CH-Schluss: SMI verliert 0,7% auf 8858 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die neue Woche mit klaren Kursverlusten begonnen. Nach einem schwachen Start hatten sich die wichtigsten Indizes bis am späteren Morgen zwar deutlich erholt, sie verloren danach aber wieder klar an Terrain und schlossen gemessen am Blue Chips Indikator SMI ein knappes Dreiviertel Prozent tiefer. Das Index-Schwergewicht Novartis sowie vor allem Technologie- und konjunktursensitive Werte standen am Ende der Tabelle.

Laut Händlern standen die «üblichen» Problemfaktoren einer besseren Entwicklung entgegen: also die Angst vor einer deutlichen Konjunkturabkühlung oder der immer noch ungelöste Brexit. Aber auch der Shutdown in den USA war weiter ein Thema. Das vorläufige Ende sei zwar grundsätzlich eine gewisse Erleichterung, aber das Problem sei halt nicht gelöst und dürfte schon bald wieder auftauchen, meinten Marktteilnehmer.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor am Montag 0,72 Prozent auf 8’857,85 Punkte und schloss damit mehr oder weniger auf Tagestief. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsste derweil 0,75 Prozent auf 1’381,70 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,64 Prozent auf 10’367,76 Punkte ein. Von den 30 grössten Werten lagen bei Tagesschluss 26 im Minus, drei im Plus und einer (Swiss Re) unverändert.

Wieder mal zuoberst auf der Verliererliste waren die meist sehr volatilen Aktien des österreichischen Halbleiter-Herstellers AMS (-3,7%), wobei das Minus phasenweise noch deutlich ausgeprägter war. Ein schwacher Ausblick des US-Branchenunternehmens Nvidia habe hier auf die Stimmung gedrückt, sagte Marktteilnehmer. Der auf Grafikchips spezialisierte US-Konzern habe so der ganzen Branche einen herben Rückschlag erteilt, hiess es, nachdem Investoren davor etwas optimistischer geworden seien.

Überhaupt hinterliessen Ergebnisängste – also Befürchtungen, dass das Jahresergebnis unter den Erwartungen ausfallen könnte – am Markt deutliche Spuren, so etwa bei den Papieren des Reisedetailhändlers Dufry (-3,4%) oder beim Technologiekonzern ABB (-1,9%). Bei letzterem wurden Ängste geschürt vor allem durch eine Verkaufsempfehlung der deutschen Berenberg Bank inklusive einer einschneidenden Gewinnschätzungsreduktion.

Befürchtungen vor schwachen Ergebnissen drückten auch auf die Kurse von Novartis (-1,5%) und Lonza (-2,0%), welche beide am Mittwoch ihre Jahreszahlen präsentieren werden. Deutlich besser im Gesundheitssektor hielten sich derweil Roche (-0,6%), wobei hier eine Hochstufung aus dem Hause Credit Suisse etwas nachhalf.

Die Papiere des Bankensoftware-Herstellers Temenos (-3,1% auf 132,80) wurden derweil von einer Kurszielsenkung auf 110 Fr. der US-Bank Goldman Sachs (mit Rating ‹Verkaufen›) nach unten gedrückt. Die Aktie sei trotz der jüngsten Abwertung weiter überbewertet, auch wenn das Unternehmen grundsätzlich weiterhin gut aufgestellt sei, hiess es in einem Kommentar. Verluste von mehr als einem Prozent mussten ausserdem noch die drei SMI-Banken CS, UBS und Julius Bär sowie der Pharmawert Vifor hinnehmen.

Bei den relativ wenigen Gewinnern waren Swisscom (+0,6%) zuoberst zu finden. Die Analysten der ZKB haben die Aktien des grössten Schweizer Telekom-Hauses anstelle von Lonza ins Portfolio der Standardwerte aufgenommen. Swisscom zähle zu den defensivsten Aktien am Schweizer Aktienmarkt mit einem stabilen Cashflow und einer konstanten Dividendenausschüttung, hiess es. Zudem sei das Unternehmen eine Hauptprofiteurin bei der Einführung des Mobilfunknetzes der 5. Generation. Weitere Blue Chips im Plus waren andere defensive Titel wie Sonova (+0,5%) oder Nestlé (+0,2%).

Auch andere Titel profitierten etwa von Analysten-Einschätzungen. Beim Rolltreppen- und Lifthersteller Schindler (-0,1%) etwa stützte ein Hochstufung gleich zum zwei Stufen durch die Experten der HSBC. Bei Logitech (-0,1%) hoben die Experten von Goldman Sachs das Rating an.

Im breiten Markt gehörten Siegfried (-6,8%), Zur Rose (-4,5%) oder Autoneum (-3,6%) zuoberst auf der Verliererliste. Deutliche Gewinne erzielten u.a. Polyphor (+6,2%), Bellevue (+4,6%) oder MCH (+4,2%).  (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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