CH-Schluss: SMI bleibt in Sichtweite des Rekordhochs

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag freundlich tendiert, ist jedoch hinter anderen Börsenplätzen zurückgeblieben. Das war vor allem den grosskapitalisierten Papieren von Nestlé und Roche geschuldet. Grundsätzlich war die Stimmung jedoch gut, sagten Händler und verwiesen auf die Hoffnung, dass sich das internationale wirtschaftspolitische Umfeld in der näheren Zukunft verbessern wird.

Gleichzeitig hielten sich viele Investoren im Vorfeld einer Rede von Donald Trump am Abend zurück. Der US-Präsident könnte sich dabei auch zum Stand der Handelsgespräche mit China äussern. Auch zu möglichen Zöllen auf EU-Automobilimporte könnte er Aussagen machen. Laut Händlern dürften die Aussagen Trumps die Tendenz in den nächsten Tagen bestimmen.

Der SMI schloss am Dienstag 0,09 Prozent höher bei 10’314,16 Punkten und bliebt damit in Sichtweite des Rekordhochs (10’356 Punkte). Der SLI, der die 30 wichtigsten Werte umfasst, zog um 0,08 Prozent auf 1’586,20 Zähler an, während der breite SPI marginal um 0,01 Prozent auf 12’453,92 einbüsste. Im SLI dominierten Gewinner die Verlierer im Verhältnis zwei zu eins.

Tagesthema war der Basler Pharmazulieferer Lonza, dessen Papiere um 4,5 Prozent absackten. Denn bei Lonza hat Konzernchef Marc Funk nach nur zehn Monaten im Amt bereits wieder seinen Hut genommen. Der Rücktritt erfolge „aus persönlichen Gründen“, hiess es. Analysten sind skeptisch: Der neuerliche Rücktritt werfe Fragen über mögliche Vorfälle im Hintergrund auf.

Ebenfalls deutlich nach unten ging es mit AMS, die sich um 3,9 Prozent verbilligten. Händler machten dafür die geplante Übernahme des deutschen Lichtspezialisten Osram verantwortlich. AMS hat dafür eine weitere Hürde genommen. Die obersten Osram-Gremien, Vorstand und Aufsichtsrat, empfehlen eine Annahme.

Auch Richemont (-0,6%) und Swatch (-0,2%) tendierten erneut leichter. Die Unruhen in Hongkong hatten schon zu Wochenbeginn für deutliche Verluste gesorgt.

Die Mehrheit der Blue Chips strebte aber nach oben. Allen voran zyklische Papiere wie ABB (+1,0%), Geberit (+0,9%), Clariant, LafargeHolcim oder SGS (je +0,7%) waren am Berichtstag gesucht.

Auch Finanzwerte tendierten mehrheitlich fester, angeführt von Partners Group mit plus 1,3 Prozent. Die Papiere waren laut Händlern nach der Schwäche im Anschluss an die Schwäche nach den Halbjahreszahlen nun wieder vermehrt gesucht. Es gab auch Spekulationen über neu einsteigende bekannte Grossaktionäre.

UBS (+0,2%) und Credit Suisse (+0,3%) hielten da nicht Schritt, nachdem sie in der Vorwoche um jeweils 5 Prozent zugelegt hatten.

Dass die Bäume am Schweizer Aktienmarkt nicht in den Himmel wuchsen, war zu einem grossen Teil den Nestlé-Valoren zuzuschreiben, die sich um 0,5 Prozent verbilligten. Die ebenfalls als „defensive Absicherung“ geltenden Roche-Bons stiegen um lediglich 0,1 Prozent. Novartis (+0,8%) präsentierten sich hingegen dank positiven Neuigkeiten zum Mittel Cosentyx deutlich fester.

Die stärksten Kursbewegungen waren aber im breiten Markt zu finden. So fielen Barry Callebaut mit Abgaben von 6,1 Prozent auf 1’958 Franken besonders deutlich zurück. Der bisherige Mehrheitsaktionär, die Jacobs Holding, hat 10 Prozent seiner Anteile verkauft. Dabei trennte sie sich vom Grossteil dieser Aktien im Rahmen eines beschleunigten Auktionsverfahrens zu 1’915 Franken das Stück.

Beim Maschinenbauunternehmen Klingelnberg wurden die schwachen Halbjahreszahlen mit -9,0 Prozent quittiert und auch die durch eine Massnahme des BAZL geschmälerten Ertragsaussichten des Flughafens Zürich wurden mit Abgaben von 3,0 Prozent negativ aufgenommen.

Dagegen gewannen Schmolz+Bickenbach 3,7 Prozent hinzu. Der Stahlhersteller hatte schon im Vorfeld gewarnt, dass die Zahlen zum dritten Quartal schwach ausfallen werden, so dass die Vorlage nicht mehr allzu erschreckend war. (awp/mc/ps)

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