werden. Obwohl damit der Schaden im Rahmen der Erwartungen der Analysten ausfallen dürfte, setzen diese dennoch Fragenzeichen hinter die langfristigen Perspektiven der Bank.

Die Aktien der Rivalin UBS zählten dagegen mit einem Kursgewinn von 1,4 Prozent zu den stärksten Papieren am Dienstag.

Die Hoffnungen auf ein Anspringen der Konjunktur liess die Anleger stark nach zyklischen Werten greifen. Besonders gefragt waren die Bauzulieferer LafargeHolcim (+1,8%), Sika (+1,1%) und Geberit (+1,3%), die zusammen mit dem Industrieriesen ABB (+1,6%) zu den grössten Profiteuren des US-Infrastrukturprogramms gehören sollen. ABB erhielt zusätzliche Unterstützung von einem Kommentar von Goldman Sachs. Ebenfalls im Aufwind war der Personalvermittler Adecco (+0,9%) und der Chemiekonzern Clariant (+0,8%).

Zu den Gewinnern zählten neben UBS noch der Vermögensverwalter Partners Group (2,6%) und der Versicherer Swiss Life (+0,7%) sowie Finanzwerte aus der zweiten Reihe. So wiesen Leonteq (+2,5%) trotz Dividendenabschlag ein Plus aus. Auch die Papiere der Bank Linth (+3,4%), Vontobel (+1,2%) und Swissquote (1,4%) legten zu.

An der Spitze der Gewinner stand der Luxusgüterhersteller Richemont (+2,8%). Rivale Swatch legte um 1,4 Prozent zu. Möglicherweise hätten sich die Anleger bereits vor der am (morgigen) Mittwoch beginnenden Uhrenmesse «Watches & Wonders», die erstmals im Internet stattfindet, positioniert, hiess es am Markt.

Als Stütze des Marktes erweis sich der Nahrungsmittelriese Nestlé (+0,7%). Dagegen hinkten die Pharmaschwergewichte Novartis (+0,3%) und Roche (-0,03%) dem Markt hinterher.

Den stärksten Abschlag verbuchten Swisscom (-5,1% oder 26,10 Franken). Der Telekomtitel wurde ex-Dividende von 22 Franken gehandelt. Etwas schwächer waren AMS (-0,5%), Straumann (-0,3%) und Swiss Re (-0,2%).

Am breiten Markt stiegen Dufry (+3,5%) und Flughafen Zürich (+1,1%) dank guter Vorgaben aus dem Ausland. Mit den Titeln lasse es sich gut auf allmähliche Lockerungen wetten, hiess es. (awp/mc/pg)

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