CH-Schluss: SMI schliesst an freundlichem Montag über 12’000 Punkten

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat sich zum Wochenstart sehr freundlich präsentiert. Sein bisheriges Allzeithoch vom vergangenen Mittwoch vermochte der Leitindex SMI allerdings nicht zu knacken. Die Anleger blieben im Hinblick auf die anstehenden Unternehmens- und Konjunkturzahlen noch etwas zurückhaltend, hiess es am Markt. Auch an anderen Börsen weltweit, so etwa an der Wallstreet und an der Börse in Frankfurt, war und ist der Start in die Woche noch etwas verhalten.

Mehr Impulse erhoffen sich die Börsianer dann unter anderem von der Halbjahres-Berichterstattung der Unternehmen. International dürften vor allem die US-Grossbanken von Interesse sein: JP Morgan und Goldman Sachs machen am Dienstag den Anfang. In der Schweiz steht dann mit den Umsatzzahlen des ersten Quartals von Richemont am Freitag ein erstes SMI-Unternehmen auf dem Programm. Es stehen aber auch diverse mit Spannung erwartete Wirtschaftsdaten an, darunter etwa das Beige Book des Fed, von dem man sich Aufschluss erhofft über die wirtschaftliche Entwicklung und damit auch auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank.

Der SMI schloss 0,77 Prozent höher auf 12’081,86 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewann 0,86 Prozent auf 1951,64 Punkte und der breite SPI 0,73 Prozent auf 15’529,7 Punkte. 27 Gewinner stehen im SLI drei Verlierern gegenüber.

Am besten unter den SLI-Titeln haben Sonova (+2,7%) geschlossen. Sie machten einen Teil der Verluste vom Freitag wieder wett, als die Aktien von Hörgeräteherstellern weltweit wegen einer neue Verordnung von US-Präsident Joe Biden, die den Verkauf von Hörgeräten ohne Rezept in Apotheken ermöglichen soll, unter Druck geraten waren. Das Risiko für Sonova sei allerdings beschränkt und die Verkäufe vom Freitag darum etwas übertrieben, hiess es am Markt. Die beiden Medizintechniker Straumann (+1,8%) und Alcon (+0,7%) schlossen ebenfalls positiv.

Am zweitbesten präsentierten sich Partners Group (+2,5%). Das Unternehmen profitierte von einer Kurszielerhöhung durch Morgan Stanley. Der zuständige Analyst verwies auf ein verbessertes Umfeld für Anlagen im Privatmarkt. Zudem gibt das Unternehmen am Donnerstag seine Halbjahresergebnisse bekannt.

Deutlich stärker sind auch Julius Bär (+1,7%), die sich von den beiden anderen Finanzwerten UBS (+0,8%) und CS (+0,6%) deutlich abheben.

Auch die beiden Uhrentitel Richemont (+1,5%) sowie Swatch (+1,3%) sind gefragt. Erstere geben am Freitag ihre Umsatzzahlen für das erste Quartal bekannt. Swatch, die bezüglich Termin für die Finanzberichterstattung gerne überraschen, dürften ebenfalls diese oder nächste Woche mit den Semesterergebnissen aufwarten.

Am unteren Ende des Spektrums befinden sich AMS, die 1,5 Prozent einbüssen. In einer Studie von Barclays heisst es, die Angst vor dem Druck von Apple überwiege die Hoffnungen auf die positiven Effekte aus der Integration von Osram. Der zuständige Analyst hat die Einstufung für den Sensorenhersteller bei «Underweight» belassen, sich dennoch insgesamt optimistisch für die Halbleiterbranche gezeigt. Mit ABB (-0,1%) und Logitech (unverändert) gehören weitere Technologiewerte zu den Verlierern.

Am breiten Markt fallen vor allem Lindt & Sprüngli (+0,9%) auf. Die Titel haben ein neues Allzeithoch erreicht und werden nun erstmals für über 100’000 Franken gehandelt. Damit gehört die Aktie zu den teuersten der Welt: Auf globaler Ebene sind nur noch die Papiere von Berkshire Hathaway teurer.

Polypeptide (-6,2%) verbuchen deutliche Kursverluste. Das sei allerdings nur logisch, heisst es in Marktkreisen. Denn am Freitag hatten die Titel der Firma, die erst kürzlich den Gang aufs Börsenparkett gewagt hat, mit 98,20 Franken eine absolute Höchstmarke erzielt. Nun seien Gewinnmitnahmen die Folge, heisst es. (awp/mc/pg)

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