CH-Schluss: SMI gibt um 1,5% auf 8’375 Punkte nach

CH-Schluss: SMI gibt um 1,5% auf 8’375 Punkte nach

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Verlusten auf breiter Front in die letzte vollständige Handelswoche 2015 gestartet. Der Leitindex SMI zeigte sich am Montag allerdings sehr volatil. Nach einem frühen Auf und Ab liess sich erst nach rund zwei Stunden ein Trend erkennen: Der SMI legte zu und rückte nahe an 8’600 Punkte heran. Um die Mittagszeit allerdings gerieten die Kurse auf breiter Front ins Rutschen. Auf eine anschliessende leichte Erholungsbewegung folgten im Zuge einer schwächeren US-Börse erneute Abgaben, die den SMI bis zum Handelsschluss unter 8’400 Punkte drückten und auf Tagestief schliessen liessen.

Händler begründen die erhöhte Volatilität mit der Nervosität der Investoren im Vorfeld der US-Zinsentscheidung von Mitte der Woche. Der VSMI, der das erwartete Risiko am Schweizer Aktienmarkt misst, schoss zu Wochenbeginn um über 10% nach oben. Die Frage, ob die Zinswende in den USA am Mittwoch eingeläutet wird oder nicht, sei das beherrschende Thema in den letzten Handelstagen 2015, wie es im Handel hiess.

Der Swiss Market Index (SMI) stand zum Handelsschluss 1,49% tiefer auf 8’375,31 Punkten und weitete damit die Verluste vom Freitag aus. Nach drei Wochen in Folge mit Kursverlusten resultiert für den SMI auf Jahressicht ein Minus von knapp 7%. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor am Montag 1,36% auf 1’262,17 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,31% auf 8’644,82 Zähler. Von den 30 Blue Chips standen am Ende bis auf drei alle im Minus.

Die prozentual grössten Verluste gingen auf die Kappe von Transocean (-5,1%). Die Aktien des Offshore-Erdölbohrers reagierten auf die weiter sinkenden Ölpreise, die während des Handels neue Mehrjahrestiefs markierten. Der wichtigste Grund für die anhaltende Talfahrt ist das grosse überschüssige Angebot, wofür Marktexperten den Machtkampf zwischen dem Ölkartell Opec und aufstrebenden Produzenten aus den USA verantwortlich machen. Zudem wächst die weltweite Nachfrage konjunkturell bedingt nur moderat. Bereits in der Vorwoche hatten Transocean stark unter dem Ölpreiszerfall gelitten.

Auch Julius Bär (-3,4%) kamen unter die Räder und knüpften damit an eine sehr schwache Entwicklung in der Vorwoche an. Händlern belastetet der weiterhin nicht gelöste US-Steuerstreit. Die Titel der beiden Grossbanken UBS (-1,8%) und CS (-1,5%) kamen nur wenig besser weg.

Syngenta (-2,8%) haben ebenfalls Federn gelassen. Händler verwiesen auf die Fusion der beiden Konkurrenten Dow Chemical und DuPont, welche die Syngenta-Verantwortlichen unter Handlungsdruck setze. Als einen negativen Punkt strich ein Händler die Zahl an möglichen Partnern heraus, die durch den Zusammenschluss Dow/DuPont gesunken ist.

Insbesondere aber die beiden Pharmaschwergewichte Novartis (-1,6%) und Roche (-1,5%) waren ein Belastung für den Gesamtmarkt. In der Vorwoche hatten beide Titel noch verhältnismässig gut abgeschnitten.

Bei den wenigen Gewinnern verzeichnen einzig die defensiven Givaudan mit +0,7% nennenswerte Aufschläge. Auch zuletzt hatten sich die Titel ganz gut behauptet.

Am breiten Markt gehörten die Papiere der VZ Holding (-2,5%) nach einer Abstufung durch die UBS auf «Sell» zu den grössten Verlierern. Die Verluste müssen allerdings im Zusammenhang mit der bisherigen Jahresentwicklung gesehen werden: Mit über +65% gehören die Titel zu den Überfliegern an der Schweizer Börse 2015. Und Burckhardt Compression (-2,4%) hätten unter den rekordtiefen Ölpreisen gelitten, hiess es im Handel.

Die Aktien der auf Konsumkredite spezialisierten Cembra Money Bank (+3,9%) hatten dagegen einen starken Lauf. Neben einer Gegenbewegung auf die am vergangenen Freitag erlittenen Einbussen half auch eine positive Analysteneinschätzung. Die CS hat wegen Dividendenphantasie das Titelrating auf «Outperform» erhöht. Die Papiere hatten am Freitag unter dem Bundesratsentscheid gelitten, den maximal erlaubten Zins für Konsumkredite auf 10% zu senken.

In Kuoni (+3,7%) sorgte ein Medienbericht für Fantasie. Wie die «Sonntagszeitung» berichtete, prüft der Reisekonzern nach dem abgeschlossenen Verkauf des Reiseveranstaltergeschäfts offenbar das Szenario einer Aufspaltung der Gruppe, was Kuoni indes nicht kommentieren wollte. (awp/mc/upd/ps)

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