CH-Schluss: SMI klettert 1,1% auf 8’629 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag ordentliche Gewinne verbucht. Die Verluste vom schwachen Wochenauftakt machte der SMI damit wieder wett und schloss sogar klar über der 8’600-Punkte-Marke. Das Hauptthema waren auch an diesem Tag die Verhandlungen zwischen den USA und China im Zollstreit. „Gespräche mit China laufen sehr gut“, schrieb US-Präsident Donald Trump am Dienstagnachmittag auf Twitter. Der Präsident sei in Plauderstimmung und bringe mit neuen Tweets die Börsen auf Erholungskurs zurück, kommentierte ein Marktbeobachter. Die „Trump-Show“ habe den Risikoappetit der Investoren gesteigert.

Unterhändler beider Länder waren am Montag in Peking zu zweitägigen Verhandlungen zusammengekommen. Es waren die ersten direkten Handelsgespräche, seit Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping vor fünf Wochen einen „Waffenstillstand“ vereinbart hatten. Ausserdem habe der US-Präsident auf dem Kurznachrichtendienst weiter gegen weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank gewettert, schrieb der Experte weiter. Ein weiterer US-Notenbanker sieht im laufenden Jahr mittlerweile nur noch eine Zinserhöhung als wahrscheinlich an. Noch sind die Investoren auf zwei weitere Zinsschritte eingestellt. Insgesamt sei die Verunsicherung der Investoren aber nach wie vor spürbar, wurde am Markt betont.

Der Swiss Market Index (SMI) gewann 1,1 Prozent auf 8’629,48 Punkte. Im Hoch erreichte der SMI gar 8’670,67 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte um 0,97 Prozent auf 1’329,09 zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,07 Prozent auf 10’077,94 Stellen. Von den 30 SLI-Titeln schlossen alle bis auf fünf den Handel im Plus. Die Ausschläge bei den einzelnen Titeln waren relativ hoch: Die Bandbreite reichte von -4 bis +11 Prozent.

Aus der Reihe tanzten Sika (-4,0%), die gegen den Trend klar im Minus schlossen. Als Hauptgrund dafür galten die neusten Angaben des Unternehmens zur Profitabilität, welche markant unter den Erwartungen ausfielen. Die zugleich angekündigte Grossakquisition des französischen Unternehmens Parex wird derweil unterschiedlich beurteilt. Ähnlich stark verloren Geberit (-3,8%), nachdem Goldman Sachs die Titel neu zum Verkauf empfohlen hatte.

Die vielen Gewinner führten hingegen AMS (+11%) mit einem kräftigen Plus an. Dieses war umso beachtlicher, weil das südkoreanische Technologieunternehmen Samsung im vierten Quartal 2018 einen Gewinneinbruch erlitten hat. Die Anleger schienen dagegen eher einem positiven Analystenkommentar von Hauck & Aufhäuser zu folgen. Händler hörten jedoch, dass die aktuellen Kursgewinne vor allem einigen wenigen Marktteilnehmern zu verdanken seien. Bereits am Montag hatten AMS um 9,6 Prozent zugelegt.

Auch die anderen Technologietitel im SLI – besonders Temenos (+3,2%), aber auch Logitech (+1,6%) – verbuchten Avancen.

Aufwärts ging es auch mit Swiss Life (+3,2%) und Adecco (+3,1%). Beide Titel profitierten von Kaufempfehlungen. JPMorgan stufte Swiss Life im Rahmen einer Branchenstudie neu mit „Overweight“ ein und verwies auf die Ankündigung des Versicherers, die Ausschüttungsquote zu erhöhen. Für Adecco sprach die UBS ebenfalls eine Kaufempfehlung aus, nachdem sie zuvor die Aktie mit „Neutral“ eingestuft hatte.

Auch die Schwergewichte waren bei den Gewinnern anzutreffen: Für Roche und Novartis (+1,9%) ging es dabei deutlicher aufwärts als für Nestlé (+0,5%).

Am breiten Markt richtete sich das Augenmerk indes unter anderem auf Comet (-1,2%), wo der Machtkampf um das Verwaltungsratspräsidium in die nächste Runde ging. Händler erklärten sich die negative Kursreaktion auf den Beteiligungsausbau durch Veraison damit, dass der Grossaktionär als Käufer weiterer Titel wegfällt. Veraison brauchte nämlich genau einen Stimmenanteil von 10 Prozent, um eigene Traktanden für die ordentliche GV stellen zu können.

Auffällig zulegen konnten auf der Gegenseite unter anderem Kudelski (+5,3%) oder Valiant (+3,5%). (awp/mc/ps)

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