CH-Schluss: SMI erneut solide im Plus – Uhrentitel gesucht

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag an die Gewinne vom Vortag angeknüpft und solide im Plus geschlossen. Nach einem verhaltenen Start und kaum Bewegung bis zum Mittag zogen die Indizes am frühen Nachmittag etwas an. Für Impulse sorgten nicht zuletzt Quartalszahlen von diversen US-Grossbanken, die um die Mittagszeit oder am frühen Nachmittag publiziert wurden. Händler sprachen insgesamt allerdings von einem eher ruhigen Handel im Vorfeld der an Fahrt aufnehmenden Berichtssaison.

Diesbezüglich geht es hierzulande ab Donnertag so richtig los. Dann werden mit Novartis, SGS, Givaudan und Richemont gleich vier SMI-Titel über ihr vergangenes Quartal berichten. Angesichts eher vorsichtiger Erwartungen an die Gewinnentwicklung im zweiten Quartal sei die Stimmung recht fragil, hiess es im Handel. Das Enttäuschungs- und damit das Abwärtspotenzial sei auf dem noch immer hohen Niveau jedenfalls gross, meinte einer.

Der Swiss Market Index (SMI) gewann zum Handelsschluss 0,43 Prozent auf 9’850,52 Punkte und schloss damit etwas unter dem Tageshoch (9’869). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) avancierte um 0,57 Prozent auf 1’520,88 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,25 Prozent auf 11’924,37 Zähler. Unter den 30 wichtigsten Aktien schlossen 21 höher, acht tiefer und eine (Logitech) unverändert.

An der Spitze der Tabelle standen zum Schluss die Titel der beiden Uhren- bzw. Luxusgüter-Hersteller Swatch (+2,8%) sowie Richemont (+2,6%). Sie hatten schon am Vortag mit einer guten Performance gepunktet. Beide Titel werden im Laufe der Woche mit Zahlen erwartet. Am Berichtstag sorgten ausserdem die Quartalsergebnisse der britischen Traditionsmarke Burberry für eine gute Stimmung in der Branche.

Fest präsentierten sich aber vor allem auch die Grossbanken, wobei die CS (+2,0%) kursmässig die UBS (+0,9%) deutlich überflügelte. Auch die Papiere der Privatbank Julius Bär waren stark gesucht (+1,9%). Händler verwiesen auf die Zahlen der beiden US-Banken JPMorgan und Goldman Sachs. Vor allem das gute Abschneiden der grössten US-Bank JPMorgan habe die Banken, aber auch den Gesamtmarkt europaweit gestützt, sagte ein Händler. Die UBS wird nächsten Dienstag ihr Quartalsergebnis präsentieren, die CS dann Ende Monat.

Mit Partners Group (+1,1%) legte ein weiterer Finanztitel klar zu. Die auf Privatmarktanlagen spezialisierte Gruppe vermeldete am Dienstag erste Eckdaten zum Halbjahr. Die verwalteten Vermögen lagen dabei zur Jahresmitte höher als im Markt erwartet, die Kapitalzusagen derweil im Rahmen der Schätzungen.

Mit Lonza (+1,8%), Clariant (+1,7%) und Sika (+0,7%) setzen auch Chemiewerte ihre Erholungstendenz vom Wochenstart fort. Die Chemietitel waren zum Teil in der Vorwoche von einer Gewinnwarnung der deutschen BASF in Sippenhaft genommen worden.

Die drei Index-Schwergewichte hoben sich in ihrer Wirkung derweil mehr oder weniger auf. Während die beiden Pharmawerte Roche (+0,7%) und Novartis (+0,4%) mit ihren europäischen Branchenkollegen leicht freundlich tendierten, fielen Nestlé (-0,5%) relativ klar zurück.

Volatil zeigten sich einmal mehr AMS (+0,1%). Wenige Stunden nachdem überhaupt bekannt geworden war, dass der Chiphersteller ein Interesse am deutschen Lichtkonzern Osram hat, war eine mögliche Übernahme auch schon wieder vom Tisch. Bei Barclays begrüssten die Experten die Entscheidung des Sensorherstellers, mit den Plänen nicht voranzupreschen.

Im breiten Markt zeigten sich unter den Verlieren Schmolz+Bickenbach (-5,5%) und DKSH (-1,9%) von Aussagen über den aktuellen Geschäftsverlauf bewegt. Die Gewinnwarnung des Stahlherstellers Schmolz+Bickenbach wurde als schlechtes Omen für die Branche gesehen. Die Halbjahreszahlen von DKSH Holding wurden als „schwach“ bezeichnet.

Bossard (-4,4%) wiederum litten unter verschiedenen negativen Analystenkommentaren. Zuletzt hatten sich gleich drei Analysten vorsichtiger zu dem Unternehmen geäussert. Der Schraubenhändler hatte in der Vorwoche eine Gewinnwarnung abgegeben. Auch Autoneum (-4,4%) und Klingelnberg (-3,7%) mussten unten durch. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange
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