CH-Verlauf: Berichtssaison stützt SMI

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstag ganz im Zeichen der aktuellen Berichtssaison. Gleich vier Blue Chips haben Zahlen vorgelegt und die Mehrzahl von ihnen weiss zu überzeugen. Die generelle Stimmung wird denn auch weiter als positiv gesehen. Neben den verschiedenen Quartalszahlen – nicht nur hierzulande – lieferte auch die US-Notenbank Fed mit ihrer Zinsentscheidung am Vorabend zwar Gesprächsstoff, ein Kurstreiber ist sie aber nicht.

Wie erwartet hält sie an ihrer historisch lockeren Geldpolitik fest, gibt sich zugleich aber etwas zuversichtlicher für die US-Wirtschaft. Auch die Wertpapierkäufe in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar im Monat setzt sie fort. Die zuversichtlicheren Töne zur Wirtschaftsentwicklung könnten laut Börsianer aber in absehbarer Zeit einen Kurswechsel der amerikanischen Notenbank einläuten. Aufschluss über den Zustand der US-Wirtschaft dürften im Handelsverlauf denn die Daten zum US-BIP liefern. Als Stütze sehen Händler derweil auch die Rede von US-Präsident Joe Biden, der vor dem US-Kongress für seine ehrgeizigen Grossprojekte warb.

Der SMI steigt gegen 11.05 Uhr um 0,25 Prozent auf 11’131,44 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewinnt 0,40 Prozent auf 1809,79 Punkte und der breite SPI 0,34 Prozent auf 14’336,91 Zähler. Im SLI stehen 18 Gewinnern 12 Verlierer gegenüber.

Der absolute Favorit der Anleger an diesem Handelstag ist Straumann. Die Aktien verteuern sich um annähernd 10 Prozent und sind damit der mit Abstand grösste Gewinner im SLI. Die Umsatzentwicklung erfuhr beim Dentalimplantatehersteller aus Basel im ersten Quartal einen kräftigen Wachstumsschub. Gerade beim organischen Umsatzwachstum übertraf der Weltmarktführer selbst die kühnsten Schätzungen der Analysten klar. Entsprechend hat das Unternehmen auch gleich die Vorgaben für dieses Jahr angehoben.

Auch der Telekomkonzern Swisscom weiss zu gefallen, wie das Plus von mehr als 5 Prozent zeigt. Das Unternehmen hat mit den vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal die Erwartungen übertroffen – allerdings trug dazu auch ein Sondereffekt mit bei. Als grosse Überraschung werten Analysten indes die gleichzeitig angekündigte Glasfaserpartnerschaft mit Salt.

Beim dritten Blue Chip mit Zahlen, Logitech (+1,4%), ist der Aktienkurs mittlerweile auch auf Gewinne eingeschwenkt. Im frühen Handel waren die Papiere kurzzeitig ins Minus abgerutscht. Wie die Zahlen zum vierten Quartal einmal mehr untermauerten, ist der Konzern ein Gewinner der Coronakrise und hat Rekordwerte bei den Umsätzen erzielt.

Dagegen halten Clariant (-2,9%) nach Zahlen die rote Laterne. Der Spezialchemiekonzern hat zwar solide Zahlen vorgelegt, allerdings ist er in den USA in rechtliche Auseinandersetzung involviert, was Analysten als mögliche Belastung sehen.

Auf der Gewinnerliste sind zudem noch zahlreiche Vertreter der Gesundheitsbranche zu finden. So profitieren Lonza (+2,3%) davon, dass die Produktion des Moderna-Covid-19-Impfstoffs in Visp verdoppelt werden soll.

Alcon (+1,3%) wiederum setzen ihren jüngsten Aufwärtstrend fort und haben erneut eine Bestmarke gesetzt. Die Zuversicht steige vor den kommende Woche anstehenden Quartalszahlen. Auch Sonova (+1,3%) können sich behaupten.

Dagegen bewegen sich die beiden Pharmaschwergewichte Roche (+0,2%) und Novartis (-0,3%) in unterschiedliche Richtungen.

Besonderes Augenmerk gilt laut Händlern an diesem Tag auch der Technologiebranche. So ziehen und Temenos (+0,8%) und AMS (+0,6%) jeweils überdurchschnittlich an. Am Vorabend hatten Netflix und Apple nach US-Börsenschluss starke Zahlen vorgelegt, und auch an diesem Donnerstag kommen von der europäischen Konkurrenz gute Zwischenberichte.

Auf der Verliererseite sind unterdessen vor allem Zykliker zu finden. So leiden Kühne+Nagel (-1,8%) aber auch Geberit (-0,8%) unter negativen Analystenkommentaren. Schindler PS (-2,8%) setzen die Vortagesschwäche fort. Der Konkurrent Kone hat am gestrigen Mittwoch mit seinem enttäuschenden Auftragseingang die Unsicherheit vor den morgigen Schindler-Zahlen geschürt.

Im breiten Markt fallen Santhera (-5,6%) mit deutlichen Abgaben auf. Wie das Biopharmaunternehmen am Morgen mitteilte, bleibt die weitere Zukunft wegen finanzieller Engpässe ungewiss.

Dem stehen Aufschläge von 5,3 bis 2,8 Prozent bei Igea Pharma, Obseva oder auch Medacta gegenüber. (awp/mc/ps)

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